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Zuletzt in Kenia unterwegs: Ronaldinho (l.).

Allstar-Team der Eintracht

Ronaldinho trickst für Kinder

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Internationale Legenden spielen in Frankfurt gegen ein Allstar-Team der Eintracht für einen guten Zweck.

Er ist dabei, ganz sicher: Ronaldinho Gaucho wird beim Benefizspiel für einen guten Zweck im Frankfurter Stadion die Fußballschuhe schnüren, „auf jeden Fall“, wie Klaus-Christian Howaldt vom Veranstalter „cm14“ der FR am Telefon bestätigte. Ronaldinho and friends spielen da ab 14.30 Uhr gegen die Adler Allstars, eine Auswahl ehemaliger Eintracht-Größen wie Alex Schur, Du-Ri Cha, Markus Pröll, Oka Nikolov, Ioannis Amanatidis, Chris, Maurizio Gaudino, auch Kevin-Prince Boateng wird erwartet, sogar Jay-Jay Okocha, allerdings wird er verletzungshalber nicht spielen können. Sogar Jürgen Pahl, der seinen Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren in Paraguay hat, wird für ein paar Minuten im Tor stehen. Auch wenn ehemalige Eintracht-Spieler mit von der Partie sind, legt Vereinspräsident Peter Fischer wert darauf, dass „Eintracht Frankfurt in dieses Spiel nicht involviert ist“.

Es ist ein Spiel, dessen Erlös der RTL-Stiftung - „Wir helfen Kindern“ zugute kommt. Darüber hinaus werden Fußballschuhe und Trikots der am Samstag kickenden Stars versteigert, auch dieser Erlös fließt in den RTL-Spendenmarathon. Das Spiel wird von Sport1 live übertragen. Im Team von Ronaldinho, das von Bum-kun Cha betreut wird, sollen unter anderem Roberto Carlos, Edmilson, Dida, Rafael van der Vaart, Chiquinho, Vahid Hashemian, Kevin Kuranyi, Gaizka Mendieta, Marc van Bommel, um nur einige zu nennen, kicken; alle Stars, knapp 40 aus 14 Ländern, bekommen keine Gage. 

Und dabei ist natürlich Ronaldinho, vielleicht der letzte brasilianische Fußballer im klassischen Sinne: ein Trickser und Zauberer, ein Ästhet und Fummler, einer, der im Grunde nur spielen wollte, „mit dem Ball, mit dem Gegner, den Erwartungen, den eigenen Beinen“, wie die „Zeit“ einmal schrieb.

 Es hat in der letzten Zeit ja allerhand schlechte Presse über Ronaldinho gegeben, den einstmals weltbesten Spieler. Da ist zum eine seinen fragwürdigen Ausflug in die Politik, Ronaldinho gehörte zu den prominentesten Unterstützern des rechtspopulistischen, neuen brasilianischen Staatspräsident Jair Bolsonaro, wegen dieses Engagements soll er seine Tätigkeit als Markenbotschafter beim FC Barcelona verloren haben. Zudem hieß es, Ronaldinho sei pleite, er besitze auf seinem Konto weniger als sechs Euro. Und weil er eine Strafe in Höhe von zwei Millionen Euro wegen unerlaubten Bauens in einem Naturschutzgebiet nicht gezahlt habe, sei ihm auch noch der Pass abgenommen worden. Im Detail stimme das nicht, sagt Howaldt, dem mittlerweile 38-Jährigen Brasilianer sei eine Frist eingeräumt worden, in der er die Strafe begleichen müsse. 

20 000 Tickets verkauft

Derlei Nebengeräusche haben den Geschäftsführer von „cm 14“ bei der Organisation dieses Charity-Events im Stadtwald mit dem Namen „Game of champions nicht gerade in die Karten gespielt. Zudem hängt ihm nach, dass es zu einigen Ungereimtheiten finanzieller Art beim Abschiedsspiel für den Ex-Berliner Marcelinho vor eineinhalb Jahren gekommen war, in deren Folge Howaldts damalige Firma, die Public Events GmbH, in die Insolvenz ging. 

Nach dem Ende seiner Karriere in diesem Januar, so heißt es, sei bei Ronaldinho der Wunsch aufgekommen, zum Abschied drei, vier Spiele in Europa zugunsten benachteiligter Kinder zu organisieren. „Für mich ist es wunderbar, dass ich mir nach dem Ende meiner Laufbahn Zeit für solche Projekte nehmen kann und ein wenig zurückgeben kann“, ließ sich Ronaldinho zitieren. Zuletzt tingelte er für seine Projekte durch Marrakesch, Kenia oder Paris.

Für den Samstag seien bislang mehr als 20 000 Tickets (im Preis von 14 bis 49 Euro) verkauft worden, hieß es von „cm14“. Patrik Meyer, Geschäftsführer der Stadion-Betreibergesellschaft, sagte, er sei „stolz, dass wir dieses Spiel nach Frankfurt holen konnten.“ 

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