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Ende für Reiten bei Olympia – Fünfkampf sucht Ersatzdisziplin

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Von: Lukas Zigo

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Als Reaktion auf den Reitskandal um die Deutsche Kim Raisner wird Reiten aus dem Fünfkampf verbannt. Nun präsentiert eine Arbeitsgruppe Ersatzdisziplinen.

Monaco – Das UIPM-Komitee sucht eine neue Disziplin, um das Springreiten im olympischen Fünfkampf zu ersetzten. Die Arbeitsgruppe, die den Findungsprozess für eine neue, fünfte Disziplin beaufsichtigt, hat erste Vorschläge für die Nachfolge des Reitens vorgelegt. Der ehemalige Weltmeister und Mitglied des UIPM-Athletikkomitees, James Cooke, präsentierte während des ersten Treffens der Arbeitsgruppe „Vorschläge, die insbesondere von den beteiligten Sportfachleuten gelobt wurden“, teilte der Dachverband mit.

Tokio 2020 - Springreiten, Finale im Equestrian Park. Maurice Tebbel aus Deutschland reitet Don Diarado.
Olympia in Tokyo 2020, Finale im Equestrian Park. Maurice Tebbel aus Deutschland reitet Don Diarado. © Friso Gentsch/dpa

„Der von den Athleten vorgelegte Vorschlag entspricht den Forderungen der UIPM und ist in Bezug auf das Erbe, die Anpassungsfähigkeit an das neue Format und die Fähigkeiten der beteiligten Schlüsselathleten attraktiv“, sagte der Vorsitzende des UIPM-Athletikkomitees, Yasser Hefny aus Ägypten.

Olympischer Fünfkampf: Test-Zeitplan für neue Disziplin festgelegt

Was die Vorschläge beinhalten, wurde zunächst nicht klar, obwohl es Spekulationen gab, die fünfte Disziplin könne eine Form von Hindernislauf beinhalten. Auch ein Zeitplan für Tests wurde auf der Sitzung festgelegt. Die Arbeitsgruppe wurde nach der umstrittenen Entscheidung, das Reiten aus dem modernen Fünfkampf nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris zu streichen, gegründet. Der Ersatz des Reitens ist entscheidend für die olympische Zukunft der Sportart.

Im Dezember 2021 wurde der moderne Fünfkampf vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aus dem ursprünglichen Sportprogramm für Los Angeles 2028 gestrichen. IOC-Präsident Thomas Bach warte die UIPM, diese müsse „ihren Vorschlag für den Ersatz des Reitsports und für das gesamte Wettbewerbsformat fertigstellen“, bevor die Sportart aufgenommen werden könne.

Weiter führte er aus, der Vorschlag der UIPM müsse „eine deutliche Reduzierung der Kosten und der Komplexität sowie Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Zugänglichkeit, Universalität, Attraktivität für die Jugend und Öffentlichkeit“ aufweisen.

Tokyo 2020: Skandal der deutschen Trainerin führt zur Absetzung des Sportes

Bis zum nächsten Jahr hat die UIPM nun Zeit, eine geeignete Alternative zum Reiten zu finden. Die Sportart wurde nach dem Skandal von Tokyo 2020, bei dem eine deutsche Trainerin nach Hause geschickt wurde, weil sie ein Pferd geschlagen hatte, abgesetzt. Trotz der Kontroverse haben zahlreiche Länder und Athlet:innen gegen die Entscheidung protestiert. Hunderte von ihnen haben infolgedessen einen Misstrauensantrag gegen den UIPM-Präsidenten Klaus Schormann gestellt, der auch der Arbeitsgruppe vorsitzt.

Zu den Mitgliedern der 21-köpfigen Arbeitsgruppe gehören der ehemalige IOC-Marketingdirektor Michael Payne und der langjährige Berater für die Olympiabewerbung, Terrence Burns. „Ich denke, es ist wichtig, die gesamte Diskussion zu erweitern und zu erkennen, dass man nicht nur eine Ersatzdisziplin betrachtet, sondern die Gesamtpräsentation des Sports“, sagte Payne nach der ersten Sitzung. „Man sollte nicht nur darauf achten, welche Sportart man hinzufügt, sondern wie alles ineinander greift, um die bestmögliche narrative Präsentationsstruktur für die Übertragung zu schaffen.“ (lz)

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