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Rafael Nadal: Die Tennislegende aus Spanien

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Von: Andreas Apetz

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Rafael Nadal bei den French Open 2018
Rafael Nadal bei den French Open 2018. (Archivfoto) © Shutterstock/Imago Images

Rafael Nadal gehört zu den ganz großen Sportlern des 21. Jahrhunderts. Ein Überblick über die Karriere der spanischen Tennislegende.

Mallorca – Auch wer kein Tennisfan ist, kommt an seinem Namen nicht vorbei: Rafael Nadal gehört weltweit und sportartübergreifend zu den erfolgreichsten Athleten des 21. Jahrhunderts. Seit der Jahrhundertwende steht der Spanier als Profi auf dem Tennis-Court und sammelt Jahr für Jahr neue Titel. Mit 21 Gand-Slam-Siegen ist er der aktuelle Rekordhalter im Herreneinzel vor seinen Konkurrenten Novak Djokovic und Roger Federer.

Rafael Nadal: Mit 15 Jahren bereits Tennisprofi

Rafael Nadal wurde am 3. Juni 1986 in Manacor auf Mallorca geboren. Er wuchs mit seiner jüngeren Schwester María in seinem Heimatort auf. Sport wird in der Familie großgeschrieben: Zwei seiner Onkel sind Profi-Fußballer, sein Onkel Toni Nadal ist auf Mallorca ein bekannter Tennisspieler. Mit vier Jahren begann er das Tennisspielen. Onkel Toni erkannte schnell das Potenzial des jungen Nadal und förderte sein Talent mit strengen Trainingsmethoden. Im Alter von sieben Jahren nahm er das erste Mal an Turnieren teil und gewann mehrere Meisterschaften, die über seiner Altersklasse lagen.

Weltweite Aufmerksamkeit erhielt das spanische Talent kurz nach der Jahrhundertwende. Mit 14 bekam Rafael Nadal durch Zufall die Gelegenheit in einem Vorbereitungsspiel gegen Pat Cash, seines Zeichens Wimbledon-Gewinner von 1987, anzutreten. Nadal war als Ersatz für den kurzfristig ausgefallenen Boris Becker eingesprungen und schlug den erfahrenen Tennisprofi Cash im Tiebreak.

NameRafael Nadal Parera
Geburtstag3. Juni 1986 in Manacor, Mallorca/Spanien
Größe und Gewicht185 cm, 85 kg
SpielhandLinks, zweihändige Rückhand
Karrierebilanz, Einzel (Stand: März 2022)1047:209

Im Alter von 15 Jahren spielte Nadal erstmals auf einer Profitour. In seinem Heimatland trat er seine ersten beiden Turniere an, bei denen er jeweils in der ersten Runde ausschied. Nach dem Gewinn mehrerer kleiner Wettbewerbe und dem Einzug ins Halbfinale der Wimbledon Championships auf der Junioren-Tour 2002 konnte sich Nadal auf Rang 200 der ATP-Weltrangliste spielen. Schon damals zeichnete sich der Spanier durch sein hervorragendes Spiel auf Sand aus. In der Saison 2003 holte er elf seiner 14 Siege auf diesem Belag. Eine Verletzung verhinderte allerdings seinen Antritt beim Sandplatzturnier der French Open. Am Ende des Jahres stand Nadal auf Platz 49 der Weltrangliste. Im Jahr darauf schlug er erstmals den damals Weltranglistenersten Roger Federer im Achtelfinale der Miami Masters.

Nadals rasanter Aufstieg: Erster Grand-Slam-Titel, Weltranglistenerster und Olympiasieger

2005 spielte Nadal das bis heute erfolgreichste Jahr seiner Karriere. Innerhalb einer Saison sicherte sich der Spanier elf Turniersiege. Den größten Erfolg erntete Nadal bei den French Open, wo er der erste Spieler seit Mats Wilander 1982 war, der gleich bei seinem Debüt das Pariser Turnier für sich entscheiden konnte. Im Halbfinale der French Open bezwang er an seinem neunzehnten Geburtstag das Schweizer Tennis-Ass Roger Federer. Acht seiner elf Titel gewann Nadal auf seinem Lieblingsbelag – dem Sand. Seine Jahresbilanz auf den rostroten Plätzen wies 50 Siege bei zwei Niederlagen auf. Bis zum Jahresende blieb er dort 36 Spiele lang ungeschlagen. Das Jahr 2005 beendete Nadal als erster Teenager seit Boris Becker auf dem zweiten Platz der Weltrangliste.

Rafael Nadal beim Mercedes Cup auf Sand 2005
Rafael Nadal beim Mercedes Cup auf Sand 2005. (Archivfoto) © Pressefoto Baumann/Imago Images

Rafael Nadel und seine Rivalität mit Roger Federer

Im Jahr darauf entflammte eine Rivalität zwischen Federer und Nadal. Bei vier seiner fünf gewonnen Turniere traf der Spanier im Finale auf Federer. Mit dem Titelgewinn bei den French Open 2006 hatte Nadal 60 Siege auf Sand in Folge errungen. Auch sein Spiel auf Rasen hatte sich stark verbessert. Bei den Wimbledon Championships gelang ihm der Einzug ins Finale, welches sein härtester Konkurrent Federer dann jedoch für sich entschied. Federer war es auch, der Nadals Siegesserie auf Sandplätzen unterbrach: Nach 81 Erfolgen schlug ihn der aus Basel stammende Tennisprofi beim ATP-Sandplatzturnier in Hamburg 2007.

2008 kam es in Wimbledon zur Neuauflage des Finales vom Vorjahr: Nadal traf erneut auf Federer. Die beiden Weltranglistenspitzen lieferten sich eines der dramatischsten Begegnungen der Tennisgeschichte. Am Ende gewann der Spanier mit 6:4, 6:4, 6:7, 6:7 und 9:7. Es war das längste Herren-Einzelfinale in der über 130-jährigen Turniergeschichte. Nicht selten wird das Match als vielleicht bestes Tennisspiel aller Zeiten betitelt.

Rafael Nadal (r.) und Roger Federer nach dem Wimbledon-Finale im Jahr 2008
Rafael Nadal (r.) und Roger Federer nach dem Wimbledon-Finale im Jahr 2008. (Archivfoto) © Allstar/Imago Images

Am 18. August 2008 erreichte Rafael Nadal zum ersten Mal in seiner Karriere den ersten Platz der ATP-Weltrangliste und verdrängte Federer, welcher zuvor 237 Wochen am Stück die Nummer ein gewesen war. Dies gelang dem spanischen Tennisprofi in vier weiteren Spielzeiten, womit er insgesamt fünfmal am Ende einer Saison der Weltrangerstplatzierte war (2008, 2010, 2013, 2017, 2019). Am 17. August 2008 sicherte sich Nadal bei den Olympischen Spielen in Peking mit einem Sieg über den Chilenen Fernando González die Goldmedaille.

Rafael Nadal: Eine Karriere von Titel zu Titel – Der „King of Clay“

Seither ist Nadal durchweg ein Anwärter auf die Weltrangspitze. Das serbische Tennis-Ass Novak Djokovic warf den Spanier 2011 in sechs Turnieren aus dem Wettbewerb, wodurch Nadal seine Poleposition auf der Weltrangliste abgeben musste. Im Finale der Australian Open 2012 kam es erneut zu einem Aufeinandertreffen der beiden Profis. Das Titelmatch war mit 5 Stunden und 53 Minuten das längste Duell in der Geschichte des Grand-Slam-Turniers. Danach musste sich Nadal mit 7:5, 4:6, 2:6, 7:6 und 5:7 geschlagen geben und fiel nach seiner Niederlage in Madrid auf Platz drei zurück.

Im Verlauf seiner Karriere gewann Rafael Nadal alle Wettbewerbe der Grand-Slam-Serie mindestens einmal sowie den Davis-Cup und die Olympischen Spiele. Auf dem Sandbelag konnte er seine meisten Erfolge erringen. Er stand dreizehnmal im Finale der French Open, wovon er alle gewann. Sein Spiel auf Sand ist derart dominant, weswegen er von Tennisfans auch der „King of Clay“ – Sandkönig – genannt wird.

Rafael Nadal: Alle Titel und Erfolge (Stand: 18. März 2022)

Grand-Slam-Bilanz (Einzel):21 Titel
Australian Open (2 Siege)2009, 2022
French Open (13 Siege)2005, 2006, 2007, 2008, 2010, 2011, 2012, 2013,2014, 2017, 2018, 2019, 2020
Wimbledon Championships (2 Siege)2008, 2010
US Open (4 Siege)2010, 2019, 2017, 2019
ATP-Tour-Bilanz (Einzel):69 Titel
ATP Masters 100036 Titel
ATP Tour 50023 Titel
ATP Tour 25010 Titel
Olympische SpieleGoldmedaille 2008
Gesamt-Bilanz:91 gewonnene Titel

Rafael Nadal: Privates und Persönliches

Rafael Nadal wurde als Sohn von Sebastián Nadal und Ana Maria Parera in Manacor auf der Insel Mallorca geboren. Er ist mit seiner jüngeren Schwester María aufgewachsen. Nach der 10. Klassen brach Nadal die Schule ab und widmete sich voll und ganz seiner Tenniskarriere. Seit 2019 ist er mit Maria Francisca Perello verheiratet. In seiner Heimatstadt auf Mallorca gründete Nadal eine eigene Tennis-Akademie mit Sportcenter und Museum.

Derzeit wohnt Rafael Nadal mit seiner Frau in der mallorquinischen Stadt Porto Cristo. Sein Privatvermögen wird 2022 auf rund 185 Millionen Euro geschätzt. (Andreas Apetz)

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