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Henninger-Rennen angeblich gesichert

Die Räder stehen still

Nach dem Aus für die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt im vorigen Jahr gibt die zweite renommierte deutsche Radsport-Veranstaltung auf: Die für April geplante 32. Internationale Niedersachsen-Rundfahrt ist abgeblasen.

Von WOLFGANG HETTFLEISCH

Nach dem Aus für die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt im vorigen Jahr gibt die zweite renommierte deutsche Radsport-Veranstaltung auf: Die für April geplante 32. Internationale Niedersachsen-Rundfahrt ist abgeblasen.

"Wir sind die Ersten, denen die Unterhose in den Kniekehlen hängt, weil wir die erste Veranstaltung im Jahr gewesen wären", stellt Otto Pätzold trocken fest. Der Geschäftsführer des Vereins Internationale Niedersachsen-Rundfahrt hat lange, aber vergeblich gekämpft. Nachdem das Land Niedersachsen die Fördermittel für die traditionsreiche Rundfahrt Zug um Zug bis auf Null heruntergefahren hatte, hielt man sich in den vergangenen beiden Jahren mit Hilfe der Sponsoren über Wasser. Als nun auch noch der VW-Konzern den Hahn zudrehte, war der Etat, der sich auf 325 000 Euro beläuft, nicht mehr zu decken. "Damit waren wir weg vom Fenster", sagt Pätzold.

Die Organisatoren hatten sich schriftlich an VW-Chef Martin Winterkorn gewandt, um den K.o. noch abzuwenden. Anstelle einer Antwort kam die öffentliche Absage des Geldgebers und damit das vorläufige Ende für die Rundfahrt. Pätzold will nun Überzeugungsarbeit dafür leisten, von 2009 an "eine Schuhnummer kleiner" weiterzumachen - etwa mit einer rund 100 000 Euro billiger auf die Beine zu stellenden Rundfahrt für die Juniorenklasse U 23. Schon das wird schwer genug, denn Sponsoren machen inzwischen einen Bogen um den als dopingverseucht geltenden Straßenradsport. "Wenn dieses Jahr nochmals Querschläge à la Sinkewitz kommen, wird's hammerhart", prophezeit Pätzold, der befürchtet, "dass noch andere Veranstalter große Probleme bekommen."

Das ist keine sonderlich gewagte Prognose. Beim Ein-Tages-Rennen Rund um Köln sprang Hauptsponsor DEVK ab. "Das Rennen wird stattfinden", sagt Sprecher Stephan Flock. Doch die organisatorisch aufwendige und daher teure Schlussrunde durchs Innere der Domstadt wurde gestrichen. Nun soll das Ziel im Rechtsrheinischen stehen - so etwas wie die Höchststrafe für eine Kölner Veranstaltung. Auch beim Startgeld muss Veranstalter Artur Tabat knausern. "Wir hoffen", sagt Flock, "dass die Mannschaften kommen, obwohl vielleicht nicht das Übliche gezahlt wird."

Hin zu Breitensport und Jugend

Vor dem Aus steht die einst als Hessen-Rundfahrt geläufige Drei-Länder-Tour. "Ich plädiere für die Durchführung", sagt der bisherige Tour-Direktor Christian Bergemann. Dabei warf er gerade hin; Hauptsponsor SparkassenVersicherung steht vor dem Absprung. "Es wird schwer für den deutschen Radsport", sagt Bergemann.

Rund um den Henninger-Turm, der deutsche Klassiker schlechthin, verliert im nächsten Jahr seinen Namensgeber und Hauptsponsor. Noch ist Veranstalter Bernd Moos-Achenbach zuversichtlich, adäquaten Ersatz zu finden. Kleinsponsoren und Kommunen blieben "auch 2009 im Boot". Auf der Suche nach einem neuen Hauptgeldgeber hofft Moos-Achenbach auf Rückenwind der Landespolitik. Zugleich stellt er eine Neuausrichtung der Traditionsveranstaltung in Aussicht. Man werde schon in diesem Jahr den Schwerpunkt hin zu Breitensport und Jugend verlagern und einen strengeren Anti-Doping-Kurs fahren. Nur Teams mit unbeschadetem Ruf sind willkommen. Moos-Achenbach vieldeutig: "Ich weiß noch nicht, wie viele ProTour-Teams dabei sein werden."

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