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Und jährlich grüßt der Kristoff: Alexander Kristoff bejubelt im Vorjahr seinen vierten Sieg in Folge.

Radklassiker Eschborn - Frankfurt

Radklassiker in neuem Gewand

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Die Veranstalter des Radklassikers am 1. Mai präsentieren eine neue Streckenführung, die das Rennen noch spannender machen soll.

Für Fabian Wegmann ist die Sache klar: „Wir brauchen endlich mal ein anderes Gesicht auf dem Podium.“ Nicht etwa, dass dem ehemaligen Radprofi aus Münster Alexander Kristoff suspekt wäre. Ganz sicher nicht. Der Norweger genießt große Sympathien in der Szene. Allerdings, und das macht es irgendwie auch etwas langweilig, gewann der bullige Sprinter aus Oslo die vergangenen vier Auflagen den Frankfurter Radklassikers am 1. Mai. Selbst der selektive Kurs durch den Taunus vermochte daran nichts auszurichten. Der mittlerweile 31 Jahre alte Profi von UAE Team Emirates wurde in der Höhe zwar jedes Mal distanziert, auf dem Weg zurück an die Alte Oper in Frankfurt gelang es seinen Teamkollegen aber stets, ihren schnellsten Mann auf der Zielgerade doch noch in Position zu bringen.

Nicht ausgeschlossen, dass am Ende der 58. Ausgabe von Eschborn - Frankfurt wieder die schnellen Männer mit den dicken Oberschenkeln den Sieg unter sich ausmachen werden, die Veranstalter wollen es ihnen in diesem Jahr aber so schwer wie möglich machen. Das Rennen soll „noch intensiver, noch kompakter werden“, sagt Wegmann, selbst zweimaliger Sieger am 1. Mai und mittlerweile Berater für Sport, Rennstrecke und Sicherheit des Elite-Rennens. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Streckenlänge um 25 Kilometer auf nun 187,5 Kilometer verkürzt. Auf dieser Distanz verteilen sich nicht weniger als 3222 Höhenmeter. Auf der Schleife durch das hessische Mittelgebirge sind alle Taunus-Ikonen aneinandergereiht: der Große Feldberg wird ebenso überfahren wie der Mammolshainer Stich (viermal), der Ruppertshainer Anstieg (zweimal) und die Billtalhöhe.

Die Verkürzung soll potentiellen Ausreißern den Versuch schmackhafter machen, frühzeitig die Flucht nach vorne anzutreten. „Es ist ein Unterschied, ob du noch 150 oder 200 Kilometer vor dir hast“, sagt Wegmann. Er muss es wissen. Neben seinen Siegen in Frankfurt (2009, 2010) gewann der ehemalige Profi von Gerolsteiner und Milram zweimal die deutsche Meisterschaft (2007, 2008). Im Jahr 2004 gewann er als erster Deutscher überhaupt das Grüne Trikot des besten Bergfahrers beim Giro d’Italia.

Mehr Topteams am Start

Verändert haben die Streckenplaner auch den Kurs durch die Frankfurter Innenstadt. Der Rundkurs ist nun 6,5 Kilometer lang, muss zweieinhalbmal gefahren werden, führt das Feld über die Untermainbrücke und die Alte Brücke auch über den Main in den Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Zudem wurde die Zielgerade in den Reuterweg verlegt. „Dadurch wird die Zielgerade übersichtlicher und länger“, sagt Wegmann. Statt 300 Meter wie im Vorjahr ist sie nun 500 Meter lang.

Das Fahrerfeld des World-Tour-Rennens ist 70 Tage vor dem Start zwar noch nicht bekannt, Aber schon jetzt, sagt Claude Rach vom Organisator ASO, ist das Interesse der Spitzenteams größer als im vergangenen Jahr. Vor zwölf Monaten waren elf Topteams am Start, diesmal könnten „drei bis vier weitere World-Tour-Teams hinzukommen“, sagt Rach, der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des Radsports.

Einen Boom erfährt zur Zeit auch das Jedermann-Rennen. Für die sogenannte Velotour mit Strecken über 40, 87 und 100 Kilometer liegen bereits jetzt 3500 Anmeldungen vor. Eine Steigerung um 30 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass wir am 1. Mai wenigstens 5500 Starter am Start in Eschborn begrüßen dürfen“, sagt Rach. In zwei Jahren, sagt der Luxemburger, „wollen wir die 6000er-Marke knacken“.

Erstmals seit zehn Jahren wird der Radklassiker auch wieder in der ARD live übertragen (14.45 - 17 Uhr). Das komplette Rennen ist beim HR (12 - 17 Uhr) zu sehen.

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