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Prokop wird neuer Handball-Bundestrainer

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Neuer Bundestrainer der Handballer: Christian Prokop.
Neuer Bundestrainer der Handballer: Christian Prokop. © imago/Sportfoto Rudel

Lange wurde spekuliert, nun ist es amtlich: Christian Prokop wird neuer Handball-Bundestrainer. Der 38-Jährige tritt im Sommer die Nachfolge von Dagur Sigurdsson an.

Wunschkandidat statt Weltmeister: Christian Prokop hat den Vorzug gegenüber Markus Baur erhalten und wird neuer Handball-Bundestrainer. Der Coach vom Bundesliga-Überraschungsteam SC DHfK Leipzig unterschreibt beim Deutschen Handballbund (DHB) einen Fünf-Jahres-Vertrag bis 2022 ohne Ausstiegsklausel und wird im Rahmen des Allstar-Games am Freitag (20.00 Uhr/Sport1) in Leipzig offiziell als Nachfolger des scheidenden Dagur Sigurdsson vorgestellt.

Nach wochenlangen Verhandlungen erzielten der DHB und Leipzig am Freitagvormittag eine Einigung, Prokop soll sich bereits am Nachmittag der deutschen Mannschaft vorstellen.

Prokop wird seine Arbeit beim DHB offiziell am 1. Juli aufnehmen. Er soll das deutsche Team aber parallel zum Job in Leipzig möglichst schon in den wichtigen Spielen der EM-Qualifikation im Mai gegen den WM-Dritten Slowenien betreuen. Leipzig kassiert nach SID-Informationen eine Ablösesumme von rund 500.000 Euro. Sigurdsson hatte kurz vor Weihnachten seinen Rückzug angekündigt, der Isländer wird künftig die Auswahl Japans betreuen.

Prokop, der in der vergangenen Spielzeit als "Trainer der Saison" ausgezeichnet wurde, galt als absoluter Wunschkandidat des Verbandes. Er ist seit 2013 Trainer in Leipzig, schaffte 2015 den Aufstieg in die Bundesliga und sorgt dort mit seinem Team als aktueller Tabellenachter für Furore. Bis zum Saisonende wird der frühere Rückraumspieler, der seinen Vertrag bei den Sachsen erst im Herbst bis 2021 verlängert hatte, weiter das Amt in Leipzig ausüben.

Beim DHB soll Prokop an die Erfolge Sigurdssons (Europameister, Olympia-Bronze) anknüpfen. Trotz des enttäuschenden neunten Platzes bei der WM hält der Verband an seinen hohen Zielen fest. "Eine WM-Medaille im eigenen Land und Olympiagold in Tokio waren immer das Ziel, davon wird keinen Millimeter abgewichen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning zuletzt im SID-Interview: "Wir müssen jetzt arbeiten, arbeiten, arbeiten."

Prokop muss dafür keinen Umbruch einleiten. Sigurdsson hinterlässt eine junge, hungrige Mannschaft, die ihren Zenit noch längst nicht erreicht hat. Ex-Welthandballer Daniel Stephan ist fest von einer "tollen Zukunft" für das DHB-Team überzeugt. Und auch Weltmeister-Coach Heiner Brand glaubt "fest daran, dass die jetzige Mannschaft eine große Zukunft hat".

Prokop verspürt große Lust auf die neue Herausforderung. "Als ich die Entscheidung für das Amt des Bundestrainers getroffen habe, war das für mich die richtige Entscheidung", sagte er jüngst in einem Interview der Leipziger Volkszeitung. Dass ihm das überraschende Achtelfinal-Aus zum Sigurdsson-Abschied bei der WM in Frankreich den Einstieg beim DHB erleichtern würde, glaubt Prokop nicht.

Vor seinem Wechsel auf die Trainerbank spielte Prokop unter anderem beim HC Wuppertal und bei GWD Minden. Neben dem gebürtigen Köthener wurde Baur als Sigurdsson-Nachfolger gehandelt. Der Trainer des TVB Stuttgart führte die DHB-Auswahl 2007 als Kapitän zum WM-Titel im eigenen Land. (sid)

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