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Die Vorzüge des Badens wie vor 100 Jahren - hier ein Bad in Hopfen - werden heute wiederentdeckt. In Bad Nauheim sind es die Kohlensäure-Bäder, die verstärkt nachgefragt werden.
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Die Vorzüge des Badens wie vor 100 Jahren - hier ein Bad in Hopfen - werden heute wiederentdeckt. In Bad Nauheim sind es die Kohlensäure-Bäder, die verstärkt nachgefragt werden.

Prickelnd gesund: Wannenbäder wie vor 100 Jahren

Wellness vor historischer Kulisse: Die klassische Badekur in der Jugendstilanlage Sprudelhof

Von Susann Barczikowski

BAD NAUHEIM. "Das Schönste sind die kohlensauren Bäder. Zehntausend Perlen sitzen auf der Haut. Man ähnelt einer Wiese, wenn es taut. Kann sein es nützt. Das merkt man erst viel später", schrieb einst Erich Kästner in einem Brief während eines seiner Kuraufenthalte in Bad Nauheim. Und sicherlich kam der bekannte Schriftsteller nicht nur einmal in den Genuss, sich im prickelnden Heilwasser zu entspannen.

Auch das Ambiente, die wunderschönen Badezellen mit den hölzernen Wannen und den herrlichen Schmuckhöfen, mögen dazu beigetragen haben, dass Prominente aus Nah und Fern gerne zur Bäderkur nach Bad Nauheim kamen. Selbst Kaiserin Sissi und Zarin Alexandra Feodorowna ließen sich einst von warmem Thermalwasser umschmeicheln.

Wer heute baden möchte wie vor 100 Jahren, der kann dies in nahezuunveränderter Umgebung tun. Noch immer besticht die historische Kulisse der Jugendstilanlage, noch immer ist der Charme der einst noblen Badehäuser spürbar. Zugegeben, wer luxuriöse Ausstattung einer modernen Wellness-Oase erwartet, wird bitter enttäuscht. Einziger Luxus ist und bleibt allein das Wasser. Die Anwendungen - man hat die Wahl zwischen kohlensäurearmen Thermalwasser (36 Grad Celsius), dem Thermalsprudelbad (34 Grad) dem Sprudelbad (33 Grad) und dem kohlensäurereichen Ludwigs- und Kurbrunnenbad(34 Grad) - sind heutzutage allesamt ins Badehaus 3 verlegt. Eine nette Mitarbeiterin des Bäderabteilung empfängt den Badegast im großzügigen Foyer, nimmt die Verordnung entgegen und weist den Weg zu den Badezellen. Als der Kurbetrieb noch boomte - zu Beginn des 20. Jahrhunderts - gab es 386 Badezellen. Und alle waren tagtäglich belegt! Heute sind nach Angaben der Verwaltung noch zehn Badezellen im Betrieb, eine jede wie damals mit einer Wanne aus dem Holz des australischen Moa-Baumes ausgestattet.

Zum Ablegen der Kleidung gibt es einen Stuhl sowie Wandhaken für Jacken oder Tasche und einen winzigen Spiegel (um den Vorher-nachher-Effekt im Gesicht zu überprüfen?). Ansonsten ist das Ambiente puristisch nackt. Ebenso wie der Badegast, bevor er im Adams- oder Evakostüm in der hohen Wanne bis zum Hals im angenehm warmen Wasser versinkt - und das Prickeln am eigenen Leibe spürt. Zigtausend Perlen sitzen dann tatsächlich auf der Haut, steigen bei Bewegung an die Oberfläche, um sich nach und nach aufzulösen. Die maximale Badezeit von zehn Minuten vergeht wie im Flug, das Schrillen der Zeituhr unterbricht jäh die Entspannung. Stöpsel ziehen und raus aus dem Zuber. Den Körper einschlagen in das vorgewärmte Badelaken (aus Leinen, so wie früher) und erst einmal kräftig durchatmen.

Wannenbäder gelten als Heilmittel und sollten nur nach ärztlicher Verordnung genommen werden: Mit kohlensäurehaltigem Wasser beleben sie Herz und Kreislauf; die Thermalbäder sind gut für das körperliche Wohlbefinden und das Knochensystem. Bei einer dreiwöchigen Bäderkur werden durchschnittlich neun Wannenbäder verordnet.

Ein Testbad ohne Verordnung ist bei der Kurverwaltung, Ludwigstraße 20-22 für fünf Euro erhältlich. Telefon: 06032/3440. Weitere Infos über www. badnauheim.de

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