Eishockey

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Die virtuelle Saison-Gala der Deutschen Eishockey-Liga lief mehr schlecht als recht.

Man hat ja schon völlig das Gefühl dafür verloren, welche Termine im Sport anstünden, wenn es keine Corona-Krise gäbe. Im Eishockey wäre jetzt Hochsaison mit den Runden fünf (vergangener Freitag) und sechs (gestern) des Playoff-Viertelfinales, es würde wunderbar grob zugehen. Jedoch: Der Betrieb wurde beendet, die Spieler wissen nicht, wohin mit ihrer über die Saison aufgebauten Energie.

Am Samstag, zwischen den gestrichenen Viertelfinals fünf und sechs, war aber ein bisschen Eishockey. Nachdem sie keinen Meister hatte ermitteln können, wollte die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wenigstens die nach abgeschlossener Hauptrunde zu vergebenden Auszeichnungen für die Besten auf den einzelnen Positionen nicht schuldig bleiben. Die Preisvergabe findet traditionell zwischen Pre-Playoffs und Viertelfinale statt, dieses Jahr waren die Einladungen für die „DEL Eishockey Gala 2020“ in Wolfsburg für den 14. März bereits raus – da sagte die Autostadt, die die Location gewesen wäre, von sich aus ab. Mit zwei Wochen Verspätung wurde die Gala nachgeholt – virtuell, über Instagram und die Kanäle der DEL wie den Streamingpartner Magentasport.

Draisaitl als Ehrengast

Moderator Patrick Ehelechner, früherer Nationaltorwart, hatte sich eine Krawatte umgebunden, als er von zuhause aus versuchte, die Preisträger „reinzuholen“, also eine Schalte mit Bild aufzubauen. Technisch war die Gala ein Desaster. Weil die Verbindung mit Philipp Grubauer, dem deutschen Startorwart in der NHL, zunächst nicht zustande kam, musste die Sendung unterbrochen werden. Mit Verbandspräsident Franz Reindl fand Ehelechner gar nicht zusammen, beim als Rookie des Jahres ausgezeichneten Mannheimer Tim Stützle verschwamm das Bild. Wenigstens aber bekam Ehelechner alle Preisträger irgendwie auf den Bildschirm – und als Bonus auch Leon Draisaitl, den deutschen Weltstar aus der NHL, der in Edmonton sitzt und verriet, dass er auch von Nordamerika aus die Spiele seines Jugendklubs Kölner Haie verfolgte. Kollege Grubauer erklärte, es gebe verschiedene Denkmodelle, wie man in der NHL weiterverfahren könne: „Ende Juni wieder spielen, eventuell gleich in die Playoffs gehen oder auch bis Juli, August warten.“

In der DEL gibt es kein solches Szenario, die Saison 2019/20 ist beendet. Es bleibt nur, an 20/21 zu denken. Der Blick voraus: Die Eisbären Berlin (Vierter), haben mit Marcel Noebels nicht nur den Stürmer und Spieler des Jahres in ihren Reihen, sondern künftig auch den besten Torhüter der Liga, den aus Düsseldorf kommenden Mathias Niederberger. Und Straubing (Dritter) sieht, so Tom Pokel, Trainer des Jahres, „keinen Grund, nicht noch einmal eine solche Saison zu spielen. Wir haben Kontinuität, die Spielweise ist da.“

Keine individuellen Titel gab es für den Hauptrundensieger EHC München. „Leider Gottes, die schönste Zeit ist ausgefallen“, sagt Kapitän Patrick Hager am Anfang „eines langen Sommers, wie ich ihn lange nicht hatte.“

Die Preisträger

Torwart:Mathias Niederberger (Düsseldorf). Nominiert waren außerdem: Jeff Zatkoff (Straubing), Danny Aus den Birken (München).

Verteidiger:Maury Edwards (Ingolstadt). Nominiert zudem: Simon Sezemsky (Augsburg), Mark Katic (Mannheim).

Stürmer:Marcel Noebels (Berlin). Nominiert: Jan Urbas (Bremerhaven), Borna Rendulic (Mannheim).

Trainer:Tom Pokel (Straubing). Nominiert: Don Jackson (München), Thomas Popiesch (Bremerhaven).

Rookie:Tim Stützle (Mannheim).

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