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Gefäßgymnastik in einer Fachklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen in Bad Wildungen
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Gefäßgymnastik in einer Fachklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen in Bad Wildungen

Pluspunkte für den Gesundheitssport

  • VonKatja Sturm
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Gütesiegel und Qualitätsstempel sollen Weg durch den Dschungel der Angebote weisen

FRANKFURT A. M. Vorgeprescht auf diesen Pfaden ist 1994 der Deutsche Turner-Bund (DTB). "Man wollte einerseits auf den Gesundheitssport aufmerksam machen, der damals noch nicht so bekannt war wie heute", erzählt Kai Vieting, Referent für Freizeit- und Gesundheitssport im Hessischen Turnverband (HTV), andererseits auch neue Mitglieder gewinnen. Und so entstand der Pluspunkt Gesundheit, ein Gütesiegel, mit dem der DTB und seine Landesverbände gesundheitsorientierte Angebote in ihren Vereinen auszeichnen. Die Palette reicht dabei vom Aerobic als Gesundheitssport über den Koronarsport bis hin zur Wirbelsäulengymnastik.

Um den Pluspunkt, der zwei Jahre Gültigkeit besitzt, zu erhalten und damit werben zu dürfen, müssen die Übungsleiter mehr als 200 Stunden Ausbildung hinter sich bringen, erst eine allgemeine im Bereich Fitness und Gesundheit, dann eine auf den jeweiligen Spezialbereich zugeschnittene.

Doch natürlich, so gibt Vieting zu, sind sie dann noch nicht so qualifiziert wie Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation. Auch deshalb beäugten viele Ärzte, die die Turner gerne als Partner gewonnen hätten, lange Zeit misstrauisch deren Tun. Zumal, und auch das bereitete den Initiatoren Sorgen, die Krankenkassen die Angebote lange nicht bezuschussten.

Mittlerweile, nachdem in Hessen bereits 197 Vereine mit 745 Pluspunkt-Offerten aufwarten können, hat sich die Situation jedoch verändert. Zumindest für zwei Kategorien an Angeboten, im Bereich des Herz-Kreislauf-Sports und des Muskel-Skelett-Systems, würden die meisten Kassen Unterstützung leisten, so Vieting.

Und auch die Kooperation mit der Ärzteschaft macht Fortschritte. Dank der im vergangenen Jahr gegründeten Initiative des Deutschen Sportbundes (DSB), in Kooperation mit der Bundesärztekammer ein Qualitätssiegel mit Namen "Sport pro Gesundheit" zu prägen, das besonders qualifizierte Sportangebote in Vereinen, bislang 160 an der Zahl, kennzeichnet. Die Turner, gemeinsam mit den Schwimmern Partner des Projektes, sehen das Agieren des DSB jedoch mit gemischten Gefühlen. Einerseits profitieren sie von den Werbemaßnahmen, andererseits, so Vieting, laufe ihr Pluspunkt Gefahr, "irgendwann völlig unter den Tisch gekehrt zu werden". Auch, weil auf Werbematerialien stets das Zeichen "Sport pro Gesundheit" oben, der Pluspunkt und das Siegel der Schwimmer, "Gesund und fit im Wasser", unten stehen würden.

Gundi Friedrich, beim Landessportbund Hessen (lsb h) für den Bereich Sport und Gesundheit zuständig, betont, dass das DSB-Siegel die bundesweite Dachmarke sei. Doch die Ausbildung der Übungsleiter, in die jetzt auch die Schwimmer einsteigen, läuft mit der der Turner parallel. Allerdings vermag der lsb h unter anderem stärker an der Qualitätssicherung zu arbeiten.

So gebe es stichprobenartige Besuche der Vereinsangebote, um zu schauen, wie das in der Ausbildung Erlernte umgesetzt werde. Zudem tauschen die Übungsleiter, darunter 90 Prozent Frauen, bei so genannten Qualitätszirkeln ihre Erfahrungen aus und erhalten, unabhängig von ihrer regelmäßig geforderten Weiterbildung, auch Informationen zu neuen Entwicklungen. Noch mangele es aber an flächendeckenden Angeboten, gibt Gundi Friedrich zu. Und auch sonst, so Vieting, seien die Gütesiegel und ihre teilweise Bezuschussung bislang nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Die Erfahrung hierzulande zeige, "man zahlt erst, wenn's zu spät ist".

FR vom 16.10.2002

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