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Hasan Ismaik ist Hauptanteilseigner des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München.
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Hasan Ismaik ist Hauptanteilseigner des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München.

1860 München

Plünderung!

Der jordanische Milliardär Hasan Ismaik bringt das Patriarchat zurück in den deutschen Profifußball - und verliert als Aufsichtsratsvorsitzender von 1860 München die Nerven.

Von Jan Christian Müller

Der kluge Wilhelm Busch hat einmal geschrieben: „Entrüstung ist ein erregter Zustand der Seele, der meist dann eintritt, wenn man erwischt wird.“ Just zu diesem Wochenende hin übermittelte jener selbe Mann seine hochgradige Entrüstung via Facebook, der am Dienstag bei einer Pressekonferenz in München Reporter zum kollektiven Fremdschämen eingeladen hatte. Jeder konnte da sehen: Der jordanische Milliardär Hasan Ismaik hat in seiner Funktion als Gesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballzweitligisten 1860 München das Patriarchat zurück in den deutschen Profifußball gebracht.

Der öffentliche Auftritt des 39-Jährigen erreichte auf der nach unten offenen Empathieskala eisige Werte weit unter null. Daneben hockte in sich zusammengesunken ein Vereinspräsident und schien gar nicht zu merken, wie dieser doch eigentlich unerträglich selbstgerechte Patron Ismaik sich den siechenden Klub längst zum Untertan gemacht hat.

Es hat dann dementsprechend ein paar kritische Hinweise in den regionalen Medien gegeben, auf die der Widerrede nicht gewohnte Ismaik nun nach Art des Hauses reagiert hat.

Hier eine kleine Zitatesammlung aus dem jüngsten Facebook-Eintrag:

„Mit ihrer Lügenkampagne bringen die Medien mich jeden Tag noch näher an 1860 als weg davon.“

„Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden.“

„Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug für den TSV 1860 kämpfen, um alle Machenschaften in diesem großartigen Verein aufzudecken.“

„Es gibt Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen – ich werde mit allen Mitteln dagegen vorgehen.“

„Ich bin ein Mensch, der fest daran glaubt, dass Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit am Ende siegen werden.“

„Zusammen werden wir unsere neue Löwen-Heimat gestalten und darin Fußballfeste feiern.“

Freilich: Um, umzingelt von diesen Verschwörungstheorien, Fußballfeste zu feiern, wäre indes ein Minimum an gelebter Klubkultur vonnöten. Danach fahndet man erfolglos. Auch Hasan Ismaik hat derzeit eine Fahndung ausgeschrieben: die nach einem diplomierten Fußballlehrer, der gut genug ist für diesen großen Löwen-Klub mit seinem noch viel größeren Dompteur.

Gestandene Männer wie Roberto di Matteo, Avram Grant (beide einst beim FC Chelsea in Lohn und Brot) und, hallooo, Armin Veh werden genannt. Sie sollten wissen, dass ein Großteil ihres Gehalts als Schmerzensgeld überwiesen würde. Und bitte nicht vergessen: Herz und Seele am Eingang zum Löwenstüberl unbedingt abgeben. Nur für ein paar Monate.

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