Biathlon

Pleiten statt Podestplätze

Die deutschen Biathleten leisten sich einen Fehlstart in den Weltcup-Winter.

Arnd Peiffer war fassungslos. „Das ist ein Ergebnis, mit dem wir absolut nicht zufrieden sein können, wir waren nicht konkurrenzfähig“, bekannte der Olympiasieger und Weltmeister und fügte frustriert an: „Für mich war das eine katastrophale Woche.“ Doch nicht nur Peiffer erlebte einen Weltcup-Auftakt zum Vergessen.

Anstatt der erhofften Podiumsplatzierungen gab es für die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten ohne ihre ehemalige Vorzeigeläuferin Laura Dahlmeier im schwedischen Östersund reichlich Pleiten. Vor allem die Schießleistungen waren mangelhaft. Der indiskutable achte Platz der deutschen Männerstaffel am Samstag passte ins Bild.

Der Druck vor der zweiten Station in Hochfilzen (13. bis 15. Dezember) steigt, Bundestrainer Mark Kirchner sieht die Lage aber (noch) gelassen. „Ich bin nicht aufgeregt. Wir sind sicherlich nicht zufrieden mit der Woche, aber wir hatten die letzten Jahre auch schon schwierige Einstiege“, sagte er im ZDF. Der Saison-Fehlstart werde das Team „nicht aus der Bahn werfen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns steigern werden.“

Das wird auch dringend nötig sein, um die Kritik schnell verstummen zu lassen. Auch der Rücktritt von Aushängeschild Dahlmeier könnte bei weiteren Fehlleistungen noch mehr zur Hypothek werden – auch wenn das Team von diesem Thema längst genervt ist.

Und die Gegenwart? Abgesehen von einem zweiten Platz in der Single-Mixed-Staffel durch Franziska Preuß und Erik Lesser hatten die DSV-Athleten in Östersund nicht viel zu bieten. In den Einzelrennen der Männer steht ein sechster Platz von Johannes Kühn im Sprint als einziges Top-10-Resultat. Die Routiniers Benedikt Doll (24./16.), Simon Schempp (32./53.) und Lesser (33./72.) verpassten die Spitzenplätze teils deutlich, dazu kam ein kapitaler Sturz im Einzel von Peiffer. Die Gründe waren schnell gefunden. „Im Männerbereich hat uns eindeutig das Schießen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, klagte Kirchner.

Bei den Frauen sorgten nur Preuß und Denise Herrmann im Sprint als Vierte und Sechste für Lichtblicke. Doch die Anlaufschwierigkeiten waren gerade bei Herrmann nicht zu übersehen. „Ein paar Fehlerchen zu viel und etwas zu langsam in der Loipe“, fasste die Verfolgungs-Weltmeisterin in den Sozialen Medien ihre Leistungen treffend zusammen. Mit Blick auf Hochfilzen, wo am Freitag der Sprint auf dem Programm steht, ergänzte sie: „Weiter geht‘s. Da geht noch was.“

Das hofft auch Kirchner, attestierte Herrmann und Preuß aber immerhin „ordentliche Leistungen“. Beim Rest müsse man „schauen, dass wir schnell die Lücke schließen“.

Bei der Männer-Staffel war diese Lücke riesig. Lesser, Philipp Horn, Peiffer und Doll lagen nach 4x7,5 Kilometern und vier Strafrunden gleich 3:23,1 Minuten hinter dem siegreichen Weltmeister Norwegen mit den Gebrüdern Tarjei und Johannes Thingnes Bö. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion