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Obenauf: Kathrin Hendrich lässt sich von Kapitänin Alexandra Popp nach ihrem Führungstreffer gegen Schweden hochleben.

Deutschland - Schweden

Der Plan geht auf

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Mit dem 2:1 in Schweden sind die DFB-Frauen bereits auf WM-Kurs.

Die Hotel-Residenz Klosterpforte ist längst so etwas wie eine zweite Heimat für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft geworden. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat viele neue Ansätze eingebracht haben, doch diese alte Gepflogenheit nicht geändert. Die schon von Vorgängerin Steffi Jones geschätzte Kraftquelle im ostwestfälischen Harsewinkel ist Basisquartier für eine wichtige Vorbereitungsphase der DFB-Frauen auf die WM in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli), wobei die ersten Stresstests einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen.

Der 2:1-Sieg beim WM-Teilnehmer Schweden fügte sich in das Bild vom 1:0 beim WM-Gastgeber Frankreich: Der Olympiasieger hat wieder einen klaren Plan, gefällt durch gute Organisation und beeindruckt durch große Leidenschaft. Der Weg zurück in die Weltspitze könnte kürzer sein als gedacht. „Ich bin sehr stolz. Ich freue mich, für die Entwicklung des Teams, denn das sind genau die Spiele, die wir brauchen“, sagte Voss-Tecklenburg, die nach Abpfiff des Kräftemessens vor 25 882 Zuschauer im Nationalstadion von Solna zweimal kräftig durchpustete.

Neues 3-4-3-System im Test

„Wir haben es noch unnötig schwer gemacht, aber wir müssen ja noch Themenfelder haben, an denen wir arbeiten können“, befand die 51-Jährige. Der Taktgeberin vom Niederrhein, beheimatet in Straelen, wo ihre frühere Lebenspartnerin Inka Grings gerade als Trainerin beim SV Straelen, dem Klub ihres Mannes Hermann Tecklenburg, eingestiegen ist, scheint in Windeseile ihre Energie und ihren Einsatz auf die Spielerinnen übertragen zu können.

Und mit ihrem empathischen Ansatz ist sie ohnehin vom ersten Tag an durchgedrungen, zumal sich bei ihr und ihrem Trainerteam – anders als unter Jones – wieder Fachwissen bündelt. „Wir haben defensiv gut gestanden, offensiv gute Spielzüge gezeigt, es uns am Ende aber unnötig schwer gemacht“, fasste Kapitänin Alexandra Popp an ihrem 28. Geburtstag treffend zusammen.

Das zweite Geburtstagskind, die ein Jahr jüngere Kathrin Hendrich, beschenkte sich mit dem Führungstreffer (51.), dem Linda Dallmann das 2:0 folgen ließ (65.), ehe Carolin Seger (72./Foulelfmeter) noch verkürzte. Ein Sonderlob verdiente sich dabei Edeltechnikerin und Frankreich-Legionärin Dzsenifer Marozsan, monatelang nach dem Sommer wegen einer Lungenembolie außer Gefecht, die sich in Sachen Einsatz und Laufbereitschaft zum Vorbild aufschwang.

Wegen einiger Absagen und Ausfälle kam sogar die erst 17-jährige Lena Sophie Oberdorf (SGS Essen) zum Länderspieldebüt, deren Geburtsdatum aus Datenschutzgründen nicht in der Kaderliste steht. Ein Lichtblick war in einer neuen 3-4-3-Grundordnung die erst 19-jährige Giulia Gwinn (SC Freiburg), womit Voss-Tecklenburg demonstrierte: Ganz so dünn wie bei den Männern ist die Zahl nachrückender Talente nicht. Nun gilt es, bis zum WM-Turnier die richtige Mischung zu finden. Insofern kommt dem Heimdebüt der Bundestrainerin am Dienstag (16 Uhr/live ZDF) in Paderborn gegen Vizeweltmeister Japan eine Schlüsselfunktion zu. Mit einem dritten Ausrufezeichen gegen einen hochkarätigen Gegner würde sich Deutschland automatisch in den Kreis der engeren WM-Titelanwärter katapultieren.

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