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Geht im Trikot des deutschen Meisters an den Start: Pascal Ackermann.

Deutschland-Tour

Pascal Ackermann voller Tatendrang

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Pascal Ackermann gilt als Mitfavorit für den ersten Etappensieg bei der Deutschland-Tour.

Einer der großen Favoriten war er zuletzt am Samstag in Hamburg, World-Tour-Rennen, erste Kategorie also. Zu den beachteten Fahrern zu gehören, das allein empfindet Pascal Ackermann, Team Bora-hansgrohe, 24 Jahre jung, schon als surreal, doch wundern darf ihn das nicht angesichts des Aufschwungs, den er seit seinem ersten Profi-Sieg bei der Tour de Romandie in der Schweiz Ende April genommen hat. Fünf weitere erste Plätze folgten, alle bei wichtigen Rennen, unter anderem bei den Deutschen Meisterschaften, zuvor auch noch bei der Dauphinée-Rundfahrt in Frankreich, einer Art kleiner Tour de France.

„Ich bin teils sehr, sehr überrascht, wie es für mich läuft. Ich hätte nie erwartet, dass ich in diesem Jahr mit so einem Schwung und mit so einer Form fahren würde.“ Daran dürfte sich bis zu diesem Donnerstag, dem Start der Deutschland-Tour, nicht viel geändert haben, auch wenn der Radprofi aus der Pfalz in Hamburg einen Rückschlag hinnehmen musste. Sturz gut zwei Kilometer vor dem Ziel, vorbei.

Sein Fehler sei es gewesen, gibt er zu. Ein bisschen Haut habe er verloren, Frust gesammelt, aber die Knochen „sind heile geblieben“, Die viertägige, wiederbelebte Rundfahrt durch den Westen und Südwesten der Republik ist ein wichtiger Termin für Ackermann. Er fährt ja für ein deutsches Team, er kann sich zeigen, ein Erfolg bringt viel Aufmerksamkeit.

Ackermann kommt von der Bahn, als Junior war er dort schon Weltmeister im Teamsprint. Nun fährt seine zweite Saison bei Bora sowie in der World Tour. Und ist einer der großen Favoriten für den Etappensieg am Donnerstag auf dem ersten Teilstück der Deutschland-Tour von Koblenz nach Bonn. Die Veranstalter haben ein Menü für Sprinter vorbereitet, flache, breite Zielgerade auf der Adenauerallee, 2,5 Kilometer lang. Ackermann hat alles getan für ein aus seiner Sicht gutes Ende. Er habe die gesamte Rundfahrt, rund 738 Kilometer, bereits abgefahren: „Daran sieht man, wie motiviert ich bin.“ Ackermann stehen drei von vier Mann seines Sprinterzuges zur Verfügung: Rüdiger Selig, Christoph Pfingsten und Andreas Schillinger. Sein vierter Helfer, Michael Schwarzmann, wurde zur Spanien-Rundfahrt delegiert, die am Samstag beginnt.

Auch wenn die anderen Teilstücke sehr hügelig sind, betrachtet sich Ackermann nicht als chancenlos: „Ich werde es auf jeden Fall probieren.“ Zumal er sich ohnehin auch in welligem Terrain wohlfühlt: „Eigentlich habe ich immer gesagt, ich mag mehr die härteren Sprints mit einem Berg vor dem Finale, weil da nicht so viele Sprinter auf die Zielgerade kommen, und es nicht so hektisch ist. Aber jetzt liegen mir auch die flachen Sprints.“ Die Prüfungen der Deutschland-Tour dürften ihm also entgegenkommen.

Die Verantwortlichen bei Bora sind sehr zufrieden mit Ackermanns Entwicklung: „Wenn ein junger Fahrer auf so hohem Niveau Rennen gewinnt, ist das ganz herausragend“, sagt Enrico Poitschke, sein sportlicher Leiter bei Bora. Ackermann besitze eine sehr gute Rennübersicht – „aber da können wir noch was verfeinern“.

Grundsätzlich habe Ackermann das Zeug zum Sprung in die Weltelite. Auch wenn er sich noch nicht mit den weltbesten Sprintern wie seinen deutschen Konkurrenten André Greipel und Marcel Kittel vergleichen könne – was Ackermann auch so sieht.

Als einen besonderen Coup betrachtet Ackermann seinen Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Juli im hessischen Einhausen. Da hat er die deutschen Sprintstars schon geschlagen, Greipel, Kittel und John Degenkolb hatten keine Chance gegen Ackermanns Antritt. Der Lohn dafür ist das weiße Meistertrikot. „Bei jeder Trainingsfahrt fahre ich noch mal ein bisschen schneller, sobald ich die Meisterstreifen auf dem Ärmel oder auf dem Trikot sehe. Das ist natürlich auch im Rennen so. Da werde ich ganz anders wahrgenommen“, erzählt er.

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