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Ireen Wüst läuft zu Gold.
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Ireen Wüst läuft zu Gold.

Eisschnellauf

Oranje-Festspiele im Eisoval

  • VonBenedikt Paetzholdt
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Ireen Wüst steigt nach Gold über 1500 Meter zur vierterfolgreichsten Winterolympionikin auf.

Man muss den 13 Musikern dankbar sein, die den weiten Weg aus den Niederlanden nach Südkorea auf sich genommen haben. Die Stimmung rund um das olympische Oval war doch ziemlich mau. Eisschnelllauf ist eben nicht Short Track, und nur eine Starterin aus dem Gastgeberland ohne Chance reichte nicht aus, um die blauen Sitze auch nur annähernd zu füllen. Die kleine Band, die dem Oranje-Team rund um den Globus hinterherreist, erfreute nicht nur die orangefarbenen Fangrüppchen, die für erfreuliche Farbkleckse auf den Tribünen sorgten. Auch bei allen anderen sorgte der Bläser-Trommel-Mix für Erheiterung. Insbesondere der Youtube-Megahit Gangnam-Style vom Rapper Psy, so etwas wie die Pop-Nationalhymne Südkoreas, brachte etwas Schwung in die müden Körper.

Jan van Veen, Bundestrainer der deutschen Mannschaft, war der vielleicht traurigste Niederländer an diesem Abend. Weil Gabriele Hirschbichler (12.) und Roxanne Dufter (24.) hinter den Erwartungen blieben, die ohnehin nicht allzu hoch gesteckt waren. Seine Landsleute, die sich geschickt in der Halle verteilt hatten, um ihre Läuferin dauerhaft zu beschallen, konnten zusammen mit König Willem-Alexander hingegen die Eisschnelllauf-Medaillen Nummer fünf und sechs in Südkorea bejubeln, insbesondere Ireen Wüsts Gold über 1500 Meter am Montag, ihre bereits zehnte olympische Medaille, sorgte für riesige Freude.

„Mir fehlen die Worte“

Mit fünfmal Gold, viermal Silber und einmal Bronze stieg sie zur vierterfolgreichsten Winterolympionikin auf und verdrängte auch die Berlinerin Claudia Pechstein um einen Platz nach hinten. Die Beste ihres Landes ist sie ohnehin. „Unglaublich. Mir fehlen die Worte“, sagte Wüst.  Mit einer weiteren Goldmedaille könnte sie noch Langläuferin Marit Björgen an der Spitze verdrängen. Die Norwegerin hat allerdings auch noch den einen oder anderen Start geplant.

Wüst ging im viertletzten Duell an den Start, als eine Art niederländische Vorkosterin. Marrit Leenstra, die Bronze über die 1500 Meter holte, galt eigentlich als chancenreichste Kandidatin des Landes. An diesem Abend musste man aber damit rechnen, dass vielleicht mal kein Gold um den Hals baumelt. Weltrekordlerin Heather Bergsma (USA) und die Japanerin Miho Takagi, die im letzten Duell gegeneinander liefen, galten eigentlich als favorisiert. Doch es hatte den Eindruck, dass Wüst, die ihren Aufstieg erlebte, als auch noch eine gewisse Anni Friesinger zu den Besten gehörte, ihre Gegnerinnen schockte. Denn während so ziemlich jede gegen Ende ins Trudeln geriet und die Arme früh als eine Art Zusatzruder zur Hilfe nahmen, legte die 31-Jährige gegen Ende immer mehr zu und fuhr nach 1:54,35 Minuten ins Ziel.

Tränen liefen an diesem Abend dann viele. Die bittersten bei Takagi (1:54,55), für die sich Silber wie eine Katastrophe angefühlt haben muss. Dann schluchzten so ziemlich alle, die im inneren des Ovals die bangen Minuten mit Wüst erlebten. Und als sie dann auch selbst so richtig realisiert hatte, dass es wirklich gereicht hatte zu diesem Coup, wurden auch ihre Augen feucht. Wie passend, dass man sich als niederländische Eisschnellläuferin überall auf der Welt wie bei einem Heimsieg feiern lassen kann. Den innigsten Moment genoss sie dann in der Lieblingskurve, dort wo einige Menschen standen, denen sie sich besonders zugeneigt fühlt. Einen Extratusch der Kapelle dürfte es im niederländischen Haus dann auch noch gegeben haben.

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