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USA warnt Olympioniken: Sie sollen keine eigenen Smartphones verwenden

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Von: Max Schäfer

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Mikaela Shiffrin
Skistar Mikaela Shiffrin aus den USA. © Expa/Jfk/Picture Alliance/dpa

Die USA raten ihren Sportler:innen, keine Handys bei den Olympischen Winterspielen 2022 zu benutzen – aus Sicherheitsgründen.

Peking – US-amerikanische Sportler:innen sollen bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking ihre privaten Handys zuhause lassen. Stattdessen sollen die Athlet:innen Wegwerfhandys benutzen, so die Aufforderung des Olympischen Komitees der USA. Die eigenen Smartphones könnten während der Winterspiele in China überwacht werden.

Die US-Sportler:innen müssen bei Olympia 2022 davon ausgehen, dass „jedes Gerät, jede Kommunikation, Transaktion und Online-Aktivität überwacht werden könnte“, zitiert das Wall Street Journal aus einem Bericht, der dem Team USA im Dezember 2021 zugesandt wurde. „Ihr Gerät kann mit schädlicher Software kompromittiert sein, was sich negativ auf die zukünftige Nutzung auswirken könnte“, warnen die US-Offiziellen.

Olympia 2022 – USA warnen Athlet:innen vor Überwachung in China

Nicht nur die USA warnen ihre Athlet:innen, die zu den Olympischen Winterspielen 2022 reisen, die am 4. Februar beginnen. Das Kanadische Olympische Komitee erklärte, es habe seinen Athlet:innen mitgeteilt, dass die „Olympischen Spiele eine einzigartige Gelegenheit für Cyberkriminalität darstellen“ und ihnen empfohlen, besonders gewissenhaft vorzugehen, persönliche Gegenstände zuhause zu lassen und möglichst wenig persönliche Informationen auf den Geräten zu speichern.

Vor den Olympischen Winterspielen 2022 haben auch Großbritannien und die Niederlande ihre Athlet:innen zu Vorsichtsmaßnahmen geraten. Die British Olympic Association bestätigte laut Wall Street Journal, dass es seinen Athleten Hinweise gegeben habe, damit sie ihre eigenen Entscheidungen treffen können, ob sie die Geräte mitnehmen. Sportler:innen, die ihre eigenen Handys nicht mitnehmen, sollen Leihgeräte erhalten.

Olympia: Weitere Nationen sensibilisieren Sportler:innen

Der niederländische Verband habe seinen Sportler:innen mitgeteilt, dass er Handys verteile und nach der Rückkehr vernichte, berichtet die niederländische Tageszeitung de Volkskrant. Zu der Maßnahme wollte sich der Verband jedoch nicht äußern. „Unser Hauptanliegen ist es, für unsere Athleten ein optimales Umfeld zu schaffen, damit sie unter sicheren und gesunden Bedingungen ihre bisher beste Leistung erbringen. Im Interesse der Effizienz unserer Arbeit halten wir es nicht für sinnvoll, diese zu veröffentlichen“, zitiert das Wall Street Journal John van Vliet, einen Sprecher des Verbands.

Skistar Mikaela Shiffrin aus den USA posiert bei den Olympischen Winterspielen für die Kameras.
Skistar Mikaela Shiffrin aus den USA posiert bei den Olympischen Winterspielen für die Kameras. Eigene Handys sollen die Teilnehmer:innen allerdings nicht benutzen - aus Sicherheitsgründen. (Archivfoto) © Kevin Dietsch/Imago

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) äußerte sich nicht zu den Aufforderungen der USA, dass ihre Athlet:innen keine eigenen Handys zu Olympia 2022 mitnehmen sollten. Normalerweise ist es laut Wall Street Journal nicht ungewöhnlich, dass das IOC die Teilnehmenden der Olympischen Spiele vor möglichen Cyberangriffen warnt, da das Zusammenkommen von vielen bekannten Personen an einem Ort eine gute Gelegenheit für potenzielle Angreifer:innen bietet – unabhängig vom Austragungsort.

China ist wegen der Unterdrückung von Minderheiten und der Zensur von Nachrichtenportalen und in den sozialen Medien ein Sonderfall. Auch Boykottaufrufe von Olympia 2022 stehen deshalb im Raum. Vor der Warnung an ihre Athlet:innen haben die USA und weitere westliche Länder bereits einen politischen Boykott der Spiele in China angekündigt. (ms)

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