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Olympia-Drama um Annika Schleu - Bundestrainerin bestraft

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Von: Tobias Utz

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Das „ungeheuerliche Verhalten“ der Bundestrainerin bei den Olympischen Spielen hat nun Konsequenzen.

Tokio – Der Olympia-Ritt von Annika Schleu auf „Saint Boy“ sorgte vor mehr als einem Monat für große Aufregung. Schleu lag in Tokio auf Goldkurs, doch beim Reiten kam es zum Eklat mit dem ihr zugelosten Pferd. „Saint Boy“ zeigte sich komplett verunsichert und verweigerte mehrere Sprünge über Hindernisse. Schleu brach daraufhin im Sattel in Tränen aus. Bundestrainerin Kim Raisner reagierte mit Kampfansagen, forderte „Hau mal richtig drauf“ und schlug das Pferd mit ihrer Faust. Raisner wurde später von den olympischen Spielen ausgeschlossen.

Anschließend sahen sich sowohl Schleu als auch Raisner massiven Vorwürfen ausgesetzt. Beispielsweise bezeichnete eine Expertin des Tierrechtsorganisation Peta im Interview mit der Frankfurter Rundschau den olympischen Reitsport als „Gipfel der Tierquälerei“ – und warnte vor den Folgen für Pferde. Der Tierschutzbund stellte sogar Anzeige gegen Reiterin und Trainerin. Nun reagierte der Weltverband UIPM auf das umstrittene Verhalten und bestrafte Raisner.

Olympia 2021: Drama um Annika Schleu - Strafe für Bundestrainerin glimpflich

Die Strafe für die Bundestrainerin fiel allerdings sehr glimpflich aus: Der Disziplinarausschuss wies Raisner an, ein Seminar zum richtigen Umgang mit Pferden zu besuchen. Anschließend sei eine Akkreditierung wieder möglich, hieß es in einer Mitteilung: Bei einer Wiederholung eines solchen Vorfalls müsse sie zudem mit dem Entzug ihrer Trainerinnen-Lizenz rechnen. „Das ungeheuerliche Verhalten von Frau Raisner kann nicht ungestraft bleiben“, so der Weltverband. Dennoch seien die Vorkommnisse in Tokio als „Anomalie“ in ihrem sonst „vorbildlichen Verhalten“ zu bewerten.

Annika Schleu auf „Saint Boy“ bei Olympia
Annika Schleu auf „Saint Boy“ bei Olympia 2021. © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago Images

Reiterin Annika Schleu wurde hingegen vom Vorwurf des übermäßigen Gebrauchs der Gerte und der Sporen freigesprochen. „Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt. Ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie die Sporen“, hatte sie nach dem Olympia-Wettkampf betont. (tu/dpa)

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