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Skisprung-Drama bei Olympia 2022: Althaus äußert schweren Vorwürfe – Das steckt dahinter

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Von: Nico Scheck

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Beim Mixed-Team-Wettbewerb im Skispringen bei Olympia 2022 in Peking hagelt es Disqualifikationen – auch gegen das deutsche Team. Was steckt dahinter?

Peking - Die Hoffnungen auf Medaillen waren im Vorfeld groß, das Geschrei im Nachhinein umso größer. Skispringen bei Olympia 2022, erstmals Mixed-Wettbewerb, Frauen und Männer also. Das deutsche Team galt dabei als großer Gold-Favorit, danach sah es zwischendurch auch aus. Dann das: Das deutsche Skisprung-Team wurde bei Olympia 2022 disqualifiziert. Was folgte, gleicht einem Drama in fünf Akten.

Skispringen bei Olympia 2022: Das war passiert

Skisprung-Drama, erster Akt: Für die DSV-Adler sah es bei den Olympischen Winterspielen montags eigentlich gut aus. Im Mixed-Wettbewerb lagen die Deutschen auf Medaillenkurs, vielleicht sogar Gold. Dann war Katharina Althaus an der Reihe. Noch am Samstag (05.02.2022) hatte sie im Einzel Silber geholt. Wegen eines angeblich nicht regelkonformen Anzugs wurde sie nun am Montag plötzlich disqualifiziert. Aus der Traum von der Medaille.

Von DSV-Seite hagelte es prompt Kritik. „Unfair“, schimpfte die vermeintliche Übeltäterin Althaus: „Die Fis hat heute das Damen-Skispringen zerstört. Mit so einer Aktion machen die den Sport kaputt.“ Die Fis ist der Skiweltverband, also auch die Regelmacher und -umsetzer.

Angeblich war der Anzug von Althaus zu groß. Doch an diesem Montag (07.02.2022) erwischte es nicht nur das deutsche Team. Auch die Japanerin Sara Takanashi und die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz wurden disqualifiziert, insgesamt erwischte es fünf Frauen an jenem Nachmittag in Peking.

Katharina Althaus
Skispringerin Katharina Althaus hat nach dem denkwürdigen Mixed-Wettbewerb Kritik am Weltverband Fis geäußert. © Daniel Karmann/dpa

Drama bei Mixed-Wettbewerb im Skispringen: Warum es sonst zu Disqualifikationen kommt

Skisprung-Drama, zweiter Akt: Der Vorwurf des deutschen Teams von Betrug und Messen mit zweierlei Maß war schnell rauszuhören. Disqualifikationen beim Skispringen, auch bei Olympia, gehören dazu. Die Häufung in Peking macht jedoch stutzig. Das Kämpfen und Rangeln um jeden Zentimeter bei Anzügen, Bindungen und Skiern gehört zum guten Ton, jeder noch so minimale Vorteil will gesucht und gefunden werden.

Doch es gibt natürlich seitens der Fis klare Regeln. Die Teams kennen diese Regeln. Bleibt die Frage offen, ob an diesem Montag zufällig mehreren Skisprung-Teams in der Vorbereitung ein Fehler unterlief oder ob die Kontrolleure strenger als sonst waren.

Olympia 2022: DSV und Althaus erheben schwere Vorwürfe nach Skispringen

Skisprung-Drama, dritter Akt: Für Letzteres spricht die Tatsache, dass aus allen disqualifizierten Lagern nach dem Mixed-Wettbewerb bei Olympia 2022 der gleiche Vorwurf zu vernehmen war. „Österreich und Japan sagen unisono, sie sind mit dem gleichen Equipment gesprungen wie im Einzelwettbewerb“, erklärte etwa DSV-Sportchef Horst Hüttel. Da sei noch alles okay gewesen, „und jetzt auf einmal nicht mehr. Für uns liegt schon die Vermutung nahe, dass heute anders gemessen wurde“.

Zum anderen habe Althaus zunächst noch grünes Licht erhalten, berichtete Hüttel: „Katha sagt, sie ist so lange durchgecheckt worden wie noch nie. Sie sagt: Solange, bis etwas gefunden wurde.“ Die Kontrolle habe über 20 Minuten gedauert. Eine lange Zeit.

Althaus und das Problem mit dem Männerkontrolleur

Skisprung-Drama, vierter Akt: Anders als beim Frauenspringen am Samstag war nun beim Mixed-Wettbewerb auch ein zusätzlicher Männerkontrolleur dabei: der Finne Mika Jukkara. Dieser hatte zu Saisonbeginn Sepp Gratzer als Materialchef des Verbands abgelöst.

Olympische Winterspiele

Der Medaillenspiegel zu Olympia 2022 im Überblick.

„Der neue Kontrolleur hat die Kontrollen extrem verschärft – gefühlt auch sehr verschärft für die deutschen Skispringer. Das Prozedere ist von der Fis nicht besser geworden, sondern schlechter“, erhob Bundestrainer Stefan Horngacher im Nachgang schwere Vorwürfe. Hüttel legte nach, sprach von einem „totalen Schlamassel“, von einem „Skandal“ und betonte, dass die vier größten Nationen ja nicht alle bescheuert seien. Auch Althaus schwor immer wieder: „Ich weiß, mein Anzug hat gepasst.“

Wer hat den Mixed-Wettbewerb im Skispringen bei den Winterspielen gewonnen?

Skisprung-Drama, fünfter Akt: Bei all dem Drama um die disqualifizierten Teams beim Mixed-Wettbewerb im Skispringen ging eines fast unter. Der Sieger. Mit großem Vorsprung gewann Slowenien Gold. Doch darüber sprach nach dem Drama bei Olympia keiner mehr. (nc mit dpa)

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