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Kein Friede zu Olympia 2022: Ex-DOSB-Chef Hörmann attackiert Nachfolger

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Von: Armin Gibis

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Gibt keine Ruhe: Ex-DOSB-Chef Alfons Hörmann. Foto: dpa
Gibt keine Ruhe: Ex-DOSB-Chef Alfons Hörmann. © Frank Rumpenhorst/dpa

Olympischer Frieden? Von wegen. Ex-DOSB-Chef Alfons Hörmann keilt gegen seinen Nachfolger aus. Ein Kommentar.

Peking - In letzter Zeit ist – aus gegebenem Anlass – öfter vom olympischen Frieden die Rede gewesen. Also von dieser aus antiker Zeit stammenden Übereinkunft, es in den Wochen des sportlichen Wettstreits mit kriegerischen Handlungen bleiben zu lassen. Nach Einschätzung politischer Beobachter hält sich während der Peking-Spiele sogar Kriegstreiber Wladimir Putin an den olympischen Gewaltverzicht. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Und wer hierzulande die Geschehnisse der letzten Jahre mitverfolgte, wird nicht groß davon überrascht sein, dass es – zwei Tage vor Entzündung des Olympischen Feuers – einmal mehr hohe deutsche Funktionäre sind, die sich nicht an das Friedensgebot halten.

Olympia 2022: Alfons Hörmann startet Attacke

Die im Allgäu gestartete Attacke inszenierte Alfons Hörmann, bis vor einigen Monaten noch der höchste deutsche Sportführer. Seinem in Peking weilenden Nachfolger im Amt des DOSB-Präsidenten, Thomas Weikert, machte er den geharnischten Vorwurf, er habe sich an einer Kampagne beteiligt, die letztlich zum jähen Sturz Hörmanns führte. Der Zeitpunkt für diese Offensive war natürlich gezielt gewählt. Schließlich garantiert der olympische Rahmen optimale Aufmerksamkeit. Ein sehr unfreundlicher, auch die Stimmung im deutschen Lager störender Akt also, der nicht zuletzt offenbart, wie tief verletzt Hörmann offenbar immer noch ist.

Nur: So ganz unerklärlich sind die Revanchegedanken des 61-Jährigen nicht. Denn die Umstände seines – mehr oder weniger erzwungenen – Rückzugs sind durchaus etwas irritierend. Gescheitert ist er nämlich letzten Endes an dem von anonymer Seite kolportierten Vorwurf, er habe bei den Mitarbeitern des DOSB „eine Kultur der Angst“ kreiert. Eine ziemlich ehrenrührige Behauptung, die aber durch keine öffentliche Aussage oder Beweise belegt wurde. Stattdessen kam die Studie einer unabhängigen Agentur zu dem Schluss, die Vorwürfe seien haltlos. Doch das schien niemanden zu interessieren.

Olympia 2022: Alfons Hörmann war acht Jahre im Amt

Auch die Tatsache, dass Hörmann in den acht Amtsjahren kein konkretes Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte, blieb eher unbeachtet. Als nun Weikert auf die vielzitierten „Angst“ unter den DOSB-Mitarbeitern angesprochen wurde, lautete die ausweichende Antwort: Er wisse nichts davon, „aber Unsicherheit bestand“. Schon erstaunlich, dass Weikert als DOSB-Chef sich in dieser heiklen Angelegenheit intern nicht kundig machte.

Fest stehen dürfte jedenfalls, dass der Fall Hörmann schleunigst einer gründlichen, bisher versäumten Aufarbeitung bedarf. Ansonsten besteht höchste Gefahr, dass dieses unselige Hauen und Stechen weitergeht - und es letztlich einen großen Verlierer gibt: den Sport. (Armin Gibis)

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