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Erster Doping-Fall bei Olympia: IOC will Umfeld von 15-Jähriger durchleuchten

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Von: Isabel Wetzel

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Bei Olympia sorgt ein mutmaßlicher Doping-Fall für Wirbel. Das Olympische Komitee kündigt eine Prüfung der Sperre und Startrechte der betroffenen Athletin an.

Update vom Samstag, 12.02.2022, 08.00 Uhr: Im mutmaßlichen Doping-Fall um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat sich nun das Internationale Olympische Komitee für Ermittlungen im Umfeld der 15-Jährigen ausgesprochen. Dazu seien zum Beispiel zahlreiche Trainer der Sportlerin sowie ihre Eltern zu zählen, betonte IOC-Sprecher Mark Adams in Peking.

Walijewa war im Dezember 2021 bei den russischen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Es wird üblicherweise für die Behandlung des Herzens eingesetzt. Der Fall wurde allerdings erst bei den Olympischen Winterspielen in China öffentlich.

Eiskunstläuferin Kamila Walijewa aus Russland.
Wirbel um die Medaillenvergabe im Eiskunstlauf bei Olympia 2022: Medien berichteten über einen Doping-Verdacht bei Kamila Walijewa aus Russland. © Alexander Vilf/dpa

+++ 08.55 Uhr: Das Russische Olympische Komitee (ROC) hält das Vorgehen der Sportbehörden im Dopingfall der Team-Olympiasiegerin Kamila Walijewa für nicht rechtens und will um das gewonnene Gold kämpfen. „Die Dopingkontrolle eines positiv getesteten Athleten gilt nicht für den Zeitraum der Olympischen Spiele“, hieß es in einer am Freitag (11.02.2022) in Peking verbreiteten Erklärung von ROC. Die Russen hatten Olympia-Gold vor den USA und Japan gewonnen.

Außerdem habe Walijewa nach dem positiven Test am 25. Dezember 2021 auf das verbotene Mittel Trimetazidin bei den nationalen Titelkämpfen in St. Petersburg wiederholt Dopingkontrollen bestanden - unter anderem bereits in Peking während des Teamwettbewerbs. „Alle Ergebnisse sind negativ gewesen“, bekräftigte das ROC. Der lange Zeitraum zwischen Dopingbefund und Suspendierung sei „im Zusammenhang mit dem Erhalt einer Mitteilung des Stockholmer Anti-Doping-Labors“ zu sehen.

Eiskunstläuferin Kamila Walijewa aus Russland im Training bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.
Wirbel um die Medaillenvergabe im Eiskunstlauf bei Olympia 2022: Medien berichteten über einen Doping-Verdacht bei Kamila Walijewa aus Russland. © Valery Sharifulin/Imago

Die Eiskunstläuferin darf seit einem Berufungsverfahren am 9. Februar wieder uneingeschränkt trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof prüft aktuell, ob die Aufhebung der Sperre Anfang Februar rechtmäßig war. „Das Russische Olympische Komitee ergreift umfassende Maßnahmen, um die Rechte und Interessen der Mitglieder des ROC-Teams zu schützen und die ehrlich gewonnene olympische Goldmedaille zu behalten“, hieß es in der Mitteilung des ROC.

Olympia 2022: Mutmaßlicher Doping-Fall in russischem Team – IOC prüft Startrechte

Update vom Freitag, 11.02.2022, 06.55 Uhr: Im Wirbel um einen Doping-Verdachtsfall bei Olympia 2020 hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) jetzt weitere Untersuchungen eingeleitet. Nach einem mutmaßlich positiven Doping-Test von Team-Olympiasiegerin Kamila Walijewa aus Russland geht das IOC gegen die Aufhebung der vorläufigen Sperre der Eiskunstläuferin durch die Russische Anti-Doping-Agentur vor.

Das IOC wolle vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas auch das Startrecht der 15 Jahre alten Russin im olympischen Einzel-Wettbewerb überprüfen lassen, teilte die Internationale Test-Agentur am Freitag (11.02.2022) mit.

Erster Doping-Fall bei Olympia 2022? Russisches Team im Verdacht

Erstmeldung vom Donnerstag, 10.02.2022: Peking – Eine Goldmedaille hatte Eiskunstläuferin Kamila Walijewa mit ihrem Team bei den Olympischen Winterspielen in Peking gewonnen, aber nicht erhalten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündete am Dienstag (08.02.2022), dass die Medaillenvergabe aufgrund einer „offenen Rechtsfrage“ vorerst ausfällt. Medienberichten zufolge könnte der Grund ein möglicher positiver Doping-Test im russischen Team gewesen sein. Walijewa soll demnach bereits vor den Spielen positiv auf das Mittel Trimetazidin getestet worden sein.

In einer Pressekonferenz am Donnerstag (10.02.2022) hat das IOC die Berichte über den Doping-Verdacht jetzt als „Spekulationen“ bezeichnet. „Es wäre unpassend, wenn wir ein laufendes juristisches Verfahren kommentieren würden“, sagte Mark Adams, der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees.

Doping-Vorwurf bei Olympia 2022: IOC bittet um Geduld

„Wir werden nicht alle möglichen Spekulationen kommentieren“, sagte Adams. Das sei in einem Rechtsfall nicht angemessen. Alle Dopingtests und die Entscheidung über mögliche Sanktionen habe das IOC an die Internationale Test-Agentur (Ita) und den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) übertragen. Bis zur Klärung der Angelegenheit bitten die Verantwortlichen um „Geduld und Verständnis“. Auch von den Athletinnen und Athleten, die seit dem Wettkampf am Montag (07.02.2022) auf ihre Medaillen warten.

Die Eiskunstläufer aus Russland hatten als Favoriten bei Olympia 2022 den Team-Wettbewerb vor den USA und Japan gewonnen. Russische Offizielle hatten zu Fragen über eine Verwicklung eines ihrer Athleten gesagt, man habe bisher keine offiziellen Informationen dazu erhalten.

Doping-Vorwürfe gegen Russland: Mannschaft nach Skandal 2014 gesperrt

Die russische Mannschaft nimmt bei Olympia 2022 in Peking unter dem Namen des Russischen Olympischen Komitees (ROC) teil, Flagge und Nationalhymne sind wie bei den Sommerspielen von Tokio 2021 verboten. Russische Sportlerinnen und Sportler sind allerdings nicht generell verbannt. Sie dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als „neutrale Athlet:innen“ teilnehmen. Russland war wegen des massiven Dopingskandals bei den heimischen Winterspielen 2014 in Sotschi gesperrt worden.

Olympische Winterspiele in Peking

Der Medaillenspiegel zu Olympia 2022 im Überblick.

IOC-Sprecher Adams konnte am Donnerstag nicht sagen, ob über die Medaillenvergabe noch vor dem Abschluss der Winterspiele am 20. Februar entschieden werden kann. Die damit befassten Stellen würden „sehr schnell“ arbeiten.

Ein Problem: Den Olympia-Beteiligten aus dem Ausland wird im Zuge der strengen Corona-Maßnahmen empfohlen, China spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Wettkampf zu verlassen. Daher ist offen, ob die Medaillenzeremonie noch nachgeholt werden kann. (iwe mit dpa/AFP)

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