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Kontrolleurinnen beeinflusst: DSV erhebt schwere Vorwürfe nach Skisprung-Drama

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Von: Nico Scheck

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Die disqualifizierte Skispringerin Katharina Althaus wettert gegen den Weltverband.
Die disqualifizierte Skispringerin Katharina Althaus wettert gegen den Weltverband. © Arne Dedert/dpa

Nach dem Debakel beim Mixed-Wettbewerb bei Olympia 2022 erheben die Verantwortlichen aus dem deutschen Team schwere Vorwürfe. Wurden Kontrolleurinnen beeinflusst?

Peking – Es ist bisher der Aufreger bei Olympia 2022. Seit der Disqualifikation des deutschen Teams beim Mixed-Wettbewerb im Skispringen am Montag befindet sich die Szene in Aufruhr. Insgesamt hagelte es fünf Disqualifikationen, unter anderem gegen Japan und Österreich.

Die deutsche bestrafte Athletin Katharina Althaus warf dem Weltverband Fis vor, das Damen-Skispringen „zerstört“ zu haben. Aus vielen anderen Ecken des deutschen Teams fielen die Worte „Skandal“ und „Desaster“. Und das Thema ist auch dienstags, einen Tag nach der Posse, noch längst nicht beendet. Im Zentrum der Kritik: ein Materialkontrolleur.

Olympia 2022: Hat Jukkara die Kontrolleurinnen beim Mixed-Wettbewerb beeinflusst?

Was genau war passiert? Die DSV-Adler lagen am Montag im Mixed-Wettbewerb bei den Winterspielen auf Medaillenkurs, als Althaus plötzlich disqualifiziert wurde. Der Vorwurf: Der Anzug sei nicht regelkonform. Althaus erhob im Anschluss schwere Vorwürfe gegen die Skisprung-Verantwortlichen, polterte: „Mit so einer Aktion machen die den Sport kaputt.“ Es nützte alles nichts.

Nun richtet sich die Kritik vor allem gegen den finnischen Materialkontrolleur Mika Jukkara. Er ist erst seit vergangenem Frühjahr im Amt, hatte dieses von Joseph Gratzer übernommen. Im Weltcup kümmert sich Jukkara um die Männer, bei Olympia 2022 gehörte er aber zum Team der Kontrolleure gemeinsam mit zwei Polinnen.

Winterspiele in Peking

Hier finden Sie den Medaillenspiegel zu Olympia 2022.

Der Vorwurf aus der deutschen Ecke: Jukkara soll die beiden anderen Kontrolleurinnen beeinflusst haben. „Wir vermuten schon, dass da ein Stück weit Druck aufgebaut wurde, wodurch die beiden Damen aus Polen gemeint haben, sie müssten anders agieren als bisher“, erklärte Teammanager Horst Hüttel.

Skisprung-Desaster bei den Winterspielen: Kontrolleurin schießt zurück

Prompt meldete sich eine der beiden polnischen Kontrolleurinnen, Agnieszka Baczkowska, zu Wort. „Was soll ich denn machen, wenn jemand mit einem zehn Zentimeter zu großen Anzug springt? Also bitte! Das sieht man ja schon mit bloßem Auge“, erklärte sie dem Kicker-Sportmagazin. Sie habe nicht damit gerechnet, „dass dies bei Olympia passieren kann. Ich war davon ausgegangen, dass sich die Teams vorbereiten und den Wettkampf ernst nehmen“.

Hüttel selbst forderte dienstags in der ARD eine Aufbereitung der Vorfälle bei den Winterspielen im Mixed: „Das muss die Fis beantworten. Fakt ist, sowas darf nie mehr passieren. Ich habe gestern noch ein Gespräch gehabt mit dem Sandro Pertile, den sehe ich da in der Pflicht. Und ich hoffe sehr, dass man das Ganze noch aufarbeitet. Das wird er tun, da bin ich mir sicher.“ Pertile ist der Skisprung-Renndirektor des Weltverbands Fis.

Olympia 2022: Die Regeln beim Skispringen - Gratzer attackiert Jukkara

Kritik erhielt Kontrolleur Jukkara auch von seinem Vorgänger Gratzer. „Ich habe den Eindruck, dass er von heute auf morgen alles verändern und die Kontrolltätigkeit anders anlegen will. Für mich ist er momentan nicht der richtige Mann auf dem Platz, da hat man sich wohl geirrt“, betonte der Österreicher bei der Tiroler Tageszeitung.

Klar ist: Vor jeder Saison werden laut Fis-Reglement bei jeder Athletin und jedem Athleten Körpergröße, Arm-, Bein- sowie Schrittlänge und auch das Gewicht vermessen. Darauf aufbauend muss das passende Material bei den Springen verwendet werden. Beim Olympia-Debakel in Peking waren bei den fünf disqualifizierten Springerinnen die Schrittlängen der Anzüge irregulär. Betroffen waren neben Althaus je eine japanische, eine österreichische und zwei norwegische Springerinnen betroffen. (nc/dpa)

Unterdessen kritisiert Ex-Biathlon-Star Laura Dahlmeier die Olympia-Vergabe nach Peking als ein „No-Go“.

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