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Das Podest über 200 Meter Rücken bei Olympia 2021
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Da konnten sie wieder lächeln. Die beiden Schwimmer aus den USA und Großbritannien haben Vorwürfe gegen den Gold-Gewinner erhoben.

Nach russischem Sieg im Schwimmen

Olympia 2021: US-Amerikaner vermutet Doping und unsauberes Rennen

  • VonPia Ewald
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Bei Olympia 2021 ist es zu Vermutungen über mögliche Vergehen russischer Sportler:innen gekommen. Dieses Mal war der Schauplatz das Schwimmbecken.

Tokio – Ryan Murphy konnte sich über seine Silbermedaille über 200 Meter Rücken im ersten Moment nicht wirklich freuen. Der US-Schwimmer hatte gegen Jewgeni Rylow das Nachsehen und hielt mit seinen Doping-Vermutungen kurz nach dem Rennen bei Olympia 2021 nicht hinter dem Berg. „Ich schwimme in einem Rennen, das wahrscheinlich nicht sauber ist“, sagte der Goldmedaillengewinner von 2016 in Rio und spielte damit auf seinen russischen Nachfolger an. Auf die Frage, ob das Finale fair gewesen sei, antwortete Murphy: „Ich habe etwa 15 Gedanken, 13 davon würden mir jede Menge Ärger einbringen.“

Wegen der Doping-Vergehen in den russischen Verbänden dürfen die Sportlerinnen und Sportler bekanntermaßen nicht unter der Flagge ihres Landes starten. Stattdessen kämpfen sie bei Olympia 2021 für das Russische Olympische Komitee (ROC). Nach diesen und weiteren Sanktionen trumpfen Russlands Athlet:innen aktuell wieder auf. Und das ist für einige Konkurrenten schwer zu akzeptieren.

Olympia 2021: Sperre des ROC noch bis Ende 2022

So wird bei den Siegerehrungen in diesem Jahr besonders häufig die neutrale Flagge gehisst, welche die Athlet:innen aus Russland repräsentiert. Manche finden: verdächtig häufig. Am Freitag und damit noch vor Halbzeit der Spiele knackten die Russen die Marke von 30 gewonnenen Medaillen. Das ausgegebene Minimalziel 40-mal Edelmetall dürfte locker übertroffen werden.

Aber nicht nur Murphy hat sich im Zuge der Schwimmwettbewerbe zu seinem Doping-Verdacht geäußert. Auch der britische Bronzemedaillengewinner Luke Greenbank tat seine Meinung kund. „Als Sportler ist es natürlich frustrierend, wenn man weiß, dass es ein staatlich gefördertes Dopingprogramm gibt, und das Gefühl hat, dass vielleicht mehr dagegen getan werden könnte“, sagte er.

Olympia 2021: ROC will von Vorwürfen nichts wissen

Offiziell gibt es dieses staatlich geförderte Dopingsystem, mit dem die Welt bei Russlands olympischem Goldregen in Sotschi 2014 dreist hinters Licht geführt wurde, ja nicht mehr. Der Sumpf wurde nach den skandalösen Enthüllungen der Whistleblower Julia Stepanowa, Witali Stepanow und Grigori Rodtschenkow schrittweise trocken(er) gelegt, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sperrte das russische nationale Komitee ROC für vier Jahre. Eine Entscheidung, die vom Internationalen Sportgerichtshof CAS halbiert wurde und nur noch bis Dezember 2022 gilt.

Das ROC nahm die Attacken zur Kenntnis und konterte mit einem sarkastischen Statement, in dem jedes Wort genüsslich gewählt wurde. „Wie zermürbend unsere Siege für einige unserer Kollegen doch sind. Ja, wir sind hier, bei den Olympischen Spielen. Wir haben jedes Recht. Ob es jemandem gefällt oder nicht. Man muss auch mal verlieren können. Aber nicht jeder weiß, wie das geht“, teilte das ROC bei Twitter mit. Und weiter: „Die kaputte Schallplatte spielt wieder einmal das Lied über das russische Doping, und jemand drückt fleißig auf den Knopf der englischsprachigen Propaganda.“

Olympia 2021: Kreml verteidigt Sportler gegen Doping-Vorwürfe

Dimitri Peskow, als Kreml-Sprecher das Sprachrohr von Staatspräsident Wladimir Putin, sagte lapidar: „Unsere Jungs sollten Medaillen bekommen - vorzugsweise goldene - und sich nicht um all das kümmern. Medaillengewinner sind über jede Kritik erhaben.“

Die International Testing Agency, die bei den Spielen die Hoheit über die Dopingproben besitzt, gab am Freitag bekannt, dass das ROC-Team an Platz vier der meistgetesteten Delegationen liegt. Der Generalverdacht, unter welchem die Sportlerinnen und Sportler aus Russland oft stehen, wird trotz allem nur schwer aufzulösen sein. (Pia Ewald mit sid)

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