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Als das Ergebnis feststand, ging die US-Amerikanerin Simone Biles direkt zum russischen Turnerinnen-Team, um ihren Konkurrentinnen zu gratulieren.
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Als das Ergebnis feststand, ging die US-Amerikanerin Simone Biles direkt zum russischen Turnerinnen-Team, um ihren Konkurrentinnen zu gratulieren.

Olympische Spiele

„Verunreinigtes“ Olympia 2021 – Schockierende Kampagne aus Russland

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Staatsmedien in Russland führen eine Medienkampagne im Rahmen von Olympia 2021. Grund sind Schwarze Athlet:innen und LGBTQ-Sportler:innen in Tokio.

Moskau – Eine selbst für russische Verhältnisse schockierende Medienkampagne sorgt gerade weltweit für Aufsehen. Denn das russische Staatsfernsehen übertritt laut Daily Beast bei der Berichterstattung über Olympia 2021 regelmäßig die Grenze und greift vor allem Schwarze Sportler:innen sowie die LGBTQ-Gemeinschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio an. Das russische Staatsfernsehen bezeichnet die Spiele laut Daily Beast als verunreinigt, entehrt und ausgeschweift.

Das letzte Ziel der russischen Medienkampagne ist Star-Turnerin Simone Biles aus den USA. Die Sportlerin hatte am Dienstag (27.07.2021) nach nur einem Gerät, dem Sprung, den Mannschaftswettbewerb abgebrochen – Grund laut des amerikanischen Turnverbands: mentale Probleme. „Laut ihres Passes ist sie eine Frau. Was sie getan hat, um so auszusehen, weiß nur Gott“ sagte Olga Skabeeva in der angeblich vom Kreml finanzierten TV-Show 60 Minutes über Simone Biles, wie Daily Beast berichtet.

Olympia 2021: Russische Staatsmedien greifen Sportler:innen an

Doch damit noch nicht genug, denn Skabeeva geht noch weiter: „Sie hat angeblich Herzprobleme, also schluckt sie sicher Meldonium und alles mögliche andere Zeug. Schauen Sie sich unsere Turnerinnen an, sie haben ein Drittel des Umfangs und sehen wirklich aus wie Mädchen! Sie sehen außerdem aus wie Menschen, aber Simone sieht wie der Teufel was aus“, wird die Moderatorin in der Daily Beast zitiert. Meldonium ist ein in Deutschland verbotenes Arzneimittel, dass zurzeit in Lettland produziert und als Medikament in den baltischen Staaten sowie Russland vertrieben wird.

Die Moderatorin Olga Skabeeva ist dieselbe Frau, die bereits vorher vermutete, dass der Tropensturm, der auf Japan zukam, „Gotts Strafe“ dafür sei, dass die Verantwortlichen von Olympia 2021 Menschen der LGBTQ-Gemeinschaft bei den Spielen zugelassen haben. Skabeeva ist damit aber nicht alleine. Eine ganze Gruppe von Kremlanhänger:innen betreibt laut Daily Beast bereits seit Wochen eine Kampagne gegen Schwarze Athlet:innen und Sportler:innen der LGBTQ-Gemeinschaft.

Kreml-Anhängerinnen ätzen gegen Olympia 2021

„Historisch gesehen war Sport in den USA und Europa ein Zeitvertreib für weiße Männer, denn warum sollte ein N*** im Ring rumspringen statt Baumwolle zu pflücken“, wird Alexei Naumov aus dem russischen Büro für internationale Beziehungen vom Daily Beast zitiert. Er hatte diese despektierlichen Worte offenbar in der vergangenen Woche in der Show 60 Minutes gesagt. Viele weitere Kreml-Anhänger:innen äußerten sich ähnlich zu Olympia 2021.

Unter all das mischt sich dann auch noch die Kritik an den USA. Diskussionsteilnehmer Spiridon Kilinkarov findet Worte, die für eine Attacke des russichen Staatsfernsehens nicht unüblich sind: „Die amerikanische Demokratie ist, wo Homosexuelle durch die Straßen laufen und eine Minderheit der Mehrheit ihre Regeln aufzwingen will. Das ist Propaganda von Homosexualität“, sagte er laut Daily Beast. Der Moderator Evgeny Popov fasst die angebliche Message von Olympia 2021 dann so zusammen: „Sei schwul und du kannst auch ein Sieger sein“, zitiert die Daily Beast – und all das im russischen Staatsfernsehen. (msb)

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