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Nyjah Huston bei den Olympischen Spielen in Tokio.
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US-Profi Nyjah Huston gilt vielen als Favorit bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

Olympia 2021

Skateboarding und Olympia: Fluch oder Segen?

  • Joshua Schößler
    VonJoshua Schößler
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Nicht alle Skater:innen sind zufrieden damit, dass Skateboarding eine Disziplin bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio ist. Aber warum?

Tokio - Über die Entscheidung des IOC, Skateboarding zu einer Disziplin bei den Olympischen Spielen 2021 zu machen, spalten sich unter Skater:innen die Geister. Grob lassen sich hier zwei Fronten einteilen: Die einen befürworten es, da Skateboarding hierdurch populärer werde und mehr Geld in den Sport bringe.

Olympia 2021 in Tokio: Skateboarding ist als olympische Disziplin umstritten

Die andere Seite kritisiert mit den selben Argumenten: Skateboarding verliere durch zunehmende Popularität seinen Status als Gegenkultur und das viele Geld würde Skateboarding zu einem schnöden Kommerzsport verkommen lassen: „Skateboarding sollte niemals Teil von Olympia sein. Scheiß auf Olympia“, sagt US-Profi Peter Ramondetta.

Ein großes Problem ist, dass Skateboarding, das wie kaum eine andere Sportart für individuelle Freiheit steht, sich ungern in das enge Regelkorsett des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) pressen lassen will. Das fängt schon mal damit an, dass Skater:innen sich nicht vorschreiben lassen wollen, welche Klamotten sie tragen. Kleidung ist genauso ein essentieller Teil des Skatens, wie die Tricks selbst. Für Olympia gilt allerdings eine strenge Kleidervorschrift.

Olympia 2021 in Tokio: Strenge Kleidervorschrift beim olympischen Skaten stößt vielen sauer auf

Ein weiteres Problem beim olympischen Skaten ist das Verbot von Cannabiskonsum. Beim Skaten einen Joint zu rauchen, gehört für einen nicht unerheblichen Anteil aller Rollbrettfahrer:innen schlichtweg dazu. Daher kann ein Großteil aller Skater:innen von Weltrang an Olympia überhaupt nicht teilnehmen. Daher ist fraglich, wie repräsentativ die olympischen Medaillen überhaupt sind: „Die Uniformen werden sicherlich komisch aussehen und ich weiß nicht, wer überhaupt den Drogentest bestehen wird“, sagt US-Profi Aaron „Jaws“ Homoki.

Der Status von Skateboarding als Gegenkultur ist vielen Skater:innen sehr wichtig. So betrachten viele Nicht-Skater:innen diesen Sport noch immer als Vandalismus und Lärmbelästigung im öffentlichen Raum. Securities werden eingesetzt, um Skater:innen zu vertreiben, an vielen Sitzbänken und Stufen lassen sich sogenannte „Skatestoppers“ finden: kleine Metallpins, die Skater:innen daran hindern sollen, dort ihre Tricks zu machen. Aus dieser Ablehnung heraus hat sich eine hermetische Szene mit ihren eigenen Codes entwickelt, der olympisches Skaten suspekt ist.

Olympia 2021 in Tokio: Viele Skater wegen Drogentest von Olympia ausgeschlossen

Wer bei Olympia 2021 in Tokio gewinnen wird, wo Skateboarding zu den neuen Sportarten zählt, ist wohl zumindest in der Disziplin Street bei den Herren kein großes Geheimnis. Der US-Amerikaner Nyjah Huston, derzeit bestverdienender Skateboarder weltweit, hat in den vergangenen elf Jahren bei beinahe jedem größeren Contest mindestens den dritten Platz belegt. Als sein größter Konkurrent gilt der Japaner Yuto Horigome, der Nyjah zuletzt in einigen Contests schlagen konnte.

Viele heben jedoch hervor, dass olympisches Skateboarding insbesondere den Frauen zugutekommt. Skateboarding war lange Zeit eine deutlich von Männern dominierte Sportart. Bei den Olympischen Spielen bekommen diese nun eine große Bühne, die international ausgestrahlt wird und viele weibliche Personen dazu motivieren könnte, selbst auf ein Brett zu steigen.

Olympia 2021 in Tokio: Insbesondere Frauen profitieren von olympischem Skaten

„Als ich vor 20 Jahren mit dem Skaten begann, haben mich viele Leute angeschaut und gesagt ‚Skaten? Das ist nichts für Frauen. Aber es ist verrückt, wie das Niveau von weiblichen Skatern seit dem gestiegen ist“, sagt die Brasilianerin Leticia Bufoni, eine der Favoritinnen für die Street-Disziplin der Frauen. Für Deutschland fährt in der Disziplin Park übrigens die 14-jährige Lilly Stoephasius.

Einige Profiskater:innen sehen das olympische Skaten allerdings auch entspannt. US-Profi Louis Lopez sagt: „Skateboarding wird doch immer größer und das ist der allgemeine Trend. Es wird eben Olympia-Skater geben und es wird immer noch die Jungs auf den Straßen geben, die tun, was sie immer schon getan haben.“ (Joshua Schößler)

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