Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Tsurigasaki-Surfstrand in Japan.
+
Die spät gemeldete Corona-Infektion eines Star-Surfers bei Olympia 2021 sorgt für Unmut.

Ärger bei den Surfern

Olympia 2021: „Egoistisch“ – Streit unter Surfern wegen Corona-Infektion

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
    schließen

Die Olympischen Spiele 2021 stehen eigentlich für Freundschaft, Fairness und Respekt. Doch bei den Surfern gibt es wegen einer Corona-Infektion Ärger.

Tokio – Corona-Ärger bei Olympia 2021: Angelo Bonomelli, ein 30 Jahre alter italienischer Surfer, der um Haaresbreite die Olympischen Spiele verpasst hat, ist wütend auf den portugiesischen Star-Surfer Federico Morais. Wegen seines Verhaltens sei es für ihn nicht möglich gewesen, bei der Sportveranstaltung teilzunehmen.

Federico Morais hatte am Freitag (23.07.2021) auf Instagram bekannt gegeben, dass er positiv auf das Coronavirus getestet sei und daher nicht nach Japan reisen könne. „Dies ist wahrscheinlich das traurigste Video, das ich jemals posten musste. Im Jahr 2019 habe ich mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert, die wegen Covid-19 verschoben wurden“, so der 29-Jährige. „Und jetzt, wegen des Virus, werde ich nicht in der Lage sein, zu konkurrieren oder mein Land zu vertreten.“ Er sei vorsichtig gewesen und seit über einem Monat geimpft, „aber ich habe mich am Ende mit dem Virus angesteckt“.

Olympia 2021: Spät gemeldete Corona-Infektion „egoistisch“

Sein italienischer Surfkollege warf ihm vor, bis zur letzten Minute darauf gewartet zu haben, die Corona-Infektion bekannt zu geben. Hätte er seine Ansteckung früher öffentlich gemacht, sei es möglich gewesen, ihn als Ersatz zu nominieren. Bonomelli nannte die Verhaltensweise von Morais „egoistisch“. „Ich finde es einfach nicht fair, dass mir diese einmalige Chance entgeht“, sagte Bonomelli laut der Nachrichtenagentur AP. Portugals Olympisches Komitee hätte die Infektion früher bekannt geben sollen.

Federico Morais ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. In einer Mail an AP teilte er mit, dass er an die Chance geglaubt habe, einen negativen Test zu bekommen, nachdem bei ihm vor Wochen ein positives Testergebnis festgestellt wurde. Zudem sei er 10 Tage in Quarantäne gewesen und hatte nach eigener Aussage keine Symptome.

Corona-Infektion vor Olympia 2021: Surfer Morais verteidigt sich

„Ich habe zwei Jahre lang gearbeitet, um mir meinen Platz zu verdienen“, verteidigte Morais sich und fügte hinzu: „Ich habe bis zur letzten Minute alles versucht.“ Es sei ein Kampf gegen die Zeit gewesen. „Und als ich begriffen habe, dass ich keine Chance mehr habe, bin ich ausgestiegen“, so der portugiesische Surfer.

Nach Morais Bekanntgabe, Corona-positiv zu sein, wurde er tags darauf offiziell von den Olympischen Spielen in Tokio zurückgezogen – weniger als 24 Stunden vor dem Ablauf der Frist, um einen Ersatzteilnehmer zu nominieren.

Ersatz-Surfer verpassen Einsatz bei Olympia 2021

Verantwortliche hatten im Anschluss dem italienischen Surfteam angeboten, welches auf dem ersten Platz der Nachrückerliste steht, einen Ersatzsurfer nach Tokio zu schicken. Die Italiener lehnten das Angebot allerdings aufgrund der pandemiebedingt schwierigen Reiselogistik ab. Costa-Rica dagegen, dass auf Ersatzplatz zwei steht, stimmte zu.

Der costa-ricanische Surfer Carlos Munoz ergriff nach dem Angebot die Chance und machte sich auf den Weg nach Japan. Jedoch konnte er das Rennen gegen die Zeit nicht gewinnen und verpasste den Surfwettbewerb am Sonntag (25.07.2021), den der Brasilianer Italo Ferreira gewann. „Das war herzzerreißend, als Mensch und als Sportler“, so Munoz.

Angelo Bonomelli hätte sich von seinem eigenen Team eine bessere Vorbereitung auf die Situation gewünscht. „Es ist unglaublich wie ungerecht das ist“, sagte der Italiener.

Ein Mitarbeiter desinfiziert eine Tischtennisplatte im Tokyo Metropolitan Gymnasium: Während der Olympischen Spiele in Japan gelten strenge Corona-Regeln.

Strikte Corona-Regeln während Olympia 2021 in Japan

Die japanische Regierung hat wegen der Corona-Pandemie bei den Olympischen Spielen konsequent strenge Regeln aufgestellt. Zuschauer:innen sind bis auf wenige Ausnahmen nicht erlaubt, dazu gibt es für alle Beteiligten an dem Sportevent zahlreiche Corona-Tests und wenige Freiheiten. Stefan Kuntz, Trainer der deutschen Fußballer, kritisierte die strikten Regelungen scharf. „Wir haben die Menschen hier sehr freundlich kennengelernt. Ansonsten war von dem olympischen Gefühl aus meiner Sicht überhaupt nichts vorhanden, außer bei den zwei Besuchen im olympischen Dorf“, sagte Kuntz.

„Wir waren kaserniert, eingesperrt, durften nicht auf die Straße gehen. Wir durften nur nach langem Hin und Her einen Balkon mal öffnen lassen. Da muss ich sagen: Da hätte ich gern mehr olympisches Flair gehabt“, fügte Kuntz hinzu. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg am Mittwoch (28.07.2021) auf 169. Insgesamt infizierten sich bislang 17 Sportler:innen. (Tim Vincent Dicke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare