Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Max Rendschmidt, Tom Liebscher, Ronald Rauhe and Max Lemke (von links nach rechts) bei der EM in Posen.
+
Max Rendschmidt, Tom Liebscher, Ronald Rauhe and Max Lemke (von links nach rechts) bei der EM in Posen.

Olympia 2021

Trotz Boots-Unfall: Deutscher Kajak-Vierer bleibt „ganz klar weiter auf Goldkurs“

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
    schließen

Das extrem seltene Kajak der deutschen K4-Crew erleidet kurz vor den Olympischen Sommerspielen 2021 einen Totalschaden. Ziel bleibt dennoch die Goldmedaille.

+++ Update, 15.07 Uhr: Das Entsetzen war groß. Einen kurzen Moment hatte ein Gabelstapelfahrer nicht aufgepasst und schon war das deutsche Paradeboot des Deutschen Kanuverbandes nur noch Schrott. „Zuerst war das ein Schock“, sagte Routinier Ronald Rauhe auf Anfrage der FR. „Aber glücklicherweise haben wir direkt ein Flugzeug gefunden, das unser anderes Boot rechtzeitig nach Japan bringt. Das Boot ist ja 12 Meter lang. Nicht jedes Flugzeug kann das transportieren.“

Hier zahlt sich aus, dass die Crew des Männer-Vierers um Rauhe, Max Rendschmidt, Tom Liebscher und Max Lemke mittlerweile auch auf solch extreme Situationen vorbereitet ist. „Wir handhaben es immer so, dass es ein identisches Boot für den Notfall gibt“, so Rauhe. „Und die beiden Boote sind wirklich identisch. Ich habe da jetzt nicht mehr so viele Bauchschmerzen.“

Olmpia 2021: Zielsetzung für Kayak-Vierer bleibt die Goldmedaille

Tatsächlich glaubt Rauhe weiterhin an einen Erfolg bei den Olympischen Spielen in Tokio. An der Zielsetzung habe sich nichts geändert“ sagt der 39-Jährige: „Wir bleiben in der Favoritenrolle, das haben wir uns in den vergangenen Jahren erarbeitet. Als Weltmeister haben wir den Druck, den wollen wir aber auch. Wir bleiben weiter ganz klar auf Goldkurs.“

Der K4 reist am 25. Juli nach Tokio. Nach einer dreitägigen Vorbereitung in Tokushima reisen die Athleten am 31. Juli zu den Wettkampfstätten nach Tokio. Am 6. August kämpft der K4 dann über 500 Meter um Gold.

Das beschädigte Viererkajak von den Kanuten Rendschmidt, Rauhe, Liebscher und Lemke aus Deutschland.

„Supergau“: Viererkajak des deutschen Teams erleidet Totalschaden

Erstmeldung vom 22.07.2021: Tokio - Schlimmer hätte es für das deutsche Kajak-Team kaum kommen können. Der Viererkajak mit Max Lemke, Tom Liebscher, Ronald Rauhe, Max Rendschmidt geht als Topfavorit in die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio, die Vorfreude war bei den Sportlern schon groß. Doch kurz vor ihrer Anreise ereilte sie eine schlimme Nachricht. Ihr Paradeboot wurde auf dem Weg nach Tokio zerstört. Schlimmer noch: Dieses aus Carbon gefertigte Kajak gibt es auf der ganzen Welt nur zwei Mal. Das zweite Boot ist nun auf die Reise gegangen – mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Wie Routinier Roland Rauhe auf seinem Instragram-Kanal berichtet, sei es zum „Supergau“ gekommen. „Ein Gabelstapler ist beim Verladen ins Boot gekracht, ein Totalschaden“, sagte er nach dem Crash des Hightech-Bootes in Luxemburg. Die Gabelzinken haben das aus Carbon gefertigte Kajak getroffen und demoliert. „Der Trainer und wir waren erst einmal ziemlich aufgelöst“, sagte Liebscher. Doch jammern hilft nicht, das Boot, das die K4-Crew in Duisburg zur Vorbereitung genutzt hatte, musste nun schnellstmöglich sicher verpackt werden und nach Tokio transportiert werden.

Olympia 2021: Ersatzkajak muss nach Tokio gebracht werden

In seiner Instragram-Story nimmt Roland Rauhe seine Fans mit, während das Team ihr Paradeboot sicher verpackt, damit diesmal nichts schiefgeht. „Um sicherzugehen, haben wir es extra in eine Holzkiste verpackt“, erklärt auch Liebscher. Zwar hätten sie ein Ersatzboot in Tokio, dieses sei jedoch nur ein Prototyp, erklärt Rauhe. Deshalb muss das Trainingsboot so schnell wie möglich nach Tokio, mit dem es aber ein Problem gibt: „Es ist nicht pink“, betont Rauhe.

Die pinken Boote sind der ganze Stolz der deutschen Kanuten. Bei den ersten Olympischen Spielen nach der Wiedervereinigung – 1992 in Barcelona – sollte das leuchtende Pink die Boote auf den Zielfotos etwas länger wirken lassen. Der optische Vorteil funktionierte bei der TV-Technik der 90er Jahre durch leichte Unschärfen tatsächlich. Denn die hellen Boote erzeugten im Bild damals oft einen kleinen Umriss in der Art eines Heiligenscheins. Mittlerweile ist der Vorteil im Zeitalter von HD und UHD nicht mehr gegeben. Dennoch symbolisiert die Farbe Pink Teamgeist und Stärke. Und es erinnere an den ersten Auftritt des wiedervereinigten Kanu-Teams aus Ost und West.

Olympia 2021: „Gleichwertiges Boot“ – Kein Nachteil für deutschen Viererkajak

Das Ersatzboot ist bereits am Donnerstag (22.07.2021) auf Reisen gegangen, über den Frachtflughafen Luxemburg geht es dann in Richtung Tokio, wo es hoffentlich rechtzeitig ankommt. „Der Vierer hat das Olympia-Design und war hier das Trainingsboot. Es ist ein gleichwertiges Boot“, sagte Kanu-Projektleiter Dirk Böhme vom Bootsbauer FES. Es entsteht durch das Ersatzboot also kein Nachteil für die große deutsche Medaillenhoffnung. (msb mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare