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Der israelische Judoka Tohar Butbul (weiß) kämpft gegen Georgios Azoidis aus Griechenland.
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Der israelische Judoka Tohar Butbul (weiß) kämpft gegen einen Kontrahenten aus Griechenland. Weil ein algerischer Judoka den Kamp gegen Butbul bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio verweigerte, wurde er durch den IJF suspendiert.

Olympische Spiele

Olympia 2021: Weiterer Judoka verzichtet in Tokio auf Kampf gegen Israeli

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Nach einem algerischen Judoka tritt jetzt auch ein Sportler aus dem Sudan nicht gegen einen israelischen Kontrahenten an.

Update vom 26.07.2021, 10:36 Uhr: Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat erneut ein Judoka auf seinen Kampf gegen einen israelischen Kontrahenten verzichtet. Der Sudanese Mohamed Abdalrasool trat offiziellen Angaben zufolge am Montag nicht zu seinem Zweitrunden-Kampf gegen den Israeli Tohar Butbul in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm an. Ein Grund für den Rückzug des 28-Jährigen wurde zunächst nicht genannt.

Abdalrasool hätte in der ersten Runde gegen den Algerier Fethi Nourine kämpfen sollen. Dieser verzichtete jedoch auf eine Teilnahme an den Spielen, um einem möglichen Zweitrunden-Duell mit Butbul aus dem Weg zu gehen. Der Judo-Weltverband suspendierte den Sportler daraufhin vorläufig und nahm weitere Ermittlungen auf. Der 30-Jährige und sein Trainer hatten ihren Verzicht in algerischen Medien damit begründet, nicht gegen einen Israeli kämpfen zu wollen.

Die Olympischen Spiele in Tokio sind in vollem Gange. Alle Teilnehmer, der Zeitplan und sämtliche Termine zu Olympia 2021 im Überblick.

Kampf verweigert: Judoka sorgt für Eklat

Erstmeldung vom 24.07.2021: Tokio ‒ Der algerische Judoka Fethi Nourine hat bei Olympia 2021 in Tokio für einen Skandal gesorgt. Der 30-jährige Sportler zog seine Teilnahme in der Klasse bis 73 kg zurück, um im Falle eines Auftaktsieges nicht in der zweiten Runde gegen den Israeli Tohar Butbul antreten zu müssen. Nourine hatte mit seinem Trainer am Donnerstagabend (22.07.2021) gegenüber algerischen Medien mitgeteilt und mit ihrer politischen Unterstützung für Palästina begründet. „Wir haben viel gearbeitet, um die Olympischen Spiele zu erreichen, (...) aber die palästinensische Sache ist größer als all das“, sagte er. Hintergrund der Aussagen dürfte der Nahostkonflikt sein.

Der Judo-Weltverband (IJF) suspendierte daraufhin den Judoka und seinen Trainer Amar Benikhlef vorläufig und leitete weitere Ermittlungen ein. Eine unabhängige Disziplinarkommission solle dann über die Folgen entscheiden. Nourine wäre am Montag (26.07.2021) in der ersten Runde der Klasse bis 73 Kilogramm gegen den Sudanesen Mohamed Abdalrasool angetreten.

Empörung bei Olympia 2021: Algerischer Judoka verweigert Kampf gegen Israeli

Das Olympische Komitee Algeriens teilte im Anschluss an die Vorkommnisse mit, dass dem Judoka und seinem Trainer umgehend die Akkreditierung für die Spiele entzogen werde. Bereits bei der WM 2019 hatte sich Nourine geweigert, gegen Butbul anzutreten. Der Weltverband erklärte, die Aussagen von Nourine und seinem Coach stünden „in totalem Gegensatz zur Philosophie“ des Judo-Verbandes. Judo basiere auf Solidarität, Respekt und Freundschaft, jede Form der Diskriminierung könne daher nicht toleriert werden.

Eklat bei Olympia 2021: Ursache wohl Eskalation im Nahostkonflikt

Im Mai war der gewalttätige militärische Konflikt zischen Israel und den Palästinensern im Gaza-Streifen zuletzt eskaliert. Die heftigen Kämpfe waren die schwerste Eskalation seit Jahren im andauernden Nahostkonflikt. Die Hamas feuerte Tausende Raketen auf israelische Ortschaften und Israel antwortete mit gezielten Angriffen auf militärische Ziele im dicht besiedelten Gaza-Streifen. Zwischenzeitlich herrscht eine Waffenruhe.

Kampf gegen Israeli bei Olympischen Spielen 2021 verweigert: Keine Seltenheit im Judo

Solche Fälle politischer Statements im Zuge des Nahostkonflikts sind im Judo keine Seltenheit. Die IJF hatte den Iran im April wegen einer identischen Aktion für vier Jahre gesperrt. Bei der WM vor zwei Jahren wurde der damalige Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband durch Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gezwungen, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen Sagi Muki aus Israel antreten zu müssen.

Mollaei suchte nach dem Vorfall erst Asyl in Deutschland und trat international unter der Flagge des Flüchtlingsteams an. Im Dezember 2019 wurde er in der Mongolei eingebürgert, für die Mollaei in Tokio in der Klasse bis 81 kg auf der Matte steht. (iwe mit Agenturen)

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