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Experte für die Nutzung von Tribünendächern: Jürgen Klopp.
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Experte für die Nutzung von Tribünendächern: Jürgen Klopp.

Borussia Dortmund

Die Null wegdiskutiert

Verhängnisvolle Schwächen vor des Gegners und dem eigenen Tor sorgen für Tristesse in Dortmund. Aber noch ist alles drin für den amtierenden deutschen Fußball-Meister - wenn sie in drei Wochen gegen die Griechen gewinnen.

Von Jörg Winterfeldt

Die ganze Wut droht sich ausgerechnet gegen den armen FC Augsburg zu entladen. Der Aufsteiger aus Bayern, der sich mit bescheidenen Mitteln am Klassenerhalt versucht, hat als einziger der deutschen Eliteliga noch keinen Sieg geschafft. Und die Dortmunder sind zuversichtlich, in dem Heimspiel morgen mit ungebrochener Spielfreude die große Schmach aus der Champions League vergessen zu lassen.

Nach dem 0:3 (0:1) bei Olympique Marseille sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in seinem grauen Europapokalpflichtanzug zwar: „Das ist heute mal ein richtiger Scheißabend.“ Aber trotz aller Frustration über die Erkenntnis, dass seine junge Meistermannschaft der Vorsaison sich noch als zu grün erwies für die große Bühne des europäischen Fußballs, propagierte auch Klopp jenen Kampfeswillen, den er seinem Team so nachdrücklich eingeimpft hatte, dass er in Marseille nicht vorzeitig versiegte, nicht einmal in aussichtslosem Rückstand. Die Borussia verfügt über taktischen Verstand und spielerisches Geschick, um durchaus mitzuhalten mit den Großen. Allein, es fehlen ein zuverlässiger Vollstrecker der Großchancen vor des Gegners Tor, die Konzentration, in der Defensive 90 Minuten fehlerfrei zu verteidigen, und Nuri Sahin. Der stabilisierte die Hintermannschaft in der Meistersaison entscheidend, wurde an Real Madrid verhökert, aber nicht angemessen ersetzt. „Wir sind nicht willens“, krächzte Klopp widerspenstig, „diese Niederlage mitzuschleppen.“

Er durfte sich bestärkt fühlen durch die Reaktionen seiner Spieler. Obwohl die an der Côte d’Azur eine der härtesten denkbaren Lektionen erteilt bekamen, verflüchtigte sich bei den Borussen nicht mal der Humor. Als Nationalverteidiger Mats Hummels nach der Partie, in der er sich die Schuld am 0:2 zuschreiben musste, nach dem Lob von Marseilles Trainer Didier Deschamps gefragt wurde, er gehöre zu den Top-Verteidigern Europas, konterte Hummels treffsicherer als mit den Kollegen auf dem Feld: „Da hab’ ich ihm heute gezeigt, dass ich da noch ein bisschen dran arbeiten muss.“

Wenn das Selbstvertrauen der Dortmunder trotz der eindeutig anmutenden Pleite keinen Knacks bekommen hat, liegt es an der Analyse der Zahlen ? Tore ausgeklammert. 11:4 Eckbälle, 53 Prozent Ballbesitz, 16:8 Torschüsse. „Es war die Geschichte dieser Saison in ein Spiel gepackt: Wir führen in jeder Statistik, nur nicht beim Ergebnis“, klagte Klopp.

Gleichwohl nährte die mangelhafte Chancenverwertung Zweifel an der Dortmunder Haltung, im Sturmzentrum optimal aufgestellt zu sein. Klubchef Hans-Joachim Watzke rechnet zum Beweis gern mal die Torerfolge von Lucas Barrios und seinem Ersatz Robert Lewandowski zusammen, als ließe sich die Null, die in Marseille stand, so wegdiskutieren, oder die mageren neun Tore in sieben Ligaspielen, in denen Tabellenführer Bayern München 21 Mal getroffen hat.

Als Gruppendritter wollen die Dortmunder die Champions League nicht frühzeitig abhaken ? nach dem 1:1 im Spiel gegen Arsenal und der Niederlage nun. „Die Jungs müssen lernen, Geduld zu haben und, dass man den Ball auch mal aufs Tribünendach schießen darf“, sagte Klopp. In drei Wochen geht es in Piräus gegen den Tabellenletzten Olympiakos. Die Götter können dann ja nicht wieder verrückt spielen.

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