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Novak Djokovic: Auch Teilnahme bei den French Open in Gefahr

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Von: Melanie Gottschalk

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Das Bundesgericht in Melbourne entscheidet: Tennis-Star Novak Djokovic muss Australien verlassen. Der ist enttäuscht, Serbiens Präsident spricht von „Hexenjagd“.

+++ 12.36 Uhr: Nach dem Aus bei den Australien Open droht dem serbischen Tennis-Star Novak Djokovic im Falle einer fehlenden Corona-Impfung auch ein Ausschluss von den French Open. Grund dafür ist das am Sonntag vom französischen Parlament verabschiedete Impfpass-Gesetz. Es verlangt eine Impfbescheinigung, um öffentliche Orte wie Restaurants, Cafés, Kinos und Fernzüge zu betreten. „Die Regel ist einfach: Der Impfpass wird, sobald das Gesetz verkündet ist, in Betrieben eingeführt, die bereits dem Gesundheitspass unterliegen“, teilte das Sportministerium am Montag (17.01.2022) in Paris mit. „Das gilt für alle, ob sie nun Zuschauer oder Profisportler sind. Und das bis auf Weiteres.“

Bis zu den French Open in Paris im Mai sei es allerdings noch eine Weile hin. „Die Situation kann sich bis dahin ändern und wir hoffen, dass sie günstiger wird“, erklärte das Ministerium. „Also werden wir sehen, aber es gibt eindeutig keine Ausnahme.“

Novak Djokovic bei seiner Ankunft in Dubai.
Novak Djokovic bei seiner Ankunft in Dubai. © Abdel Hadi Ramahi/Reuters

Novak Djokovic: Ex-Bundesligatrainer nimmt Landsmann in Schutz - „Opfer politischer Machenschaften“

+++ 10.15 Uhr: Dragoslav Stepanovic, ehemaliger Bundesligatrainer unter anderem bei Eintracht Frankfurt, hat als Gast bei der Sendung Stern TV auf RTL seinen Landsmann Novak Djokovic in Schutz genommen.

„Djokovic ist zu 100 Prozent Opfer politischer Machenschaften“, so Stepanovic. Die australische Regierung habe in dem Verfahren „viele Behauptungen aufgestellt, die nicht stimmen“, so der Rentner weiter. „Er hat neun Mal die Australian Open gewonnen. Wenn er sie zum zehnten Mal gewinnt, dann müssten sie eine Büste vor das Stadion stellen und die Arena auf seinen Namen umbenennen.“

Australian Open Live

Alexander Zverev könnte bei den Australian Open 2022 seinen ersten Grand-Slam-Titel holen. Die Auftaktpartie von Zverev gegen Daniel Altmaier im Live-Ticker.

Das alles würde Geld kosten und wäre deshalb in Australien nicht gerne gesehen. Sowieso wäre Djokovic ein netter Kerl, er habe in der Vergangenheit Geld gespendet für die Opfer der verheerenden Brände in Australien, so Stepanovic. „Novak hat überall geholfen“, sagte Stepanovic – und die australische Regierung sei undankbar.

Dragoslav Stepanovic: Wirre Thesen zum Fall Novak Djokovic. (Archivbild)
Dragoslav Stepanovic: Wirre Thesen zum Fall Novak Djokovic. (Archivbild) © Arne Dedert/dpa

Ausgewiesener Impfskeptiker landet in Dubai - Serbiens Präsident spricht von „Hexenjagd“

+++ 06.19 Uhr: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic machte der Regierung in Canberra schwere Vorwürfe. Vucic prangerte eine „politischen Hexenjagd“ gegen den Tennisstar an, der in seinem Heimatland eine Art Nationalheld ist. Die australischen Behörden hätten Djokovic mit ihrer Behandlung „demütigen“ wollen, hätten sich dabei aber nur selbst bloßgestellt, sagte der serbische Staatschef.

Update 17.01.2022, 04.51 Uhr: Der aus Australien ausgewiesene Tennis-Star Novak Djokovic ist in der Nacht zum Montag (17.01.2022) in Dubai gelandet. Eine AFP-Journalistin, die im selben Flugzeug wie der Serbe reiste, berichtete, dass der impfskeptische Sportler den Flieger mit zwei Taschen verließ - er trug zudem eine Maske.

Djokovic hatte Australien verlassen müssen, nachdem ein Berufungsgericht am Sonntag seinen Einspruch gegen den erneuten Entzug des Visums zurückgewiesen hatte. Vorausgegangen war ein Streit darüber, ob der ungeimpfte Sportler die Voraussetzungen für die wegen der Corona-Pandemie sehr strengen Einreisebestimmungen in Australien erfüllte.

Tennis-Star Novak Djokovic auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung in Melbourne.
Novak Djokovic verlässt das Park Hotel in Melbourne. © James Ross/dpa

Letztendlich machte der australische Einwanderungsminister von seinem Exekutivbefugnis Gebrauch und annullierte Djokovics Visum, weil dieser zu einer Ikone für Impfgegner geworden war.

Australian Open: Novak Djokovic reist ab – Serbiens Presse tobt: „Schande“


+++ 13.25 Uhr: Der serbische Tennisstar Novak Djokovic hat nach Angaben von Einwanderungsminister Alex Hawke Australien verlassen. Demnach reiste der Weltranglisten-Erste am Sonntagabend Ortszeit ab, nachdem das Bundesgericht den Einspruch von Djokovic gegen die Annullierung des Visums abgelehnt hatte.

+++ 11.45 Uhr: Nach seiner Niederlage vor einem Bundesgericht wird Tennisstar Novak Djokovic Australien noch am Sonntag verlassen. Wie die australischen Zeitungen The Age und The Sydney Morning Herald berichteten, wird der 34 Jahre alte Serbe um 22.30 Uhr am Sonntagabend (Ortszeit) von Melbourne nach Dubai fliegen.

Derweil gibt es weitere Reaktionen nach der Gerichtsentscheidung: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic reagierte mit Unverständnis auf die bevorstehende Ausweisung von Novak Djokovic aus Australien*. Vucic sprach gegenüber serbischen Medien zudem erneut von einer „Hexenjagd“, die Djokovic in den vergangenen Tagen habe erleiden müssen: „Ich habe Novak gesagt, dass ich es kaum erwarten kann, dass er nach Serbien zurückkommt, in sein Land, wo er immer willkommen ist“, sagte Vucic.

Tennis-Star Novak Djokovic sitzt bereits im Flieger nach Dubai.
Tennis-Star Novak Djokovic sitzt bereits im Flieger nach Dubai. © Diego Fedele/Imago

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic spricht von „Hexenjagd gegenüber Novak Djokovic

Vucic warf den Anwälten der australischen Regierung zudem Lügen vor. „In dem sinnlosen Gerichtsverfahren konnte man sehen, wie sehr die Anklage lügt. Sie haben schlicht und ergreifend gelogen. Sie sagen, dass es weniger als 50 Prozent geimpfte Menschen in Serbien gibt, aber es sind offiziell 58 Prozent. Das ist mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. Das war ein sinnloses Argument.“

Australische Sportler seien in Serbien jederzeit willkommen. „Danke an die Menschen in Australien. Ich bin mir sicher, dass sie Serbien lieben“, sagte der Politiker: „Sie glauben, dass sie Djokovic gedemütigt haben, aber sie haben nur sich selbst gedemütigt. Er kann in sein Land zurückkehren und jedem erhobenen Hauptes in die Augen sehen.“

„Enttäuschter“ Djokovic zur Ausreise aus Australien bereit - Serbiens Presse tobt

+++ 11.00 Uhr: Nachdem der serbische Tennisstar Novak Djokovic in seiner Visums-Frage vor dem australischen Bundesgericht verloren hat und muss das Land verlassen muss, reagieren serbische und kroatische Online-Medien. So schreibt kurir.rs aus Serbien: „Das Gericht hat entschieden: Deportation für Novak! In Melbourne geschah die größte Schande in der Geschichte des Sports! Schäm dich, Australien! (...) Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt.“

Die serbische alo.rs findet: „Eine Schande, wie man sie noch nie gesehen hat! Djokovic wird abgeschoben, bei den Australian Open wird er nicht spielen.“ Und die kroatische 24sata.hr schrreibt: „Nun doch ‚Djoxit“! Novak wird deportiert.“  

„Enttäuschter“ Djokovic zur Ausreise aus Australien bereit - Regierung begrüßt Richterentscheid

+++ 10.40 Uhr: Tennis-Star Novak Djokovic hat sich nach dem endgültigen Entzug seines Visums für Australien enttäuscht geäußert, will sich aber der Entscheidung fügen und das Land verlassen. Mit der Entscheidung folgte das Gericht am Vorabend der Australien Open der Argumentation der Regierung. Die Regierung begrüßte die Entscheidung und erklärte, die strenge Corona-Einreisepolitik habe „unsere Sicherheit gewährleistet“.

„Jetzt ist es an der Zeit, mit den Australian Open weiterzumachen und wieder den Tennis-Sommer zu genießen“, schrieb der Regierungschef bei Facebook.

+++ 09.00 Uhr: Der serbische Tennisstar Novak Djokovic zieht nach dem Urteil des Bundesgerichts von Australien offenbar keine weiteren juristischen Schritte in Erwägung. Er respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den entsprechenden Autoritäten kooperieren, was seine Abreise aus Australien betreffe, teilte der Weltranglisten-Erste in einer Stellungnahme mit. 

„Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung“, teilte Djokovic mit. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger hat die Australian Open bereits neunmal gewonnen. „Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können“, so Djokovic. Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, sich zu erholen, bevor er darüber hinaus weitere Kommentare abgebe.  

Die Corona-Posse um Tennis-Star Novak Djokovic soll am Sonntag (16.01.2022) ihr endgültiges Ende finden.
Die Corona-Posse um Tennis-Star Novak Djokovic fand am Sonntag (16.01.2022) ihr Ende. © Paul Zimmer/imago

Bundesgericht entscheidet: Novak Djokovic muss Australien verlassen

+++ 08.00 Uhr: Novak Djokovic darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss ausreisen. Wie das Bundesgericht in Australien am Sonntag entschied, wurde der Einspruch des serbischen Tennisprofis gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt.

Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es in der Bekanntgabe der drei Richter James Allsop, Anthony Besanko und David O‘Callaghan. Die Begründung solle frühestens am Montag erfolgen. Gegen das Urteil können beide Seiten keine Rechtsmittel einlegen.

Update vom Sonntag, 16.01.2022, 07.00 Uhr: In der Gerichtssitzung in Australien im Fall des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic haben sich die Richter am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) zur Entscheidungsfindung zurückgezogen. Drei Richter des Bundesgerichts entscheiden, ob der Weltranglisten-Erste im Land bleiben und an den am Montag in Melbourne beginnenden Australian Open teilnehmen darf oder ob er ausreisen muss. Der 34 Jahre alte Titelverteidiger Djokovic hatte nach dem erneuten Entzug seines Visums Einspruch eingelegt.

Australian Open: „Anti-Impf-Stimmung“ Thema im Fall Djokovic

Die vorangehende Anhörung wurde online übertragen. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet, verfolgte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte der Rekordsieger der Australian Open in einem Abschiebehotel verbracht.

Zunächst hatten die Anwälte des 20-maligen Grand-Slam-Turniersiegers ihre Argumentationslinie dargelegt. Sie warfen unter anderem die Frage auf, ob Einwanderungsminister Alex Hawke nicht bedacht habe, ob auch eine „Anti-Impf-Stimmung“ geschürt werde, wenn das Visum des Tennisprofis für ungültig erklärt werde. Dass der Aufenthalt die „Anti-Impf-Stimmung“ fördern könne, hatte die australische Regierung als einen Grund angegeben, warum Hawke das Visum von Djokovic erneut für ungültig erklärt hatte. Die Regierungsseite argumentierte, dass Djokovic ein Vorbild für Impfskeptiker sein könne. 
 

Australian Open: Alexander Zverev ergreift Partei für Novak Djokovic

Erstmeldung: Melbourne – Es ist jetzt schon einer der großen Aufreger des Jahres 2022: Die Corona*-Posse um Tennis-Star Novak Djokovic. Der 34 Jahre alte Serbe war ohne eine Corona-Impfung nach Australien eingereist, um dort an den Australian Open 2022* teilnehmen zu können. Die Behörden entzogen ihm daraufhin am 5. Januar sein Visum, ein Gericht nahm diese Entscheidung wegen eines Verfahrensfehlers zurück, woraufhin der australische Einwanderungsminister Alex Hawke erneut Djokovics Einreisevisum für ungültig erklärte.

Gerichtsunterlagen zufolge wird der 34-Jährige erneut in dem Abschiebehotel in Melbourne festgehalten, in dem er bereits vor der ersten Gerichtsverhandlung untergebracht worden war, während ein Gericht Novak Djokovics finalen Einspruch gegen seine Abschiebung aus Australien prüft. Die Anhörung des Profi-Sportlers ist für Sonntag (16.01.2022) um 9.30 Uhr Ortszeit angesetzt, das Turnier beginnt am Montag (17.01.2022)*

Am Sonntag (16.01.2022) entscheidet sich, ob Novak Djokovic an den Australian Open teilnehmen darf.
Am Sonntag (16.01.2022) entscheidet sich, ob Novak Djokovic an den Australian Open teilnehmen darf. © Paul Zimmer/imago

Australian Open: Endgültige Entscheidung im Fall Novak Djokovic zeichnet sich ab

Die australische Nachrichtenagentur APP berichtete, dass die Anhörung am Sonntag vor drei Richtern stattfinden soll. Demnach wird der Fall am Federal Court of Australia vom Vorsitzenden Richter James Allsop sowie dessen Kollegen Anthony Besanko und David O‘Callaghan verhandelt. Nach einer Entscheidung durch drei Richter können dann keine Rechtsmittel mehr gegen das Urteil eingelegt werden. Die Entscheidung, ob Novak Djokovic an den Australian Open teilnehmen kann oder aus Australien abgeschoben wird, ist damit dann endgültig.

In einer Anhörung am Samstag (15.01.2022, Ortszeit) hatte auch Hawke eine Erklärung abgegeben, warum Djokovic das Visum entzogen wurde. Gemäß der zitierten Gerichtsunterlagen bezeichnet die Regierung den „Djoker“ als „Role Model für die Anhänger der Anti-Impf-Stimmung“. Djokovics Anwesenheit könnte „dazu führen, dass sich die Anti-Impf-Stimmung verstärkt und möglicherweise zu einer Steigerung ziviler Unruhe“ beiträgt, so Hawke.

Djokovic ist Impfskeptiker und nach eigenen Worten nicht gegen das Coronavirus geimpft*. Für Ausländer, die nach Australien einreisen wollen, ist die Impfung aber Pflicht. Hinzu kommen falsche Angaben zu seinen Reiseaktivitäten vor dem Flug nach Melbourne, die der „Djoker“ zu einem „Fehler“ seines Teams erklärte. Auch sein Verhalten nach einem positiven Corona-Testergebnis sorgte für Kritik.

Australian Open: Deutscher Tennis-Star stärkt Novak Djokovic den Rücken

Der deutsche Tennis-Star Alexander Zverev stärkte Novak Djokovic indes den Rücken. „Ich weiß nicht genug über die Situation, aber ich denke, wenn es nicht Novak Djokovic wäre, der Weltranglistenerste mit 20 Grand-Slam-Titeln, als das, dann wäre es nicht so ein großes Drama“, wird er von Sky zitiert. Er denke, es sei nicht sehr fair für eine Person, nach Australien zu kommen und nicht spielen zu können. „Die australische Regierung und die Regierung Victorias hätten sich im Voraus im Klaren darüber sein müssen, was passiert“, sagte er.

Auch Boris Becker, der Novak Djokovic zwischen 2013 und 2016 trainierte, appelliert für Verständnis. „Wer sich nicht impfen lässt, wird dadurch nicht automatisch zu einem schlechten Menschen. Ich habe mich impfen lassen und bin geboostert, aber ich bin auch in meinen Fünfzigern. Es gibt viele Menschen, die die Ansicht von Novak vertreten, auf ihr starkes Immunsystem vertrauen und vielleicht auch eine andere Sicht auf die Welt haben“, sagte er in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als demokratische Gesellschaft solle man auch andere Meinungen zulassen. (msb) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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