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Notprogramm für den Heroen

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Sitzt bald wieder im roten Renner: Formel-1-Star Michael Schumacher.
Sitzt bald wieder im roten Renner: Formel-1-Star Michael Schumacher. © dpa

Michael Schumacher muss in erster Linie seinen maladen Nacken stärken, um fit für die Formel 1 zu sein.

Das Notprogramm bis zum großen Tag läuft auf vollen Touren: Michael Schumacher schwitzt auf dem Rad, trainiert seine lädierte Nackenmuskulatur und bereitet sich intensiv auf sein Comeback vor. Während die Sportwelt nach der Ankündigung des Formel-1-Rekordweltmeisters verblüfft, beeindruckt oder begeistert reagierte, brachte der Perfektionist schon seinen Körper in Hochform.

Die Untersuchung zum Fitnesszustand würde einige Tage in Anspruch nehmen, erklärte der Chefarzt der Sportklinik in Bad Nauheim, Dr. Johannes Peil. "Wenn Michael nicht so hart in all den vergangenen Monaten gearbeitet hätte, wäre das alles gar nicht möglich."

Störender Motorrad-Sturz

Bis zum Großen Preis von Europa am 23. August in Valencia werde man ein Notprogramm absolvieren. Die Zeit drängt. Letztlich wird Peil mit seinen Ärzten und Orthopäden dem 40-Jährigen endgültig Grünes Licht geben, wenn alle Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen wurden. Zudem soll Schumacher mit einer speziellen Nackenmuskulaturmaschine arbeiten. Schumacher hatte sich bei seinem schweren Motorrad-Sturz im Februar in Cartagena den Nacken verletzt und musste deshalb pausieren. Die Muskulatur an dieser Stelle wird besonders belastet, weil in den Rennwagen ungeheure Fliehkräfte wirken.

Sein Arbeitgeber Ferrari prüft derweil, ob der 91-malige Grand-Prix-Sieger im Einklang mit dem Reglement wenigstens ein paar Kilometer mit einem Vorjahres-Auto absolvieren darf. Tests sind seit dieser Saison verboten. Mehr als Probesitzen im Cockpit wird nicht drin sein. Unter anderem muss der Sitz des F 60, den Schumacher noch kein einziges Mal pilotierte, neu eingestellt werden. Wenigstens um seinen neuen Formel-1-Führerschein muss sich Schumacher keine Gedanken machen. Offensichtlich bekommt der Kerpener die sogenannte Superlizenz. Schumacher, der sein bis dato letztes Rennen am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo absolvierte, erfüllt die Bedingungen, wonach ein Pilot in den vorhergehenden drei Jahren mindestens 15 Rennen absolviert haben muss. 2006 ging er 18-mal an den Start. Lediglich die Gebühr muss der Multimillionär noch bezahlen; den Antrag hatte den Regularien entsprechend der Deutsche Motorsport-Bund gestellt.

Mit normalen Maßstäben ist der Hype um den siebenmaligen Champion indes nicht zu bewerten. Von der Rückkehr des "Super-Super-Stars" spricht Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Die Streckenbetreiber in Valencia reiben sich bereits die Hände und feierten die "historische" Nachricht. Die Hafenstadt dürfte von "Rotkäppchen" überschwemmt werden.

Felipe Massa geht es besser

Die deutschen Fernsehsender RTL und Sky kündigten bereits an, ihre Berichterstattung am Grand-Prix-Wochenende ganz auf Schumacher konzentrieren zu wollen und hoffen auf drastische Quotensprünge. Die Hysterie um das spannende Duell zwischen Schumacher und seinem designierten Nachfolger Sebastian Vettel ist Teil der TV-Strategie.

Unterdessen gibt es positive Nachrichten vom schwer verletzten Felipe Massa. "Ich will heimgehen. Ich fühle mich komplett gut", sagte der Brasilianer gestern nach Angaben seines Leibarztes Dino Altmann im AEK-Hospital in Budapest. Massa sei okay. "Er macht alles, was ein gesunder Mensch macht. Er isst, er läuft, er spricht. Heute hat er auch geduscht", sagte der Mediziner.

Möglicherweise kann der 28-Jährige schon an diesem Sonntag in sein Appartement in Monte Carlo zurückkehren. Schumacher soll seinen ehemaligen Teamkollegen nur so lange ersetzen, bis dieser wieder fit ist. Nicht nur Ecclestone bezweifelt indes, dass der Ferrari-Stammpilot Massa noch in dieser Saison ans Steuer zurückkehrt. (dpa/sid/fr)

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