+
Amos Bartelsmeyer (rechts) im August 2019 bei der Deutschen Meisterschaft im Olympiastadion Berlin.

Leichtathletik-WM

Amos Bartelsmeyer will noch einmal richtig Gas geben

  • schließen

Amos Bartelsmeyer von der LG Eintracht Frankfurt will nach seinem besten Jahr über die 1500 Meter ins WM-Finale.

Amos Bartelsmeyer ist als einer der letzten deutschen Athleten nach Doha gereist. Am Donnerstag (21 Uhr) steht für den 25-Jährigen der erste Vorlauf über die 1500 Meter bei seiner allerersten Weltmeisterschaft an. Ins Finale zu kommen, ist das erklärte Ziel des gebürtigen Aschaffenburgers, der für die LG Eintracht Frankfurt startet. „Das ist erreichbar“, sagt der Sohn einer Deutschen und eines US-Amerikaners. Mit seiner persönlichen Bestzeit (3:36.29 Minuten), gelaufen am 15. Juli in Seattle im US-Bundesstaat Washington, ist er die Nummer 49 der Welt – fast neun Sekunden langsamer, als der Weltjahresbeste Timothy Cheruiyot (3:28.77 Minuten) aus Kenia.

Bartelsmeyer setzt auf seine starken Qualitäten im Endspurt mit denen er sich im August in Berlin seinen ersten Deutschen Meistertitel in einem langsamen Rennen in 3:56,34 Minuten sicherte. Bartelsmeyer startet erst seit diesem Jahr für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Amos Bartelsmeyer trainiert in Frankfurt-Niederrad

Im Alter von zwei Jahren war er mit seinen Eltern in die USA nach St. Louis gezogen. Seit einigen Jahren lebt er in Seattle, wo er an der Georgetown University studiert hat und im Mai seinen Masters in Finanzen gemacht hat. Zwei Monate arbeitete er danach noch als Lauftrainer an einer Highschool, ehe sich sein Fokus auf die Wettkämpfe im Sommer richtete. „Ich bin wahnsinnig zufrieden. Das war mein bestes Jahr“, findet Bartelsmeyer.

Über alle Strecken hat er neue persönliche Bestzeiten aufgestellt (alle in den USA), hat seinen ersten nationalen Titel errungen, war Sechster bei seinem ersten internationalen Start über die 3000 Meter bei der Hallen-EM in Glasgow – und hat sich als einziger Deutscher für die WM in Katar qualifiziert. „Ich bin fit und bereit, nochmal richtig Gas zu geben“, sagt er.

Bartelsmeyers großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio

Nach der Team-EM im polnischen Bydgoszcz, wo er in seinem 1500-Meter-Rennen „etwas ausgepowert“ Siebter wurde, trainierte er vier Wochen lang in Seattle. „Ich habe einen beschränkten Aufbau gemacht, so wie ich es im Frühling mache, nur etwas kürzer“, sagt Bartelsmeyer. Die vergangenen Tage war der drahtige Läufer in Frankfurt, lebte dort bei einem Freund der Familie im Stadtteil Rödelheim und drehte seine Runden auf der Tartanbahn an der Sportanlage Hahnstraße in Niederrad. In Doha will er sich bei den Rennen „vorne einsortieren“, denn wenn er erst einmal fünf oder zehn Meter Rückstand haben sollte, „holt man die Gegner nicht mehr ein“.

Konstanze Klosterhalfen: Alberto Salazar erhält vierjährige Dopingsperre

Das große Ziel für Amos Bartelsmeyer sind aber die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Ohne der Belastung eines Studiums und dank der Unterstützung seines Ausrüsters sowie der Eintracht kann er sich die kommende Saison voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Wie er die Olympia-Saison gestalten will, weiß der 25-Jährige noch nicht so genau.

Klar ist, dass er sich draußen auf die 1500 Meter konzentrieren wird. In der Halle wird er auch über die 3000 Meter an den Start gehen, als Vorbereitung auf die Wettkämpfe an der frischen Luft. „Es gibt ziemlich gute Hallenwettkämpfe in Deutschland“, sagt Bartelsmeyer. Deshalb könne er sich gut vorstellen, länger in Frankfurt zu trainieren. Auch die Hallen-WM in Nanjing (13. bis 15. März) peilt er an.

Nach Doha will Bartelsmeyer aber erstmal abschalten. Erst wird er seine Oma in Aschaffenburg und andere Verwandte in Deutschland besuchen, ehe es mit Freunden an die Ostküste der USA geht, wo alle gemeinsam ein Haus gemietet haben „und wo ich ein paar Tage nicht an Leichtathletik denken muss“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion