Leichtathletik-Weltmeister Niklas Kaul bei der Auszeichnung zum "Sportler des Jahres".
+
Leichtathletik-Weltmeister Niklas Kaul bei der Auszeichnung zum "Sportler des Jahres".

Sportler des Jahres

Niklas Kaul: Kometenhafter Aufstieg

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
    schließen

Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul zum Sportler des Jahres gekürt.

Mittlerweile hat sich Niklas Kaul seinen WM-Zehnkampf aus Doha noch einmal in voller Länge angeschaut. „Den 1500-Meter-Lauf sogar etwas öfter“, sagt der 21-Jährige grinsend. Dieser Lauf am 3. Oktober hat den gebürtigen Mainzer nämlich zum jüngsten Weltmeister gemacht und ihn von einen Tag auf den anderen zu einem Gesicht der deutschen Leichtathletik. Seinen einsamen Schlussspurt im Khalifa-Stadion durfte er sich gleich mehrfach bei zahlreichen Galas, TV-Auftritten und Preisverleihungen anschauen. Auch gestern Abend in Baden-Baden, wo er mit knappem Vorsprung vor Triathlon-Weltmeister Jan Frodeno zum Sportler des Jahres gekürt wurde.

Niklas Kaul: Karriere mit Ansage

Dass Niklas Kaul, der von seinen Eltern Michael und Stefanie trainiert wird, irgendwann in der Weltspitze der Zehnkämpfer mitmischen würde, das war schon vor einigen Jahren klar. Im Juniorenbereich hatte er jeden Titel gewonnen, den es zu gewinnen gibt. Aber dass sein Aufstieg so kometenhaft sein würde, damit hätte der Lehramtsstudent (Sport und Physik) selbst nicht gerechnet. Hinter den überragenden Favoriten auf den Gesamtsieg, Weltrekordhalter (9126 Punkte) Kevin Mayer aus Frankreich und dem Kanadier Damian Warner (8795 Punkte), hatte Kaul ein offenes Rennen um den dritten Rang erwartet. Er selbst war mit der drittbesten Punktzahl nach Doha gereist.

Gleich zweimal hatte er in diesem Jahr seine Persönliche Bestleistung gesteigert. Erst beim Mehrkampfmeeting Ende Mai in Götzis (8336 Punkte) und Mitte Juli bei der U23-Europameisterschaft im schwedischen Gävle, wo er mit neuem Meisterschaftsrekord von 8572 Punkten Gold gewann. In Doha sollte er diese Punktzahl noch einmal deutlich auf 8691 Zähler verbessern.

Niklas Kaul mit einem Wahnsinns-Speerwurf

Dabei war der erste Tag für Niklas Kaul wie immer losgegangen. Nach der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf, war er 20. von 24 Athleten. Nach fünf Disziplinen übernachtete er als Fünfter vor dem zweiten Tag. Alles absolut im Rahmen. Beim Stabhochsprung, der achten Disziplin, musste der bis dato führende Kevin Mayer nach einer Verletzung aufgeben, Damian Warner scheiterte schon an 4,70 Meter.

Zum endgültigen Topfavoriten auf den Titel wurde Kaul nach seinem Wahnsinns-Speerwurf auf 79,05 Meter, wo der den Medaillenkonkurrenten Maicel Uibo aus Estland 16 Meter und Warner 17 Meter abnahm. Mit nur noch 19 Zählern Rückstand auf Uibo war klar, wenn Kaul auch nur annähernd an seine persönliche Bestleistung kommen würde, wäre ihm der Titel nicht zu nehmen. „Vor dem Start war der Puls höher als ich im Ziel angekommen bin“, sagte Kaul. Mit gewaltigem Vorsprung von 16 Sekunden auf Silbermedaillengewinner Uibo und 25 auf Warner krönte sich Kaul zum „König der Athleten“.

Wahl zur Sportlerin des Jahres: Malaika Mihambo - Abtauchen fürs Abheben

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare