Handball

„Nicht das gleiche“

Handball-Supercup ohne Fans sorgt für Missmut bei allen Beteiligten.

Andi Wolff hatte richtig schlechte Laune. Den deutschen Nationalkeeper wurmte nicht bloß die Last-Minute-Pleite seiner polnischen Startruppe in Flensburg – auch die gähnende Leere auf den Tribünen gefiel ihm ganz und gar nicht. „So ein Geisterspiel ist nichts für mich“, sagte Wolff missmutig: „Wenn die Halle komplett still ist, ist es einfach nicht das Gleiche.“

Selbst bei den Siegern von der SG Flensburg-Handewitt geriet der 31:30 (14:14)-Erfolg zum Champions-League-Auftakt gegen Wolff und den polnischen Topklub KS Kielce schnell zur Nebensache, die gespenstische Atmosphäre in der sonst als „Hölle Nord“ berüchtigten Arena an der dänischen Grenze sorgte für Magengrummeln. „Ohne Fans in einer leeren Halle zu sein – das ist schon befremdlich“, gestand SG-Coach Maik Machulla nach dem gewöhnungsbedürftigen Handball-Neustart.

Unterm Strich ging es für alle Beteiligten aber auch um das Erlebnis, nach mehr als einem halben Jahr ohne Handball überhaupt wieder auf der Platte zu stehen. „Ich bin froh, dass wir wieder das machen konnten, was wir lieben, und dass die Mannschaft den Start in die Champions League so gut gemeistert hat“, sagte Machulla nach dem ersten Pflichtspiel seit dem 8. März, auf das die Flensburger coronabedingt quälende 192 Tage hatten warten müssen.

Dass es trotz eines Drei-Tore-Rückstands (23:26) im zweiten Durchgang am Ende sogar noch zum Sieg für den deutschen Vizemeister reichte, lag vor allem an den Paraden von Keeper Torbjörn Bergerud und der nötigen Nervenstärke in der Schlussphase.

Die Aussichten sind gut, dass das erste Geisterspiel in der 30-jährigen Geschichte der SG auch vorerst das letzte gewesen sein wird. Denn schon zum offiziellen Ligastart, dem Supercup-Duell gegen den THW Kiel am 26. September in Düsseldorf, sind Zuschauer wieder fest eingeplant. Und auch die Landesregierung in Schleswig-Holstein kündigte an, 25 Prozent Hallenauslastung künftig wieder zu genehmigen. (sid)

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