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Wo der wohl hinfliegt? Angelique Kerber beim Training in Melbourne.

Angelique Kerber

Neustart mit Hindernissen

Am Dienstag startet Angelique Kerber in die Australian Open. Vier Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Erfolg in Melbourne dämpft die Kielerin die Erwartungen.

Am Ende des Gesprächs macht Angelique Kerber doch noch ein glückliches Gesicht. Am Samstag, sagt sie, schlafe sie erst mal aus, dann werde sie „ganz entspannt frühstücken“. Im weiteren Verlauf des Tages ist ein Training auf der Anlage im Melbourne Park vorgesehen, und schließlich, berichtet die beste deutsche Tennisspielerin, werde sie „abends was Leckeres essen“. Klingt nach einem Plan. Kerber hat etwas zu feiern, diesmal schon vor dem Beginn der Australian Open. Am Samstag ist ihr 32. Geburtstag.

In den vergangenen Jahren, erinnert sich Kerber, lief das Turnier schon, da „habe ich an meinem Geburtstag fast immer gespielt“, Glückwünsche auf dem Platz inklusive. „Das werde ich bestimmt vermissen“, glaubt sie, allerdings ist an diesem Geburtstag nun auch „alles ein bisschen entspannter“, weil, sagt die Kielerin: „Ich muss nicht unbedingt auf die Uhr schauen, dass ich um neun oder zehn im Hotel sein muss.“ Und dann komme ja noch erfreulicherweise hinzu, „dass ich erst am Dienstag spiele“. Also alles gut? Nein.

Die Muskulatur zwickt

Dass Kerber ihr Auftaktmatch bei den Australian Open (20. Januar bis 2. Februar) erst am Dienstag bestreitet (gegen eine Qualifikantin), hat einen weit bedeutenderen Vorteil: So bleibt ihr nun ein Tag mehr Zeit, um ihre lästigen Probleme mit dem hinteren Muskel im linken Oberschenkel in den Griff zu bekommen. „Ich bin froh, dass ich erst am Dienstag spiele“, betont Kerber. Der Muskel hatte sich am Mittwoch beim WTA-Turnier in Adelaide verhärtet, die Weltranglisten-18. musste ihr Zweitrundenmatch aufgeben.

Bei allem Grund zum Feiern beginnt das neue Jahr deshalb gar nicht so, wie Kerber sich das vorgestellt hatte. Ja, versichert sie, sie werde das mit dem Muskel hinbekommen bis Dienstag. Die Pläne für einen Neubeginn mit Trainer Dieter Kindlmann aber sind erst mal Makulatur. Mehrfach betont die dreifache Grand-Slam-Siegerin nach der Trainingseinheit am Freitag in Melbourne, sie habe „keine Erwartungen“ oder zumindest „ein bisschen andere“, jetzt müsse sie erst mal „von Runde zu Runde schauen“. Kein erbaulicher Ausblick.

Nach einem Jahr, das in Melbourne mit einer krachenden Niederlage im Achtelfinale begonnen hatte und danach nicht besser wurde, war Kerber eher auf Aufschwung eingerichtet. Nun spricht sie mit ernster Miene davon, dass sie „noch nicht so ganz einschätzen“ kann, wo sie im Moment steht, und deshalb: „Ich werde mir keinen Druck auf die Schultern setzen. Ich werde mir ein bisschen Zeit nehmen, wieder meine Basis zu finden, wieder meinen Rhythmus zu finden“ – das gilt auch für die Gewöhnung an das neue Team mit Coach Kindlmann.

So bleibt Kerber für Melbourne erst mal nur die Erinnerung: an den Sieg vor vier Jahren, ihren ersten bei einem der vier Grand Slams. Ihren Geburtstag feierte sie damals am Tag vor ihrem Erstrundenmatch gegen Misaki Doi aus Japan. Sie gewann in drei Sätzen. (sid)

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