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Auf Abschiedstour: Dirk Nowitzki.

NBA

Von Neulingen und Superstars

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Sieben Deutsche starten in die neue NBA-Saison.

Die ganze Bank der Los Angeles Lakers war aufgesprungen. Superstar LeBron James vorne mit dabei. In den Mienen spiegelte sich grimmige Freude und anerkennende Bewunderung für Isaac Bonga. Der 18-Jährige war soeben vom eigenen bis zum Korb des Gegners im Vollsprint gedribbelt und hatte mit einem krachenden Dunking abgeschlossen. 

Es war das 92:90 für die Lakers gegen die Golden State Warriors im letzten Vorbereitungsspiel vor der am Dienstag startenden 73. Saison in der National Basketball Association (NBA). Isaac Evolue Etue Bofenda Bonga wird da zwar nur eine kleine Rolle spielen und eher im Farmteam der Lakers in der G-League auflaufen, aber der ehemalige Profi der Frankfurt Skyliners hat am Samstag beim 119:105 gegen den Titelfavoriten mit zwölf Punkten, neun Rebounds und fünf Assists in 31 Minuten Spielzeit gezeigt, warum die Lakers ihn an 39. Stelle gedraftet hatten. 

„Wir sind von seinem Potenzial überzeugt, und davon hat er etwas gezeigt“, sagte Luke Walton, Trainer der Lakers. Der 2,03 Meter große deutsche Nationalspieler ist ein vielversprechendes Talent. Die Lakers wollen den gebürtigen Neuwieder aufbauen. Der zweite Deutsche bei den Lakers ist Moritz Wagner, der an 15. Stelle gedraftet wurde und sich schon eher Spielzeit in der NBA ausrechnen darf. Der 21-jährige 2,11-Meter-Mann überzeugt vor allem mit Athletik und Spielintelligenz.

Nowitzkis letzte Saison

Während Bonga und Wagner ganz am Anfang ihrer Karriere stehen, wird Dirk Nowitzki definitiv seine letzte Saison spielen. Der beste deutsche Basketballspieler aller Zeiten fällt in seiner 21. Spielzeit für die Dallas Mavericks allerdings zu Saisonbeginn mit Knöchelproblemen nach seiner Operation im April erst einmal aus. Der mittlerweile 40-Jährige wird in seiner Abschiedssaison auch sportlich keine allzu große Rolle mehr spielen. Trainer Rick Carlisle sieht ihn für die Bank vor. Nowitzki soll vor allem als Mentor das slowenische Megatalent Luka Doncic (19), der an dritter Stelle gedraftet wurde, unter seine Fittiche nehmen. Und natürlich Maximilian Kleber.
Bei allen Nowitzki-Vergleichen, die quasi jedes deutsche Talent über sich ergehen lassen muss, kommt der 26-Jährige der Spielweise von Nowitzki am nächsten. Er ist groß (2,11 Meter) und hat ein geschmeidiges Händchen. In seiner ersten NBA-Saison kam er in 72 Spielen auf im Schnitt 16,8 Minuten, 5,4 Punkte und 3,3 Rebounds. Allerdings kassierten die Mavericks 58 Pleiten und landeten in der Western Conference nur auf Rang 13. „Niemand von uns will noch mal so eine Saison wie im letzten Jahr erleben“, sagte Kleber dem Basketballmagazin „BIG“. Der ehemalige Würzburger und Münchener hofft, mit Doncic sowie der Verpflichtung von Center DeAndre Jordan in die Playoffs zu gelangen. „Ich will konstanter sein als in der letzten Saison“, erwartet Kleber von sich selbst.

Wieder von Null geht es für Daniel Theis los. Der Power Forward der Boston Celtics musste nach einem Meniskusriss im linken Knie im März operiert werden und trainiert erst seit Mitte September wieder  voll mit. „Das Knie ist komplett geheilt“, sagte der 26-Jährige. Bis zu seiner Verletzung war der 2,06-Meter-Mann ein wichtiger Rollenspieler im System von Trainer Brad Stevens und den Celtics, die unglücklich in den Finalspielen der Eastern Conference gegen die Cleveland Cavaliers mit 3:4 verloren. Neben Theis fehlten vor allem die Superstars Gordon Hayward und Kyrie Irving. Energie reinbringen, Rebounden, das sollen auch in Theis‘ zweiter Saison die primären Aufgaben sein. 

Ebenso gilt das für Isaiah Hartenstein bei den Houston Rockets. Der 20-Jährige, der in der vergangenen Saison an 43. Stelle gedraftet wurde, spielte zuletzt im Farmteam der Rockets und darf sich Hoffnungen auf die Rolle des Ersatzmannes von Center Clint Capela machen. Im letzten Testspiel überzeugte der 2,13-Meter-Riese mit zehn Punkten und vier Rebounds beim 121:103 gegen die Memphis Grizzlies. Ob er sich durchsetzen kann, hängt davon ab, wie er seinen Körper gegen die Bullen behaupten kann.

Über solche Sachen muss sich Dennis Schröder keine Gedanken machen. Nach fünf Jahren in Atlanta hat der mit Abstand beste deutsche Spieler eine neue Herausforderung angenommen und wird das Trikot der  Oklahoma City Thunder tragen. Interessant wird sein, wie sich der 25-jährige Point Guard mit Superstar und Platzhirsch Russell Westbrook den Ballvortrag teilen wird. „Für mich war es nur wichtig zu hören, dass ich meine Einsatzzeit bekomme, welche sich auf etwa 30 Minuten pro Partie belaufen wird, und ich mich in der entscheidenden Phase auf dem Spielfeld befinde“, sagte Schröder kürzlich der „Sportbild“, Vergangene Saison kam Schröder im Schnitt auf 23,7 Punkte. Wie und ob das Ganze harmoniert, muss sich noch zeigen.

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