Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Margareta Kozuch ist neuerdings Spielführerin der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft.
+
Margareta Kozuch ist neuerdings Spielführerin der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft.

Die Neugier der Nomadin

Spielführerin Kozuch zieht es hinaus in die Welt, Geborgenheit erlebt sie im Familienkreis – und im Volleyball-Nationalteam

. Für Margareta Kozuch war die Halle von klein auf wie ein Kinderzimmer und der Volleyball ein begehrtes Spielzeug. Vater Miroslav war Zweitligaspieler in Polen. Bis es aber auch bei „Maggi“ „Klick“ machte, sollte einige Zeit vergehen. „Bis ich elf war, wollte ich überhaupt kein Volleyball spielen“, sagt die gebürtige Hamburgerin. Eine Freundin überredete sie zu einem ersten Training. „Seitdem habe ich mir keine Fragen mehr gestellt. Ich bin einfach von Training zu Training und habe mich von Tag zu Tag verliebter gefühlt.“

Trotz ihrer erst 24 Jahre ist Kozuch ein Routinier. Schon 2005, mit 18 Jahren, gab sie ihr Debüt in der Nationalmannschaft und ist seither zur festen Größe gereift. Wie wichtig die 1,88 m große Diagonalangreiferin für das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti geworden ist, zeigt auch ihre neue Rolle in der Mannschaft: Kurz vor der EM in Serbien und Italien berief der Coach Kozuch zur Spielführerin. Ihre Karriere begann beim TuS Berne, bis 2007 spielte sie in Hamburg. Dann zog es Kozuch in die Welt, um neue Erfahrungen zu sammeln. Drei Jahre in Italien, ein Ausflug nach Russland und nun ein Engagement bei Trefl Sopot in Polen folgten. Für die Tochter polnischer Einwanderer fast wie eine Heimkehr: „Ich habe in der Gegend um Sopot schon als Kind oft die Sommerferien verbracht, da meine Familie aus der Gegend stammt.“ Ihre Patentante lebt noch dort, ein Onkel und viele Bekannte sind in der Nähe.

Erfahrungen machen, neue Dinge lernen, sich weiterentwickeln, das spielt für Kozuch eine große Rolle. Dafür nimmt sie die Nachteile eines Nomadenlebens in Kauf. „Man gewöhnt sich daran, in meinem Alter kann man noch viel reisen. Wenn es später darum geht, einen festen Platz, ein Zuhause zu finden, ist das dann was anderes.“

Schwer fällt der Volleyballerin des Jahres 2010 die Trennung von Familie und Freunden. „Was wirklich sehr schwer ist, ist, dass man eine Distanz aufbaut, nicht vom Herzen, einfach durch die Kilometer.“ Bindungen sind für Kozuch wichtig. Natürlich bietet das Reisen auch viele Vorteile, und die überwiegen momentan: „Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis ich wieder nach Deutschland zurückkehre.“ Margareta Kozuch weiß ganz genau, was sie will. Als die Anfrage kam, für die polnische Nationalmannschaft zu spielen, hat sie abgelehnt. Natürlich hätte man mit dem polnischen Team vielleicht ein paar Medaillen mehr sammeln können, doch das, was das deutsche Nationalteam ihr bietet, wollte sie nicht aufgeben. „Ich habe mich in der Mannschaft so pudelwohl gefühlt. Was wir hier haben, ist für mich ein Schatz. Das ist viel wertvoller, als daran zu denken, dass Polen vielleicht erfolgreicher sein könnte.“

Teamspirit, Zusammenhalt, der Spaß am Spiel, das ist es, was Margareta Kozuch am deutschen Team so begeistert. Dazu trägt die Außenangreiferin ihren Teil bei: ruhig, besonnen und selbstbewusst. Genauso wie sie auch die Kapitänsrolle ausfüllt. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare