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Davie Selke: Jetzt erst mal in die zweite Liga.
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Davie Selke: Jetzt erst mal in die zweite Liga.

Kommentar RB Leipzig

Ein neuer Feind

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Ausgerechnet Davie Selke, Sympathie- und Hoffnungsträger, macht mitten in der zarten Aufbruchsphase von Werder Bremen den Absprung zu RB Leipzig, um eine Klasse tiefer auf Torejagd zu gehen. An der Werder haben sie schon lange von dem Wechsel gewusst. Ein Kommentar.

Früher waren die Aufkäufer im Süden der Republik angesiedelt. Über ein Jahrzehnt war es der SV Werder gewohnt, dass sich der FC Bayern immer dann bediente, wenn die Bremer die Münchner zu sehr geärgert hatten. So war es nach dem Double, als Abwehrchef Valerien Ismael 2005 wechselte. Und so war es beim Vollgas-Fußball bis 2007, als Miroslav Klose unter unschönen Begleitumständen ging. In jüngerer Vergangenheit allerdings kam kein Transfer mehr zustande, weil Diego, Mesut Özil oder Per Mertesacker lieber lukrative Herausforderungen im Ausland annahmen und später der Kurs der Werder-Profis stetig sank. Doch nun ist ein neuer „feindlicher“ Aufkäufer aufgetaucht. Ausgerechnet Davie Selke, dauerlächelnder Sympathieträger und stürmender Hoffnungsträger, macht mitten in der zarten Aufbruchsphase den Absprung zu RB Leipzig, um eine Klasse tiefer auf Torejagd zu gehen. In Werders Geschäftsstelle haben sie schon lange von dem Wechsel gewusst.

Die Hoffnungen, die der Klub mit dem Verbleib von Antreiber Zlatko Junuzovic verbunden hatte, werden damit konterkariert. Einziger Trost: Rund acht Millionen Euro Ablöse sollen aufs Konto der klammen Hanseaten fließen. Das finanzielle Argument für einen veranlagten, aber auch unfertigen 20-Jährigen, der trotz seines Titels als Torschützenkönig der U 19-EM noch viel lernen muss, um ein Kandidat für Joachim Löw zu werden, hat Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin im Grunde keine Handhabe gelassen, als zuzustimmen.

Den Weg zur grün-weißen Identifikationsfigur will Selke trotz seines Stammspielerstatus und seiner sechs Saisontore nicht mehr beschreiten, obwohl er über seinen Klub zuletzt ganz viel Gutes gesagt hat. Aber er hat da bereits, wie viele andere vor ihm in der Branche, ein falsches Spiel gespielt. Spieler, Vater und Berater müssen sich fragen lassen, warum sie im Sommer 2014 erst ein Arbeitspapier bis 2018 gegenzeichneten.

Aber zu verlockend erscheint kurzfristig die finanzielle Entschädigung und mittelfristig die sportliche Perspektive, weswegen der Sohn eines äthiopischen Vaters und einer tschechischen Mutter auch einen Fünfjahresvertrag bei den Rasenballsportlern erhält. Sein Rückschritt in die Zweite Liga wird versüßt mit einem mehr als erstligareifen Jahressalär. Es hat wohl gute Gründe, dass der sächsische Brauseklub alle Angaben zu Etat und Lizenzspieleraufwand hartnäckig verweigert. Leipzig, so viel steht fest, macht sich mit diesem Deal in Bremen so unbeliebt wie früher nur die Bayern.

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