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Mit 11,09 Sekunden schnellste Frau im Land: Tatjana Pinto.

Sprint

Auf neuen Wegen zum Titel

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Der Wechsel der Trainingsgruppe hat sich für Tatjana Pinto gelohnt: Die Sprinterin läuft über 100 Meter Gina Lückenkemper davon und macht einen Tag später das Double perfekt.

Die Entscheidung war Tatjana Pinto unglaublich schwergefallen. Sollte sie den Schritt wagen? Sollte sie ihren langjährigen Förderer und Trainer, Thomas Prange, verlassen und sich der Sprintgruppe von US-Erfolgstrainer Rana Raider anschließen? Im März hat sich die 27-jährige Sprinterin schweren, aber reinen Herzens dazu entschlossen, neue Wege zu gehen. Im März hat sie erstmals mit ihrer neuen Gruppe in Florida trainiert. Seit Mai trainieren die 15 bis 20 Athleten am europäischen Stützpunkt auf der Anlage des TV Wattenscheid 01. Ganz in der Nähe ihrer Heimat. „Ich fühle, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe“, sagt die gebürtige Münsteranerin. Am Samstag folgte die Bestätigung.

In 11,09 Sekunden wurde Pinto (LC Paderborn) nach 2014 und 2016 wieder Deutsche Meisterin über die 100 Meter, vor Gina Lückenkemper (11,20 Sekunde/ SCC Berlin) und Malaika Mihambo (11,21 LG Kurpfalz). Am Sonntag machte sie noch das Double perfekt. Mit persönlicher Bestleistung von 22,65 Sekunden gewann sie auch die 200 Meter.

„2018 bin ich bei der EM knapp am Finale gescheitert und als Neunte ausgeschieden. Umso wichtiger ist mir der Titel hier mit dieser super Zeit, der zweitschnellsten Zeit in meiner Karriere“, sagte Pinto zu ihrem 100-Meter-Sieg. Ihre Bestzeit liegt seit 2016 bei 11,00 Sekunden. Sie deutete ihren Sieg als „Comeback“ nach vielen Rückschlägen durch Verletzungen in der vergangenen Saison. Lange gab es keine Diagnose, bis eine Entzündung des Ischiasnerv gefunden wurde und entsprechend behandelt werden konnte. „Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich war, als endlich eine Diagnose da war“, sagt Pinto, die auch im Alltag mit Schmerzen zu kämpfen hatte.

Die elf Sekunden knacken

Bereits in dieser Zeit hatte sie das Angebot für einen Wechsel bekommen und es ihrem Trainer, Thomas Prange, mitgeteilt. „Er hat mich ermutigt. Das erfordert menschliche Größe“, sagt Pinto. Er habe ihr den Plan vorgegeben, wann sie wieder fit genug sein würde, um sich der Gruppe anzuschließen. Mit der leistungsstarken Gruppe von 15 bis 20 Athleten, von denen zwei schon die Elf-Sekunden-Marke geknackt haben, „läuft nun vieles akribischer“, erklärt Pinto: „Wir arbeiten an jedem Detail.“

Der deutsche Meistertitel gibt ihr vor der Leichtathletik-WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) Auftrieb. „Ich will vorne mitlaufen und eine neue Bestzeit laufen“, sagt die Sprinterin. Die peilt auch Gina Lückenkemper an, die schon 10,95 Sekunden gelaufen ist. Für die Vize-Europameisterin war Berlin „nur eine Zwischenstation“ zum großen Ziel, sagte Lückenkemper: „Ich habe noch fast zwei Monate Zeit bis zum Höhepunkt, bei der WM in Doha will ich richtig performen. Da zählt es für mich.“ mit (sid)

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