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Auf neuen Pferden

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Von: Katja Sturm

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Wieder zurück in der Festhalle: Matthias-Alexander Rath auf Foundation bei der Einlaufprüfung Nürnberger Burg Pokal.
Wieder zurück in der Festhalle: Matthias-Alexander Rath auf Foundation bei der Einlaufprüfung Nürnberger Burg Pokal. © Imago

Totilas-Reiter Matthias Rath hat sich der Talentsuche verschrieben.

Kaum hatte Foundation das Viereck betreten, da machte er schon wieder kehrt. Irgendwas hatte die Aufmerksamkeit des neunjährigen Hengstes und damit auch ihn selbst erregt, als er unter seinem Reiter Matthias Rath am frühen Donnerstagmorgen in den Innenraum der weihnachtlich dekorierten Festhalle kam. Doch der 33-jährige Kronberger hatte seinen Vierbeiner schnell wieder im Griff. Die Vorstellung danach, die Einlaufprüfung für das Finale des Burg-Pokals während des Frankfurter Adventsturniers, verlief, abgesehen von einem Fehler bei den Dreierwechseln, nach Wunsch. „Ich habe nicht das Gefühl, noch viel reparieren zu müssen“, analysierte Rath mit Blick auf die Entscheidung in der inoffiziellen deutschen Meisterschaft der sieben- bis neunjährigen Pferde am Samstag. Rang vier mit 73,30 Prozent beim Erfolg von Olympiasiegerin Isabell Werth auf Flamboyant (78,07) stellten einen guten Einstieg dar.

Zwei Jahre lang hatte der ehemalige Championatsreiter anderen zuschauen müssen bei dem Traditionsturnier, in dem sein Vater Klaus-Martin Rath und seine Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff in der Verantwortung stehen. Nach dem gesundheitsbedingten Abschied seines populären Hengstes Totilas aus dem Spitzensport und dem nach einer Verletzung beschlossenen Rückzug des potenziellen Nachfolgers Bretton Woods hatten dem EM- und WM-Medaillengewinner die entsprechenden Pferde gefehlt, um beim Schaulaufen dreier Generationen tierischer Tänzer mitzumischen. Denn nicht nur für die Große Tour, auch für die beiden Nachwuchsserien Burg-Pokal und Louisdor-Preis muss man sich im Vorfeld empfehlen.

Junge Talente in den Sport führen

„Man muss Geduld haben“, sagt Rath, der Spaß daran gefunden hat, das zu tun, woran es ihm einst bei der Übernahme des schon als Weltmeister und Weltrekordhalter zu ihm gekommenen Millionenpferdes Totilas noch mangelte: junge Talente selbst auszubilden und in den großen Sport zu führen. In dem bewegungsbegabten Foundation hat Rath vor drei Jahren einen Kandidaten für die schwersten Prüfungen und eine neue Nummer eins für seinen Stall auf dem Familiengestüt Schafhof gefunden. Aber täglich gehen auch noch sieben, acht andere junge Vierbeiner unter seinem Sattel, von denen einige ebenfalls Hoffnung auf Erfolge machen, darunter zwei erst vierjährige, von denen ein Hengst, wie der Bereiter sagt, „ein Pferd ist, wie ich es noch nie hatte“.

Mehrere „Männer“, die außer im Sport auch noch in der Zucht eingesetzt werden, fallen bei der Aufzählung auf. Zumal diese, weil schwerer zu bändigen als ein Wallach, unter den Tänzern im Viereck eher selten sind. Schuld an der außergewöhnlichen Auswahl ist Totilas. Für ihn, den Ausnahmekönner, war einst auf dem Anwesen im Taunus eine Deckstation eingerichtet worden, die nun neben Geschäften auch der Talentsuche dient. Rath, der diese nach Abschluss seines Studiums managt, hat dort alles bestens im Blick.

Gründungsmitglied Totilas hat sein Rentnerquartier nur ein paar Meter weiter entfernt. Hier lebt der mittlerweile 17-Jährige seit dem traurigen Ende seiner sportlichen Laufbahn während der Europameisterschaft 2015 in Aachen fröhlich in den Tag hinein. Ann Kathrin Linsenhoff selbst holt ihn regelmäßig zum Reiten aus der Box. „Das macht beiden viel Spaß“, erzählt Rath. Und erfüllt der 57-Jährigen einen Traum: Denn für den schönen Rappen hatte sie schon immer geschwärmt.

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