Neue Klientel gesucht: DEL hofft auf ServusTV

Der traditionelle Freundschaftsgruß "Servus" ist in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder in Mode gekommen.

Berlin. Der traditionelle Freundschaftsgruß "Servus" ist in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder in Mode gekommen.

Mit Hilfe von Servus TV, einem frei empfangbaren Fernsehsender aus dem österreichischen Red-Bull-Imperium, will sich die DEL im Wettstreit der deutschen Profi-Ligen neu positionieren. "Ziel muss es sein, von den Sportarten hinter Fußball die Nummer eins zu sein", erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke bei der Vorstellung des neuen Eishockey-Senders in Berlin.

Eine Woche vor dem Saisonstart mit der Partie der Kölner Haie gegen die Krefeld Pinguine am 14. September herrscht auf beiden Seiten Aufbruchstimmung. Der Free TV-Anbieter, der den Bezahlsender Sky als Abspielstation ersetzt, überträgt sonntags um 17.45 Uhr ein DEL-Spiel live. Am Startwochenende sind es ausnahmsweise zwei Partien. Außerdem können DEL-Spiele live beim Internet-Anbieter Laola1.tv verfolgt werden. "Eishockey hat Power und Emotionen. Wir sind bestens vorbereitet und freuen uns tierisch", sagte Martin Blank, General Manager von Servus TV.

"Die DEL befindet sich in keiner Alibi-Nische mehr", erklärte Tripcke. Einschränkend fügte der Geschäftsführer hinzu: "Allerdings dürfen wir keine sofortige Explosion erwarten." Die Skepsis scheint angebracht. Einerseits ist der Bekanntheitsgrad des neuen TV-Senders gering. Zudem kann Servus TV zwar per Satellit, Kabel und Internet (IPTV) in Deutschland empfangen werden, allerdings nicht überall komplett. In Berlin und Hamburg sind nur rund 60 Prozent der Fernsehhaushalte in der Lage, den Sender mit Sitz im Salzburger Land zu empfangen.

Die Zuversicht bei der DEL ist dennoch groß. "Wir erhoffen uns durch unsere Medien-Partner die Erschließung einer ganz neuen zusätzlichen Klientel", sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold. Damit sind sowohl neue Sponsoren für die nicht auf Rosen gebetteten Clubs als auch neue Fernsehzuschauer gemeint. Bei Sky hatten zuletzt zwischen 25 000 und 80 000 Fans die DEL-Übertragungen verfolgt.

Mit einem großen Aufwand von Personal und Technik wollen die Österreicher die schnelle Sportart populärer machen. Als Experten wurden die ehemaligen DEL-Profis Erich Goldmann, Tobias Abstreiter und Florian Keller verpflichtet. Spezielle Mikrofone an der Spielerbank, auf der Strafbank und rund um den Torraum sollen den TV-Zuschauer näher an die Spieler und die Eisfläche bringen.

"Die Übertragungen sind auch mit einem Augenzwinkern zu sehen", bemerkte Tripcke. So werden pro Begegnung je ein Spieler eines Teams mit einem Mikrofon verkabelt. Die sogenannten Cable Guys gelten als Novum in der deutschen Sportberichterstattung, kein Profi darf aber dazu gegen seinen Willen verpflichtet werden. Da bei Eishockey-Cracks eher derbe Sprüche zum guten Ton gehören, sollen alle Äußerungen gefiltert und zeitversetzt gesendet werden.

Der Vierjahresvertrag mit dem neuen TV-Sender ist bis 2016 gültig. Danach wird es bei der DEL wieder "Servus" heißen. Das Wort kann zur Begrüßung ebenso wie zur Verabschiedung verwendet werden. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion