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Konfettiregen in Kanada: Tausende Raptors-Fans bejubeln in Toronto den Meistertitel.

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Ekstase im Jurassic Park: Die Toronto Raptors zwingen Golden State in die Knie

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Weil eine ganze Mannschaft über sich hinauswächst, gewinnen die Toronto Raptors als erstes kanadisches Team den NBA-Titel.

Steve Kerr ist keiner, der verfrüht aufsteckt, in seiner langen Basketballkarriere als Spieler und als Trainer hat er unzählige Partien im letzten Moment noch umgedreht. Doch zu Beginn des abschließenden Viertels im sechsten Spiel der NBA-Finalserie sah der Coach der Golden State Warriors so verzagt aus, wie man das bei ihm noch nie gesehen hatte.

Die Befürchtung, dass der Dreifachchampion dem Ansturm der Toronto Raptors in den letzten zwölf Minuten nicht mehr standhalten könnte, war ihm tief ins Gesicht gezeichnet, nachdem der bis dahin formidabel aufspielende Klay Thompson wegen einer Knieverletzung nicht mehr aus der Kabine kam. Und so kam es dann auch – die dezimierten Warriors übernahmen zwar noch einmal kurzzeitig die Führung, konnten am Ende jedoch nicht verhindern, dass Toronto mit einem 114:110-Sieg den ersten Basketball-Titel in der Geschichte der Stadt mit nach Kanada nehmen konnte.

Es war das zweite Mal in fünf Jahren, dass Golden State ein Finale verlor, doch anders als nach der Niederlage gegen Cleveland im Jahr 2016 fühlte es sich diesmal wie das Ende einer Ära an. Auch wenn Spieler wie Stephen Curry oder Draymond Green gelobten, im kommenden Jahr wieder voll da zu sein, konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Dominanz der Warriors, die in den vergangenen fünf Jahren in der NBA als beinahe unbesiegbar galten, gebrochen war. Die Verwundbarkeit der Warriors hatte natürlich stark mit dem Ausfall von Kevin Durant zu tun, der im vergangenen Jahr noch zum besten Spieler der Finalserie gewählt worden war.

Durant war im fünften Spiel nach einer mehrwöchigen Pause für ein Viertel aufgelaufen, nur um mit einer angerissenen Achillessehne wieder vom Platz humpeln zu müssen. Ohne Durant sah Golden State zwar noch immer wie ein großartiges Team aus, aber lange nicht mehr wie der unaufhaltsame Hochgeschwindigkeitszug der vergangenen Jahre.

Bei der Liveübertragung vor der Arena in Toronto, Jurassic Park genannt, feierten sich die Fans derweil nach dem Spiel in eine Ekstase, die man von den ansonsten eher zurückhaltenden Kanadiern an sich nicht gewohnt ist. Der erste Titel in der irreführend National Basketball Association (NBA) genannten Liga für das einzige kanadische Team war Auslöser für eine riesige Party. „Und so machen wir das im Norden“, twitterte Premierminister Justin Trude.

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Die Begeisterung entstammte dem Bewusstsein, ein kleines Wunder vollbracht zu haben. Kaum ein Buchmacher hätte zu Beginn der Saison Toronto als Titelkandidaten auf der Liste gehabt. Selbst nachdem sie sich das Recht erstritten hatten, im Finale die Warriors herauszufordern, galten sie noch als Außenseiter. Auf dem Platz war Toronto jedoch von Anfang an die stärkere Mannschaft. Selbst von den zwei Niederlagen ließen sich die Raptors nicht beeindrucken.

Ein Grund für das starke Auftreten war der Schachzug des nigerianisch-stämmigen Raptors-Managers Masai Ujiri, den neuen Superstar Kawhi Leonard in einem riskanten Tauschgeschäft nach Toronto zu holen. Leonard war zuvor fast zwei Jahre verletzt, auch hatte er sich mit seinem Ex-Klub San Antonio überworfen. „Er ist ein toller Spieler“, sagte sein Ex-Coach Greg Popovich Leonard noch zum Abschied, „aber ein Anführer ist er nicht.“

Diese Aussage hat Leonard spätestens in dieser Finalserie Lügen gestraft, in der er nicht nur zum wertvollsten Mann auf dem Platz gekürt wurde, sondern sein gesamtes Team dazu mitriss, über sich hinaus zu wachsen.

Selten hat es eine derart ausgeglichene Formation im NBA-Finale gegeben. Fred Van Vleet versenkte Dreipunktwürfe, als gehöre er zur Dreipunktmaschine der Warriors, der junge Kameruner Pascal Siakam zeigte mit 26 Punkte Brillanz und auch Kyle Lowry kam im letzten Spiel auf verblüffende Leistungswerte. „Ich habe hart gearbeitet und mich auf dieses eine Ziel konzentriert“, sagte Leonard und hielt dabei die Trophäe im Arm: „Dafür spiele ich Basketball. Ich bin froh, dass es sich auszahlt.“

Nun fragt man sich mitten im Freudentaumel in Toronto freilich schon, wie es wohl weitergeht. Kahwi Leonrad hat eigentlich nie einen Hehl daraus gemacht, dass es ihm im sonnigen Kalifornien besser gefällt als im hohen Norden. Aber es mag sein, dass er an diesem Donnerstag seine Meinung ein wenig geändert hat.

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