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Blätter eines Gingko-Baumes im Bad Homburger Kurpark: Das Betrachten eines solchen Baumes mag dem Wohlbefinden förderlich sein - der Genuss von Gingko-Extrakt möglicherweise nicht.

Nahrungsergänzungsmittel boomen trotz aller Warnungen

Risiken werden häufig noch immer unterschätzt / Neben- und WechselwirkungenRund 25 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer in Deutschland greifen zu mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Pflanzenextrakten angereicherten Produkten. Dabei sollen bei manchen Pflanzen- und Kräuterextrakten Grenzwertüberschreitungen an Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Arsen nachgewiesen sein.

Heidelberg (ap). Trotz aller Warnungen vor ungewollten Nebenwirkungen boomen Nahrungsergänzungsmittel weiter. Rund 25 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer in Deutschland greifen zu solchen mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Pflanzenextrakten angereicherten Produkten, wie das "Bundesgesundheitsblatt" berichtet. Die Risiken seien zwar bekannt, würden aber noch immer häufig unterschätzt.

So wurden dem Bericht zufolge bei Pflanzen- und Kräuterextrakten, wie sie in der traditionellen chinesischen Medizin zum Einsatz kommen, Grenzwertüberschreitungen an Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Arsen nachgewiesen. Zudem würden Nahrungsergänzungsmittel im allgemeinen weder auf Unbedenklichkeit noch auf Wirksamkeit getestet. Auch versuchten viele Verbraucher, sich mit Hilfe solcher Produkte den Gang zum Arzt zu sparen, auch wenn eine medizinische Untersuchung dringend angeraten wäre.

Vor allem für ältere Menschen besteht laut "Bundesgesundheitsblatt" die Gefahr, dass es zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommt. Spitzenreiter seien die Knoblauch- und Gingko-Präparate, bei denen Wechselwirkungen etwa mit Blutgerinnungshemmern möglich seien. Ein weiteres Problem liege in der Dosierung. Es werde nicht wahrgenommen, dass auch Substanzen, die natürlichen Ursprungs seien, bei übermäßigem Verzehr gesundheitsschädlich seien. Als Fazit bleibe die Erkenntnis, dass der Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln bei einer ausgewogenen Ernährung gänzlich überflüssig sei.

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