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Startet in Lillehammer in die Weltcup-Saison: Katharina Althaus.

Skrispringen

Nächste Schritte zur Skisprung-Gleichstellung

Mit dem Lillehammer-Triple starten die Skispringerinnen am Freitag in den Weltcup-Winter. Der modifizierte Wettkampfkalender bietet viele neue Chancen, hält aber auch besondere Herausforderungen bereit.

Mit neuen Groß-Events, mehr Schanzen und zusätzlichen Preisgeldern gehen die Skispringerinnen in diesem Winter die nächsten Schritte auf dem Weg zur sportlichen Gleichstellung.

Am 30. November startet die deutsche Mannschaft um Olympia-Silbergewinnerin Katharina Althaus in ihre bisher intensivste Saison: 27 Weltcup-Springen - so viele wie noch nie - stehen auf dem Programm, darunter erstmals die lukrative Raw-Air-Tour in Norwegen und eine Russland-Tour. Los geht’s bereits mit einem echten Highlight.

„Mega cool“ - so beschreibt Althaus das Lillehammer-Triple an diesem Wochenende, das aus drei Springen mit eigener Gesamtwertung besteht und das sie bei der Premiere im vergangenen Jahr gleich gewann. Die Top-Springerin im Team von Bundestrainer Andreas Bauer freut sich auf die Saison voller neuer Herausforderungen.

„Wir haben die letzten Jahre dafür gekämpft, dass wir mehr Springen haben“, sagte die Gesamtweltcup-Zweite des vergangenen Winters. Auch in der neuen Saison will die 22-Jährige wieder angreifen: „Ganz oben zu stehen, ist immer das Ziel. Ich hoffe, dass ich so gut in den Winter komme wie letztes Jahr.“

Im anstehenden WM-Winter messen sich die Frauen häufiger auch von der Großschanze - bei ihren männlichen Kollegen ist das Standard. Einige Wettkämpfe finden zudem mit Andreas Wellinger, Severin Freund und Co. am gleichen Ort statt.

Einer davon: Die 2016/17 bei den Männern eingeführte Raw-Air-Tour in Norwegen, die in leicht abgespeckter Version nun auch bei den Frauen auf dem Wettkampfplan steht. Olympiasiegerin Maren Lundby sprach von einem „Meilenstein für das Frauen-Skispringen“. Die neue Serie „bedeutet, dass ich mein Einkommen der olympischen Saison verdoppeln kann“, sagte die Norwegerin. 35 000 Euro warten auf die Gewinnerin, insgesamt werden 55.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.

Wie die Athletinnen freut sich auch Bundestrainer Bauer über die jüngsten Entwicklungen in seinem Sport. Der 54-Jährige hat allerdings auch Respekt vor dem straffen Terminkalender. „Die Saison ist ein weiterer Schritt zur Gleichstellung, aber auch ein weiterer Schritt, was die Belastung angeht, die den Mädels durch die ganzen Reisen zugemutet wird“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

Man müsse „ein Stück weit professioneller werden“, um durch so eine lange Saison zu kommen, sagte Bauer und erklärt: „Wir müssen uns trainingsmethodisch so aufstellen, wie die Männer das seit Jahren tun. Das fängt an mit einer guten Organisation der Reisen und hört auf mit der Gesundheitsvorsorge.“ Schließlich findet die WM in Seefeld erst spät in der Saison statt. „Wir versuchen uns so darauf einzustellen, dass wir dann noch Körner haben und möglichst ausgeruht und fit sind“, sagt Bauer.

Der Oberstdorfer hat den Blick auf das große Ganze, traut seinem Team aber auch schon zu Saisonbeginn einiges zu. Einen Traumstart wie im Vorjahr hält er durchaus für möglich. Und überhaupt: „Wir haben immer den Anspruch, in jedes Weltcup-Springen mit dem Ziel reinzugehen, auf dem Podest zu stehen und den Wettkampf mitzubestimmen.“ Neben Althaus hätten auch die Olympiasiegerin von 2014, Carina Vogt (26), und Juliane Seyfarth (28) gute Möglichkeiten. Bauer ist sich sicher: „Wir haben ein paar Eisen im Feuer.“

Althaus betont ebenfalls die Stärke des Teams. Was die weitere Entwicklung des Frauen-Skispringens angeht, hat sie einen besonderen Wunsch. „So eine Vierschanzentournee für Frauen hätte schon auch ihren Reiz“, sagt sie. Das wäre dann ein noch größerer Schritt zur sportlichen Gleichstellung. (Von Thomas Eßer und Patrick Reichardt, dpa)

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