Nach Ski-WM: DSV forciert Umbruch für Olympia

Kaum war die traumhafte WM am Holmenkollen Geschichte, begannen beim Deutschen Skiverband (DSV) die Planspiele für eine ...

Oslo. Kaum war die traumhafte WM am Holmenkollen Geschichte, begannen beim Deutschen Skiverband (DSV) die Planspiele für eine erfolgreiche Zukunft bis zu den Olympischen Winterspielen 2014.

"Die größte Herausforderung wird sein, die vielen jungen Athletinnen und Athleten, die ab der kommenden Saison verstärkt im Weltcup zum Einsatz kommen, trainingsmethodisch sinnvoll einzugliedern", formulierte Sportdirektor Thomas Pfüller die vordringlichste Aufgabe.

Mit acht Medaillen lagen die DSV-Athleten in Oslo voll im Plan. Bei der nächsten WM 2013 in Val di Fiemme werden einige Leistungsträger jedoch nicht mehr dabei sein. Im Skispringen hat Michael Uhrmann seine Karriere beendet, Martin Schmitt deutete seinen Rücktritt für 2012 an. "Natürlich ist der Michi für das Team ein Verlust, aber wir haben gute junge Leute, die die Mannschaft irgendwann tragen werden", sagte Schmitt.

Bundestrainer Werner Schuster sieht gute Chancen, den Umbau erfolgreich voranzutreiben. "Wir haben mit Richard Freitag einen Mann gebracht, der uns noch Freude machen kann. Severin Freund hat uns schon Freude gemacht. Und Pascal Bodmer ist trotz einer schwierigen Saison in Reichweite. Mit diesen drei jungen Leuten und ein, zwei Routiniers wollen wir stärker werden und uns näher an die zwei führenden Nationen Österreich und Norwegen heranschieben", verkündete der Coach das Ziel.

Pfüller unterstützt die gestiegenen Ansprüche. "Man hat in Oslo klar erkennen können, dass wir nach einigen schwierigen Jahren wieder auf dem Weg nach oben sind. Die konsequente Aufbauarbeit trägt langsam Früchte. Bis zur WM 2013 hoffen wir noch einen Schritt weiter zu sein. Unser gemeinsames Ziel ist es, 2014 wieder konstant um die Podiumsplätze mitzuspringen", sagte er.

Die Langläufer könnten ihr Ass Axel Teichmann verlieren, der in den nächsten acht Wochen über einen möglichen Rückzug aus der Loipe entscheiden will. Doch egal, wie Teichmanns Denkspiele enden; Pfüller glaubt an eine rosige Zukunft. "Unsere jungen Athleten stehen bereits in den Startlöchern. Eine solch gute Perspektive hatten wir zuletzt vor zehn Jahren, als die heutigen Leistungsträger in den Weltcup drängten", erklärte der Sportdirektor. Dies gelte allerdings nicht für die Damen, wo die Anstrengungen im Nachwuchsbereich intensiviert werden müssten.

Auf dem besten Weg sind derzeit die Nordischen Kombinierer, die in Oslo mit sechs Plaketten die Medaillenhamster im deutschen Team waren. "Sie haben das jüngste Team der Geschichte am Start gehabt und gehen mit tollen Perspektiven in die Zukunft", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Dafür verlieren die Winterzweikämpfer in Bundestrainer Hermann Weinbuch den Vater des Erfolges. Sein Nachfolger soll spätestens Anfang April bestimmt werden.

Insgesamt ist Pfüller nicht bange darum, das hohe Niveau aufrecht halten zu können. "Wir sind glücklicherweise in der Situation, dass wir mit Ausnahme der Kombination weiterhin mit unseren bisherigen Trainerteams planen können. Damit haben wir die besten Voraussetzungen, um den Generationenwechsel, der sich in den meisten Disziplinen andeutet, erfolgreich zu gestalten", sagte der Sportdirektor. (dpa)

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