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Handball

Muster ohne Wert

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Die deutschen Handballer feiern zum Auftakt der EM-Qualifikation einen Kantersieg gegen Bulgarien. Ein besonnener Heiner Brand kontert die Zeitz-Kritik. Von Jörg Hanau

Horst Bredemeier schüttelte nur den Kopf. Der 42:11 (22:4)-Kantersieg der deutschen Handballer gegen bemitleidenswerte Bulgaren war erst wenige Minuten alt, als der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nicht umhin kam, die zentrale Frage des Abends zu stellen: "Was soll das denn?"

Natürlich meinte Bredemeier nicht die Leistung der runderneuerten deutschen Handball-Nationalmannschaft. Vielmehr bekrittelte er die neu installierte Qualifikationsrunde des Europäischen Handball-Föderation (EHF) für die kontinentalen Titelkämpfe 2010 in Österreich. "Die großen Handball-Nationen haben alle einen Hals, nur die Kleinen freuen sich", ätzte Bredemeier in Wetzlar.

So war der lockere Aufgalopp des noch amtierenden Weltmeisters gegen eine bulgarische Mannschaft, die Mühe hätte sich gegen Handball-Exoten wie Grönland durchzusetzen, nicht mehr als eine konzentrierte, aber lockere Trainingseinheit. Ein Muster ohne Wert, wie auch Bundestrainer Heiner Brand nicht umhin kam zu bestätigen. "Dieses Spiel hat mich hinsichtlich des Neuaufbaus der Mannschaft noch nicht weitergebracht." Das wird sich am Sonntag (17 Uhr) in Celje gegen Slowenien ändern. "Auf dieses Spiel freue ich mich", sagte Brand. Dann wird sich zeigen, ob die gegen Bulgarien noch so glänzende aufgelegten Neuen - wie etwa der Großwallstädter Rückraumspieler Michael Müller oder der Magdeburger Rechtsaußen Christian Sprenger - das Zeug haben, auch auf hohem internationalem Niveau eine vergleichbare starke Leistung abzuliefern. "Wir sind ganz sicher nicht der Favorit", prophezeite Brand einen schweren Gang, der ihm aber wichtige Erkenntnisse bringen werde.

Die Qualifikation für die EM 2010 wird kein Selbstläufer. Die deutschen Gruppengegner Slowenien oder Weißrussland sieht Brand mit in der Favoritenrolle für die beiden auszuspielenden EM-Plätze. "In dieser Formation gehen wir garantiert nicht als Favorit in diese Spiele", sagte Brand, der natürlich hofft, dass die in Wetzlar verletzungs- oder krankheitsbedingt fehlenden Weltmeister Pascal Hens, Holger Glandorf und Torsten Jansen bald wieder zur Verfügung stehen werden.

Umbruch in vollem Gange

Der nach dem Olympischen Spielen in Peking notwendige personelle Umbruch wird allerdings nicht abgeschlossen sein, wenn der Weltmeister in drei Monaten in Kroatien seinen Titel verteidigen soll. "Das ist für uns nicht realistisch, nichtsdestoweniger werden wir versuchen, bestmöglich abzuschneiden und versuchen, das Optimale rauszuholen."

Dazu gehört für Brand natürlich eine ruhige Vorbereitung, in der er die vielen jungen Neuen an die Abläufe im Team heranführt. Störfeuer wie das des von Brand nach den Olympischen Spielen ausgemusterten Christian Zeitz, der Brand vorwarf, ihn insbesondere bei der EM im Januar wegen fehlender Fitness nicht genug geschützt zu haben, erstickte der Bundestrainer im Keim. "Ich habe davon gehört, aber das Thema Zeitz ist für mich überhaupt kein Thema", sagte Brand: "Ich habe mich immer schützend vor ihn gestellt und sogar zu den Olympischen Spielen mitgenommen." Machtspielchen wie zuletzt bei den Fußballern wird Brand rund um die Handball-Nationalmannschaft jedenfalls nicht dulden.

Für Zeitz dürfte damit auch das letzte Hintertürchen zugefallen sein. Zumal sportlich ohnehin kein Platz mehr für ihn frei wäre, da Müller andeutete, hinter Glandorf die neue Nummer zwei im rechten Rückraum werden zu können. "Müller hat gut mitgespielt, hat meist die richtigen Entscheidungen getroffen", lobte Brand den Großwallstädter.

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