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"Es müssen gute Sprünge sein"

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Mit der Eintracht Gegnern ins Messer gerannt: Michael Skibbe.
Mit der Eintracht Gegnern ins Messer gerannt: Michael Skibbe. © dapd

Nächste Woche startet Hertha BSC in die Rückrunde. Der neue Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten Michael Skibbe spricht über Fortschritte bei knapper Kasse, Transfers und Rekonvaleszent Maik Franz.

Am Dienstag startet Hertha BSC mit der ersten Übungsstunde in die Rückrunde. Die Spieler des Tabellenelften der Bundesliga werden zum ersten Mal auf ihren neuen Trainer Michael Skibbe treffen. Der Nachfolger des am 18. Dezember entlassenen Markus Babbel besitzt einen Vertrag bis Juni 2014. Zuletzt trainierte er den türkischen Erstligisten Eskisehirspor, zuvor den späteren Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt.

Herr Skibbe, können Sie verraten, was Sie Ihrer neuen Mannschaft am Dienstag früh in der Kabine bei Ihrer ersten Ansprache sagen werden?

Nein, natürlich nicht. Ich denke, die Mannschaft hat ein Recht darauf, als Erstes zu erfahren, was der neue Trainer denkt und erwartet. Das sollen die Jungs nicht schon zuvor in der Zeitung lesen können.

Sie hielten sich bis kurz vor dem Jahreswechsel in der Türkei auf, um letzte Formalitäten mit Ihrem alten Verein Eskisehirspor zu erledigen. Sie wollten die Zeit aber auch nutzen, um einige DVDs mit Hertha-Spielen zu sehen. Sind Sie dazu gekommen?

Ja, natürlich. Ich habe mir einige DVDs angeschaut. Die Tore, die wir erzielt haben, die habe ich mir zusammenschneiden lassen, auch die Torchancen, die herausgespielt wurden, und natürlich die Gegentore, die wir kassiert haben. Ich habe mir schon einen Überblick verschaffen können.

Was war das Auffälligste, was Sie erkennen konnten?

Ich finde, dass die Hertha gezeigt hat, dass sie konkurrenzfähig in der Bundesliga ist, und das ist für einen Aufsteiger das Allerwichtigste. Abgesehen von dem 0:4 bei Bayern München hat das Team in allen Spielen mitgehalten und – mal glücklich, mal verdient – die Punkte geholt. Alle Ergebnisse waren knapp, das ist ein gutes Zeichen für eine homogene und funktionierende Mannschaft.

Sie wissen sicher, dass es der Mannschaft oft schwergefallen ist, das Spiel zu bestimmen – vor allem vor großer Kulisse im Olympiastadion. In der Vergangenheit sind von Ihnen trainierte Mannschaften auf dem Platz oft dominant aufgetreten.

Meine Mannschaften haben sich zumindest darum bemüht. Aber wir hatten auch, speziell zuletzt bei Eintracht Frankfurt, Probleme, wenn wir gegen Teams spielten, die auf Augenhöhe sind. Solche Mannschaften stehen auswärts kompakt und verlegen sich oft und sehr gern aufs Kontern. Und dann wird man im Verlauf des Spiels immer mehr gelockt und rennt ins Messer. So habe ich auch das eine oder andere Heimspiel mit der Eintracht verloren.

Vor der Saison hat Hertha BSC das Ziel Klassenerhalt ausgerufen. Sie haben bei Ihrer Vorstellung aber auch sofort gesagt, Hertha müsse längerfristig wieder im oberen Drittel der Bundesliga angesiedelt sein.

Dieses Jahr geht es nur um den Klassenerhalt. Aber in Zukunft muss es weiter nach oben gehen. Mannschaften wie Hannover 96 oder auch Borussia Mönchengladbach haben gezeigt, dass man mit einigen guten Verstärkungen weiter nach vorne kommen kann. Ich finde es schon in Ordnung, dass man sich an solchen Mannschaften mit orientiert.

In Gesprächen mit Manager Michael Preetz wurden Sie über die finanzielle Lage der Hertha informiert. Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind angesichts von 34 Millionen Euro Verbindlichkeiten nicht möglich.

Es müssen ja auch keine großen Sprünge sein, es müssen gute Sprünge sein, die man macht. Man kann genauso gut auch einmal für eine geringe Ablöse oder vielleicht im Sommer ablösefrei einen Spieler bekommen, der die Mannschaft trotzdem deutlich verstärkt. Ich weiß, wir sind eingeschränkt durch die Verbindlichkeiten, aber es ist trotzdem so, dass der Klub auf jeden Fall handlungsfähig ist.

Sie mussten einst Ihre Profikarriere sehr früh wegen zweier Kreuzbandrisse beenden, nun fällt mit Maik Franz, mit dem Sie schon in Frankfurt arbeiteten, ein Innenverteidiger wegen eines Kreuzbandrisses aus. Hatten Sie schon Kontakt zu ihm?

Ja, klar. Bei mir waren es aber leider sogar drei Kreuzbandrisse: zweimal links, einmal rechts. Ich weiß also, wie einem Spieler zumute ist, der diese schwere Verletzung erleiden musste. Maik Franz ist ein Profi, der in der Abwehr seinen Mann steht. Er ist fußballerisch nicht der Filigranste, aber einer, der 90 Minuten alles gibt und ein durch und durch positiver Typ ist. Ich bin zufrieden, dass er bei Hertha ist, auch wenn er in der Rückrunde ausfällt. Aber er wird wiederkommen. Der Junge ist zäh, der steht wieder auf.

Das Gespräch führte Michael Jahn.

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