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Dienst am Nachwuchs: Miroslav Klose erfüllt vor dem Abflug ins Trainingslager den Autogrammwunsch eines kleinen Fans.
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Dienst am Nachwuchs: Miroslav Klose erfüllt vor dem Abflug ins Trainingslager den Autogrammwunsch eines kleinen Fans.

Bayern-Trainingsstart

Münchner Umbauten

  • VonMaik Rosner
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Der FC Bayern wechselt zum Trainingsstart die Strategie und verstärkt sein Team: Luiz Gustavo wechselt für 15 Millionen nach München.

Von Arjen Robben war nur am Rande die Rede, und vielleicht ist der Niederländer sogar ganz froh, dass er nicht der einzige Neue im Kader des FC Bayern München ist. Als den „wichtigsten Zugang“ hatte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge Robben bezeichnet, was zwar etwas geflunkert ist, aber doch nicht ganz falsch.

Seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer in Südafrika hat der Flügelspieler wegen einer schweren Muskelverletzung nicht mehr mitwirken können. Wohl auch deshalb hat er bereits versucht, die hohen Erwartungen an ihn zu bremsen. Denn ob er schnell wieder derjenige ist, der die knappen Spiele zugunsten der Bayern mit explosiven Antritten, Dribblings parallel zur Strafraumgrenze und präzisen Abschlüssen entscheidet, wagt offenbar auch Robben zu bezweifeln. Zu lange fehlte er. Robben wird sich neu einfügen müssen. Da passte es ganz gut, dass er erst im Trainingslager zur Mannschaft stieß. Direkt aus seinem Winterurlaub in Dubai.

Dort dürfte der 26-Jährige zuvor ein wenig erleichtert vernommen haben, dass sich vor dem Abflug nach Katar die Aufmerksamkeit dann doch auf einen anderen Namen konzentrierte. Auf Luiz Gustavo, obwohl der am Sonntagvormittag ebenfalls nicht mit in die Chartermaschine nach Doha stieg. Am Neujahrstag war der sofortige Wechsel des Brasilianers für eine geschätzte Ablöse in Höhe von 15 Millionen Euro von 1899 Hoffenheim bekannt geworden. Nach der medizinischen Untersuchung am Sonntag soll der 23-Jährige gemeinsam mit Sportdirektor Christian Nerlinger am Montag an den Persischen Golf nachreisen. Es könnte ihm ähnlich gehen wie Robben. Denn Trainer Louis van Gaal lenkte die Aufmerksamkeit bereits auf einen weiteren Zugang.

Zu 99 Prozent kommt noch ein weiterer neuer Spieler

„Vielleicht kommt noch ein Spieler diese Woche“, sagte van Gaal, wobei er das „vielleicht“ schnell zurückzog, als er die Wahrscheinlichkeit auf „99 Prozent“ festlegte. Ein ähnlich vielseitiger Profi wie Gustavo werde der neue Mann sein, kündigte der Niederländer an. Im Gegensatz zu dem ehemaligen Hoffenheimer Defensivallrounder, der bei den Münchnern einen Vertrag bis 2015 erhielt, könne der zweite echte Zugang des Winters alle Positionen im „angreifenden“ Bereich spielen, sagte van Gaal. Es klang ein wenig geheimnisvoll, und so etwas macht die Angelegenheit besonders spannend. Gustavo und Robben wird’s freuen.

Die personellen Umbauten bei den Bayern künden zudem von einem Strategiewechsel. Korrigiert wird nun die auf van Gaals Betreiben im Sommer getroffene Entscheidung, den Kader nicht nennenswert zu verändern. Toni Kroos war ja der einzige echte Zugang der Bayern, als er von seiner Ausleihe an Bayer Leverkusen zurückkehrte. Nun muss er wegen eines drohenden Ermüdungsbruches im Fuß auf das einwöchige Trainingslager genauso verzichten wie der Langzeitverletzte Ivica Olic. Dessen kroatischer Landsmann Danijel Pranjic fehlte am Sonntag übrigens ebenfalls. Erkrankt hieß es, der Linksverteidiger soll aber möglicherweise schon am Montag nachreisen. Also eventuell mit Gustavo, der seine Position übernehmen könnte.

Dessen sofortige Verpflichtung und der angekündigte weitere Zugang deuten auf Teil zwei des Münchner Strategiewechsels hin. Auf mehrere Schultern soll das Unternehmen Aufholjagd in der Bundesliga verteilt werden, nicht allein auf die des lange verletzten Robben. „Er ist eine Verstärkung. Er hat in Hoffenheim im Mittelfeld gespielt, kann aber auch Innenverteidiger und links in der Abwehr spielen. Auf diesen Positionen haben wir Probleme. Er ist multifunktional und kann uns verbessern“, sagte van Gaal über den international unerfahrenen, aber in der Champions League spielberechtigen Gustavo.

Van Bommel freut sich auf den neuen Mannschaftskollegen

14 Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund. Ein wenig hoffen sie ja in München doch noch, dass die junge Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in der Rückrunde einen Einbruch erleidet. Und nebenbei gab Präsident Uli Hoeneß schon einmal seinen Wunsch fürs neue Jahr preis: Die Champions League zu gewinnen wäre „ein Traum“, sagte er.

Vielleicht wird sich ein Teil der Aufmerksamkeit bei den Bayern in Doha aber auch auf einen richten, für den der Raum nach Gustavos Verpflichtung immer enger wird. Kapitän Mark van Bommel jedenfalls ließ vor dem Abflug nach Katar wissen, er freue sich auf den neuen Mitspieler. Aber: „Das Transferfenster hat gerade geöffnet. Definitiv ist noch nichts. Es kann viel passieren.“ Der Vertrag des 33-Jährigen läuft am Saisonende aus, eine Verlängerung ist nicht angedacht. Es gebe „sehr viele Interessenten“, warb van Bommel in eigener Sache: „Jetzt fahre ich ins Trainingslager, dann schauen wir mal.“

Ob er wie Martin Demichelis (FC Malaga) und David Alaba (Ausleihe an die TSG Hoffenheim) die Bayern doch noch verlässt, wird wohl auch davon abhängen, ob van Gaal in der Rückrunde Gustavo als Linksverteidiger einplant. Oder auf van Bommels Position im defensiven Mittelfeld.

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