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Ägyptens Handball-Boss

Mubaraks Duzfreund

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Hassan Moustafa, einer der höchsten Sportfunktionäre des Landes, blickt mit Furcht nach Ägypten.

Husni Mubarak ist sein Duzfreund. „Ich kenne den ägyptischen Präsidenten sehr gut“, sagt Hassan Moustafa. Der Ägypter ist bestens vernetzt in seiner Heimat. Als einer der höchsten Sportfunktionäre des Landes am Nil zählt der 65 Jahre alte Moustafa, der seit zehn Jahren Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF) ist, zur Elite. Das erklärt, weshalb in seinen Augen Furcht zu erkennen ist.

Was in Nordafrika passiert, versteht Moustafa nicht. Die TV-Bilder, die er im feudalen IHF-Hotel in Malmö sieht, erschrecken ihn: Flammen in Kairo, Demonstranten, die Mubarak zur Hölle wünschen. Das macht Moustafa Angst. „Verrückte gibt es überall“, sagt Moustafa verständnislos: „Das ist schlimm. Das ist gefährlich und sehr schlecht für Ägypten.“

Gefährlich auch für Hassan Moustafa und seine Firmen? Darüber schweigt der Mann, den sie in der IHF-Zentrale in Basel wegen seiner rigiden Amtsführung den „Pharao“ nennen. Er hat ein beträchtliches Vermögen angehäuft. Korruption und Bestechlichkeit waren ihm vorgeworfen worden. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen führten jedoch ins Nichts. Moustafas Selbstbedingungsmentalität blieb ungesühnt.

Seine Frau lebt in Kairo, er selbst seit mehr als einem halben Jahr in der Schweiz. Nur ein-, zweimal im Jahr fliege er in die ägyptische Kapitale. „Ich bin in Kontakt mit meiner Frau, alles ist in Ordnung“, sagt Moustafa. Seine Tochter wohnt in London. „Allen geht es gut.“

Moustafa redet ungern über den Wandel in seinem Land, den er ohnehin nicht gutheißt. Seine Interessen sind pekuniärer Natur. Das schlechte Abschneiden der deutschen Mannschaft trifft ihn und die IHF angeblich härter. „Wenn der deutsche Handball gesund ist, dann ist auch der Welthandball gesund – aus sportlichen wie wirtschaftlichen gründen.“

Hassan Moustafa versucht während der Handball-WM in Schweden die Probleme zu Hause zu verdrängen. „Ich habe hier einen Job zu machen, ich bin Präsident,“ sagt er und es klingt, als habe er gerade eine Handlungsanweisung aus dem Präsidentenpalast in Kairo erhalten. „Ich habe momentan keinen Kontakt zu Mubarak“, sagt Moustafa. Er werde ihn auch nicht suchen. „Der hat momentan andere Probleme.“

Am Montag reist Hassan Moustafa ab, zurück nach Rheinfelden. Sicher ist sicher.

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