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Die Motivation fördern und die Gesundheit stärken

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Bei W.C. Heraeus gibt es einen komplett ausgestatteten Sportraum für die Mitarbeiter /Rückenschule und Fitness

HANAU. Morgengymnastik auf dem Fabrikhof, kollektiver Mittagsschlaf an der Werkbank oder am Schreibtisch sind seit Jahrzehnten in Industriebetrieben Asiens fast an der Tagesordnung. "Eine Gesundheitsförderung und -erhaltung, gegen die sich die Mitarbeiter hierzulande sträuben würden", bedauert Betriebsarzt Dr. Ernst-Dietrich Berndt der W.C. Heraeus. Dennoch möchte der Internist eine Vielzahl der rund 2800 Mitarbeiter im Stammwerk Hanau in das Präventionsprogramm des Unternehmens einbinden, "nur gehen wir hier mehr auf das Individium ein". Erste Ansätze zur Gesundheitsförderung gab es 1993 im Rahmen des betrieblichen Weiterbildungsangebots mit Kursen zur Rückengymnastik und zum Autogenen Training. Dass sehr auf individuelle Motivation abgestimmte Angebot konnte mit den neuen Tarifbestimmungen rund fünf Jahre später und dem damaligen Entgeltfortzahlungsgesetz, das bei längerer Krankheit zu einer Gehaltskürzung führte, auf eine breitere betriebliche Basis gestellt werden. Ein Arbeitskreis Gesundheitsförderung konstituierte sich unter anderem mit Berndt und dem Betriebsrat.

Ziel des Gremiums sind "aktive Gesundheitsförderungsmaßnahmen aufzustellen", Informationsveranstaltungen hierzu auszurichten und ein Kursprogramm anzubieten. Die Teilnahme ist freiwillig. Dies gilt ebenso für die Beschäftigten in der Produktion mit ihrer wechselnden erhöhten Körperbelastung wie für Bildschirmarbeiter, die einer statischen körperlichen Belastung ausgesetzt sind.

Vor ungefähr drei Jahren hat das Familienunternehmen mit weltweit mehr als 9000 Mitarbeitern mit einem komplett ausgestatteten Sportraum einen zusätzlichen Motivationsfaktor geschaffen. Betreut wird die Einrichtung von Trainierinnen mit physiotherapeutischer Ausbildung. Der Sportraum ist keine Muckibude, versichert Berndt. Neben einem festen Kursprogramm in Rückenschule und Fitnessgymnastik wird medizinisch therapeutisches Training geboten. Das mit einer relativ geringen Gebühr verbundene Angebot, an dem auch Nicht-Werksangehörige teilnehmen können, wird zum großen Teil von der Bertha Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung finanziert.

Die betriebliche Gesundheitsförderung bleibt bei Heraeus nicht auf den Bewegungsapparat begrenzt. Seminare zur Stressbewältigung für die "Arbeiter- und untere Führungsebene", Gesundheitstage für Auszubildene mit den Themen Aids, Drogenkonsum und selbstverständlich Arbeitsschutz sowie das kostenlose Angebot, sich im Herbst gegen Grippe impfen zulassen, sind weitere präventive Maßnahmen, um den Krankenstand weiter zu drücken. Hierzu zählt ebenso die Ergonomie am Arbeitsplatz, bei der in besonderen Einzelfällen auch Einzellösungen gesucht werden etwa mit einem Stehpult, sagt Berndt. Allerdings gelte es hierbei die "Kosten im Auge zu behalten". Das freiwillige Angebot nutzen nach Einschätzung des Mediziner durchschnittlich sieben bis acht Prozent der Belegschaft im Hanauer Werk. Von einer durchschlagenden Wirkung auf die Statistik mit den Fehlzeiten könne nicht die Rede sein. Immerhin "steigt der Motivationsgrad" einen Kurs zu belegen oft mit dem ersten Zwacken, weiß Berndt.

FR vom 1.10.2002

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