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Modellprojekt macht Grundschülern Beine

Kinder sitzen zu lange vor Matt- und Blidschirmen

Von Heidi Niemann (pid)

Mediziner und Pädagogen schlagen seit langem Alarm: Weil Kinder sich zu wenig bewegten und zu lange vor Computern und Fernsehapparaten säßen, litten sie bereits früh an körperlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen. Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass 20 Prozent der Schulkinder Übergewicht, 30 Prozent Haltungsschäden, 40 Prozent Koordinationsschwächen haben. 55 Prozent der Kinder spielen gar nicht mehr draußen. Mit dem Modellprojekt "Fit für Pisa" will der Göttinger Internist und Präventionsbeauftragte der Ärztekammer Niedersachsen, Thomas Suermann, gegensteuern: Ab dem neuen Schuljahr bekommen die Eingangsklassen mehrerer Göttinger Grundschulen zusätzliche Sportstunden. Das Besondere: Der zusätzliche Unterricht wird privat finanziert.

An dem Projekt sind außer der Ärztekammer unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung, das Institut für Sportwissenschaft der Uni Göttingen, die Uni-Kinderklinik und der Sportärztebund beteiligt. Das Projekt, das auch wissenschaftlich ausgewertet werden soll, ist als Vergleichsstudie angelegt: An drei Schulen wird das intensivierte Sportprogramm angeboten, an der vierten Einrichtung müssen sich die Kinder mit den üblichen Sportstunden zufrieden geben.

Ziel des auf fünf Jahre angelegten Projekts sei es, die körperliche Fitness der Kinder zu verbessern und den Einfluss des Schulsports auf die kindliche Entwicklung zu untersuchen, sagt Suermann. Deshalb werden die rund 120 Kinder, die demnächst eingeschult werden, regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand, ihre motorische Entwicklung und ihre Befindlichkeit hin untersucht.

Nicht nur für die körperliche Gesundheit der Schüler sei Bewegung wichtig, sagt Suermann: "Vermehrte Bewegung ist die Voraussetzung dafür, dass Kinder sich besser konzentrieren und lernen können." Leider hielten viele Eltern Bewegung nicht für so wichtig. Häufig werde der Bewegungsdrang von Kindern abgeblockt. Auch an den Schulen würden die Kinder zu wenig auf Trab gebracht. Nicht selten fielen die ohnehin nur zwei Sportstunden pro Woche aus. Wenn sie stattfinden, werde häufig nur Völkerball gespielt.

Die an "Fit für Pisa" beteiligten Kinder erhalten dagegen wöchentlich fünf abwechslungsreiche Sportstunden: "Es gibt einen strukturierten Unterricht, bei dem die Kinder auch neue Sportarten ausprobieren können", sagt Suermann. Die zusätzlichen Stunden werden von Sportstudenten und Diplom-Sportlehrern angeleitet. Das Fitnessprogramm soll auch mehr Bewegung in die Pausen bringen. Die Initiatoren erwarten dadurch auch ein insgesamt besseres Schulklima. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Kinder, denen viel Sport angeboten werde, viel lieber zur Schule gehen, sagt Suermann.

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