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Die  Premiere der „Finals“ war ein voller Erfolg.

„Finals“

Mini-Olympia macht Lust

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Der deutsche Sport präsentierte sich bei den „Finals“ von seiner schönsten Seite. So konnten Sportarten präsentiert werden, die sonst ein Schattendasein fristen. Der Kommentar.

Das erste Mal – es ist etwas Besonderes. Nicht immer geht es gut aus. Aber wenn doch, bleibt dieser Moment für lange Zeit unvergessen. 3300 Athleten und knapp 180.000 Zuschauer kennen genau dieses Gefühl, sie krönten an diesem Wochenende Berlin als Austragungsort der „Finals2019“ zur Sporthauptstadt. Die deutsche Kapitale mag nicht in der Lage sein, einen Flughafen in Betrieb zu nehmen, Sport aber kann sie.

Vielleicht sollten die seit vielen Jahren vermeintlich sinnfrei vor sich hin wurschtelnden BER-Manager mal um Nachhilfe bitten. Organisatorisch wie sportlich war die Premiere der „Finals 2019“ ein voller Erfolg. Angetrieben von den öffentlich-rechtlichen Fernsehmachern, die den Sport als sicheren Quotenbringer nicht nur an langen dunklen Winterwochenenden für sich nutzen wollten, präsentierte sich der deutsche Sport von seiner schönsten Seite. Zehn Sportarten, zehn deutsche Meisterschaften, 20 Stunden live im TV – ein nationales Mini-Olympia. Das macht Lust auf mehr. Auf viel mehr.

Natürlich werden nun Stimmen laut, die sich für Olympische Spiele in Deutschland stark machen. Das ist nur zu verständlich. Allerdings liegen die jüngsten Nackenschläge noch gar nicht so lange zurück. Eine breite Öffentlichkeit sagt noch Nein zu Olympia im eigenen Land. Das soll, das kann sich ändern. Auch Dank des neuen Formats.

Eine Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele wäre für 2032 möglich. Berlin könnte neben der Rhein-Ruhr-Region mit 14 Städten ein gewichtiger Anwärter sein.

Eine Fortsetzung der „Finals“ wird es geben, allerdings nicht im kommenden Jahr. Das Sportjahr 2020 ist jetzt schon proppenvoll: die Olympische Spiele in Tokio, die Fußball-Europameisterschaft verteilt über den ganzen Kontinent – das sind selbst für die erprobten Fernsehplaner von ARD und ZDF Herausforderungen. In zwei Jahren sollten die „Finals“ aber wieder ihren Platz im Rahmenterminkalender des deutschen Sports finden.

Berlin ist dafür der perfekte Ort. Zugpferd sind unbenommen die olympischen Kernsportarten Leichtathletik, Schwimmen und Kunstturnen. Aus ihrem Schatten traten an diesem Wochenende Kanuten und Boxer hervor, Moderne Fünfkämpfer und Bogensportler erfreuten sich am ungewohnten öffentlichen Interesse ebenso wie Triathleten, Trial- und Bahnradfahrer. Sie alle fristen normalerweise ein Schattendasein, fern aller pekuniärer Fleischtöpfe. Auch das könnte sich ändern. Vorausgesetzt, das zweite Mal wird genauso schön – und ebenso intensiv.

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